Bahn lässt Bil­lig­ti­cket klamm­heim­lich ster­ben

Güns­tig nach Prag war ges­tern

Morgenpost am Sonntag (Dresdner) - - SACHSEN - MG

DRES­DEN/PRAG - Für knapp zehn Eu­ro von Dres­den nach Prag, und das auch noch ge­pflegt im Eu­ro­ci­ty? Bis vor ei­nen Mo­nat ging das - mit dem so­ge­nann­ten „10er-Ti­cke­tPrag“. Lei­der hat die Bahn das Schnäpp­chen klamm­heim­lich ster­ben las­sen.

Seit 2015 gab es das An­ge­bot. Zehn Ein­zel­fahr­ten (z.B. fünf­mal hin und fünf­mal zu­rück) kos­te­ten zu­letzt nur 99 Eu­ro, ab­zu­fah­ren bin­nen ei­nes Jah­res. Selbst Flix­bus oder der tsche­chi­sche Kon­kur­rent Re­gio­jet sind da mitt­ler­wei­le teu­rer (ab 11,99 pro Stre­cke). Mit dem Fahr­plan­wech­sel An­fang De­zem­ber ver­schwand das - oh­ne­hin reich­lich ver­steck­te - An­ge­bot der Bahn nun aus In­ter­net und Ti­cket-Au­to­ma­ten. „Lei­der blie­ben die Ver­kaufs­zah­len die­ses durch­aus at­trak­ti­ven An­ge­bots mit jähr­lich we­ni­ger als 200 Ti­ckets weit un­ter un­se­ren Er­war­tun­gen, wes­halb wir den Ver­kauf zum 9.12.2018 ein­ge­stellt ha­ben“, heißt es von der Bahn. Nur: Wie soll­ten Bahn­kun­den von dem An­ge­bot wis­sen, wenn selbst Mit­ar­bei­ter in den Rei­se­zen­tren es nicht kann­ten?

Ron­ny Haus­dorf (41), Vor­sit­zen­der des Fahr­gast­ver­ban­des Pro Bahn in Mit­tel­deutsch­land, ist je­den­falls ent­täuscht. „Wir fin­den es im Zeit­al­ter des eu­ro­päi­schen Zu­sam­men­wach­sens scha­de, dass sol­che güns­ti­gen An­ge­bo­te ein­ge­stellt wer­den“, sagt er. Of­fen­bar be­stün­de sei­tens der Bahn kein In­ter­es­se, Aus­lands­ver­bin­dun­gen of­fen­siv an­zu­bie­ten.

Im Zwei-St­un­den-Rhyth­mus fah­ren tags­über die Eu­ro­ci­ty­Zü­ge nach Prag. Nun lei­der nicht mehr ganz so güns­tig ...

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