Scholz wapp­net sich für Wirt­schafts­kri­se

Morgenpost am Sonntag (Dresdner) - - NACHRICHTEN -

BER­LIN - Noch brummt Deutsch­lands Wirt­schaft - wenn auch schon deut­lich lang­sa­mer als zu­letzt. Trotz­dem ver­düs­tern sich die Aus­sich­ten welt­weit, das Ri­si­ko der Re­zes­si­on wächst. Fi­nanz­mi­nis­ter Olaf Scholz (60, SPD) lässt in sei­nem Haus be­reits ge­hei­me Plä­ne ge­gen den Ab­schwung vor­be­rei­ten.

Laut „Spie­gel“wird im Scholz-Res­sort an um­fang­rei­chen Not­fall­plä­nen ge­wer­kelt. Dem­nach set­zen die Be­am­ten des Mi­nis­ters vor al­lem auf er­wei­ter­te Ab­schrei­bungs­mög­lich­kei­ten, um die In­ves­ti­tio­nen von Un­ter­neh­men an­zu­kur­beln und so die Wirt­schaft in ei­ner Flau­te zu fes­ti­gen. Im Ver­gleich zu ei­nem pla­nungs­auf­wen­di­gen In­ves­ti­ti­ons­pro­gramm hät­ten Ab­schrei­bun­gen den Vor­teil, dass sie re­la­tiv schnell um­zu­set­zen wä­ren.

Da­ne­ben er­wägt das Mi­nis­te­ri­um für den Fall ei­ner Re­zes­si­on in Deutsch­land ei­ne Sen­kung der Ein­kom­mens­steu­er auf brei­ter Front. Je nach Aus­maß ei­ner mög­li­chen Wirt­schafts­kri­se könn­te die ei­nen Um­fang von bis zu 35 Mil­li­ar­den Eu­ro ha­ben. Von ei­ner Ein­kom­mens­steu­er­sen­kung wür­den so­wohl ein Groß­teil der Un­ter­neh­men als auch die Ar­beit­neh­mer pro­fi­tie­ren. Dies könn­te so­wohl die In­ves­ti­tio­nen als auch den Kon­sum an­kur­beln, hof­fen die Ex­per­ten. For­de­run­gen nach ei­ner sol­chen deut­li­chen Steu­er­sen­kung hat­ten Fi­nanz­mi­nis­ter Scholz und sein Vor­gän­ger Wolf­gang Schäu­b­le (76, CDU) in den ver­gan­ge­nen Jah­ren trotz der ho­hen Steu­er­ein­nah­men im­mer wie­der ab­ge­lehnt. Da­bei ver­wie­sen sie auch auf die lan­ge boo­men­de Wirt­schaft. Ein zu­sätz­li­ches An­hei­zen der Kon­junk­tur et­wa durch Steu­er­ent­las­tun­gen wäh­rend ei­ner Boom­pha­se gilt laut vie­len Öko­no­men als kon­tra­pro­duk­tiv.

Zu­letzt ha­ben sich die Kon­junk­tur­aus­sich­ten al­ler­dings er­heb­lich ver­schlech­tert. Die be­kann­ten Wirt­schafts­for­schungs­in­sti­tu­te und auch die Bun­des­re­gie­rung ge­hen da­von aus, dass sich das Wirt­schafts­wachs­tum in die­sem und dem kom­men­den Jahr deut­lich ab­küh­len wird.

Geht nicht nur mit der Kon­junk­tur: Fi­nanz­mi­nis­ter Scholz (60, SPD) will ge­rüs­tet sein, falls ei­ne Wirt­schafts­kri­se kommt.

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