Morgenpost am Sonntag (Dresdner)

Super-Mutante Omikron Wie gefährlich ist die neue Variante?

- BERLI N- Di e watson.de.wat son de

BERLIN Die Welt hält den Atem an: Noch vor wenigen Tagen war alles darauf ausgelegt, die Delta-Variante des Coronaviru­s’ endlich in den Griff zu bekommen. Nun droht eine neue Mutation namens Omikron noch gefährlich­er zu werden. Die Wissenscha­ft weiß noch nicht viel, doch das, was sie vermutet, klingt nicht gut ...

„Das ist wahnsinnig hoch, insbesonde­re wenn man bedenkt, dass die zwei bei den letzten PCR-Tests noch negativ i waren“, urteilt der Epidemiolo­ge und Ex-Harvard-Forscher Eric Feigl-Ding ( 38) über die sehr schnell ansteigend­e Virenlast bei zwei Erkrankten in Hongkong. Es sehe so aus, als ob die neue Variante dem Impfschutz wirklich tatsächlic­h entgehen könne.

Eine harte These, welche die Münchner Virologin Ulrike Protzer (59) mit ihrer Einschätzu­ng der Lage einordnet. Dem Deutschlan­dfunk sagte sie, dass es möglich sei, dass Antikörper nicht mehr so effizient neutralisi­eren können, wie das bei anderen, bisher bekannten Mutanten, der Fall ist. Frisch nach einer ei nerI Impfung mpf ung gebe es aber ge ge- nug von ihnen, um auch Virusvaria­nten „wegzuneutr­alisieren“. Auffrischu­ngsimpfung­en könnten das Immunsyste­m wieder „hochpushen“. „Und dann - davon gehen wir alle aus - sollte das wieder ausreichen.“Ihrer Meinung nach, solle man sich jetzt mit den vorhandene­n Impfstoffe­n boostern lassen. Ob es später eine vierte Runde brauche - oder angepasste Impfstoffe - könne man jetzt noch nicht sagen.

Der Berliner Virologe Christian Drosten(49) bliebinein­ererstenEi­nschätzung zunächst gelassen, was die Impfstoff-Wirkung angeht. Diese sollten grundsätzl­ich gegen Omikron schützen, sagte er dem ZDF, insbesonde­re gegen schwere Krankheits­verläufe. Allerdings umgeht die neue Variante wohl zumindest teilweise die

I Immunantwo­rt mmunant wort des Körpers. Ein Indiz dafür, dass entdeckte Infektione­n „in sehr großem Maße bei vorher bereits Geesenen“ne stattfinde­n fi d würden. SPD-Gesundheit­sexperte Karl Lauterbach (58) teilte diese Meinung auf Twitter und ergänzte: „Die Impfungen werden Schutz vor schwerer Krankheit [...] bieten. Booster schützt wahrschein­lich voll.“Auch AstraZenec­a-Entwickler Andrew Pollard (56) ging im BBC-Gespräch nicht davon aus, „dass es in einer geimpften Bevölkerun­g einen Neustart der Pandemie wie im letzten Jahr geben wird“. Weniger optimistis­ch ist Epidemiolo­ge Timo Ulrichs (50). „Diese Mutationen, unter anderem am Spike-Protein des Virus’, könnten das Potenzial haben, die bestehende Immunisier­ung der bisher verwendete­n Impfstoffe zu umgehen“, warnte er bei

In dem Fall müsse man mit der Durchimpfu­ng der Bevölkerun­g „wieder bei Null anfangen“.

Und was sagen die Impfstoffh­ersteller selbst? Die können die Besorgnis der Menschen verstehen, so ein BiontechSp­recher zur Bild-Zeitung. „Spätestens in zwei Wochen erwarten wir weiterführ­ende Daten aus den Labortests.“Bei einem schlechten Ergebnis könnte der Impfstoff binnen sechs Wochen angepasst und „und erste Chargen innerhalb von 100 Tagen“ausgeliefe­rt werden. Gemeinsam mit Partner Pfizer habe man „schon vor Monaten Vorbereitu­ngen getroffen“.

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Gesundheit­sexperte Karl Lauterbach (58, SPD)
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AstraZenec­a-Entwickler Andrew Pollard (56)
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Virologe Christian Drosten (49)
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Virologin Ulrike Protzer (59)

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