Schluss mit Dr. Goog­le Pla­ce­bo – neue Er­geb­nis­se aus der For­schung

Wer je ver­sucht hat, ein Sym­ptom zu goo­geln, weiß, dass man hin­ter­her zwar oft ängst­li­cher ist, aber nicht un­be­dingt schlau­er. Fun­dier­te, gut ver­ständ­li­che und un­ab­hän­gi­ge In­for­ma­tio­nen für Pa­ti­en­ten lie­fern oft die Web­sites von Uni­ver­si­täts­kli­ni­ken (et­wa

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Schein­me­di­ka­men­te, so ge­nann­te Pla­ce­bos, wer­den in der For­schung ein­ge­setzt, um die Wirk­sam­keit von Arz­nei­mit­tel­wirk­stof­fen und The­ra­pi­en be­ur­tei­len zu kön­nen. Jähr­lich wer­den rund 250 Stu­di­en durch­ge­führt. Im­mer häu­fi­ger rückt da­bei auch die Rol­le des be­han­deln­den The­ra­peu­ten in den Fo­kus.

Für ei­ne Un­ter­su­chung an der Har­vard Uni­ver­si­tät (USA) wur­den zwei Grup­pen von Reiz­darm­syn­dromPa­ti­en­ten mit ei­ner Scheina­ku­punk­tur be­han­delt. Den Teil­neh­mern, de­ren Be­hand­ler ih­nen herz­lich, em­pa­thisch und zu­ver­sicht­lich be­geg­ne­ten, ging es si­gni­fi­kant bes­ser als de­nen, de­ren The­ra­peu­ten sich nüch­tern und sach­lich ver­hiel­ten.

Ei­ne Stu­die der Uni­ver­si­tät Ham­burg zeig­te, dass ein Schein­me­di­ka­ment bei chro­ni­schen Rü­cken­schmer­zen al­lein da­durch wirk­te, dass der The­ra­peut den Pa­ti­en­ten ein­dring­lich er­klär­te, es han­de­le sich um ein sehr star­kes Schmerz­mit­tel. Und erst im ver­gan­ge­nen Jahr er­gab ei­ne Un­ter­su­chung der Uni Mar­burg, dass sich Pa­ti­en­ten, de­nen ei­ne schwe­re Herz-ope­ra­ti­on be­vor­stand, bes­ser er­hol­ten und mehr Le­bens­qua­li­tät emp­fan­den, wenn sie vor­her Ge­le­gen­heit hat­ten, sich mit ih­rer Er­kran­kung und mög­li­chen Fol­gen kon­struk­tiv aus­ein­an­der­zu­set­zen.

Für Auf­se­hen sorg­te vor kur­zem auch ein Un­ter­su­chungs­er­geb­nis aus Ba­sel. Hier wur­den Pa­ti­en­ten über den Pla­ce­bo­ef­fekt auf­ge­klärt und be­ka­men ein Schein­me­di­ka­ment als Sal­be ver­ab­reicht. Ihre Be­schwer­den lie­ßen eben­so stark nach wie die der Pa­ti­en­ten, die ei­nen Wirk­stoff er­hiel­ten.

Fa­zit: Al­lein die po­si­ti­ve Er­war­tung „Mir wird jetzt ge­hol­fen“kann of­fen­bar ge­nü­gen, um die Selbst­hei­lungs­kräf­te des Körpers zu ak­ti­vie­ren.

Ein Ser­vice der Me­di­zi­ni­schen Hoch­schu­le Han­no­ver ist das Por­tal Hier gibt es hilf­rei­che In­fos und Check­lis­ten, auch für den Arzt­be­such.

Bei chro­ni­schen Er­kran­kun­gen kann es hel­fen, sich mit Gleich­ge­sinn­ten aus­zu­tau­schen, et­wa in ei­ner Selbst­hil­fe­grup­pe. Gut zu wis­sen: Bei der Su­che nach ganz­heit­lich ar­bei­ten­den Me­di­zi­nern hilft der Zen­tral­ver­band der Ärz­te für Na­tur­heil­ver­fah­ren und Re­gu­la­ti­ons­me­di­zin e.v. un­ter

wei­ter. Vie­le Kran­ken­kas­sen be­tei­li­gen sich auch an den Kos­ten für die Be­hand­lung durch ei­nen Heil­prak­ti­ker oder Os­teo­pa­then.

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