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NaturApotheke - - Erste Seite -

fül­len sie sich im Sü­den abends mit Fa­mi­li­en und Freun­des­grup­pen, die dort fröh­lich plau­dernd fla­nie­ren. Sie mer­ken schon: Fla­nie­ren, spa­zie­ren, pro­me­nie­ren oder gar lust­wan­deln – die deut­sche Spra­che hat vie­le wun­der­ba­re Be­grif­fe für ei­ne Tä­tig­keit, die so ganz aus der Mo­de ge­kom­men scheint. Wie scha­de. Denn das lang­sa­me Ge­hen ist nicht nur gut für den Kör­per, son­dern auch für den Geist. „Wer geht, kann mehr se­hen, er hat die Hän­de frei für kom­ple­xe Tä­tig­kei­ten, und er be­wegt sich so spar­sam fort, dass er noch Ener­gie üb­rig hat – zum Bei­spiel für ein gro­ßes Ge­hirn“, so be­schreibt To­bi­as Hür­ter in Zeit Wis­sen 3/2017 das

auf­rech­te Ge­hen als ei­ne Gr­und­vor­aus­set­zung für die Ent­wick­lung des Men­schen. Und Hür­ter nennt im sel­ben Bei­trag auch die Ur­sa­che, war­um das Ge­hen das Den­ken för­dert: Die Tat­sa­che, dass die rechte Ge­hirn­hälf­te die lin­ke Kör­per­hälf­te steu­ert und um­ge­kehrt. Die Hälf­ten „über­neh­men ab­wech­selnd die Kon­trol­le über die Be­we­gung und die Ver­ar­bei­tung von Wahr­neh­mun­gen. Im­mer wie­der ver­schie­ben sie In­for­ma­tio­nen von ei­ner Sei­te auf die an­de­re. Da­bei wer­den Ide­en und Er­in­ne­run­gen ge­fil­tert, sor­tiert und neu zu­sam­men­ge­fügt.“Das ist nicht neu, wir ha­ben es nur ver­ges­sen. Von den Wan­del­hal­len der grie­chi­schen Phi­lo­so­phen in der Nach­fol­ge des Aris­to­te­les über Goe­the und Rous­seau bis zu Ein­stein oder Tho­mas Bern­hard kennt die eu­ro­päi­sche Kul­tur­ge­schich­te ei­ne gro­ße Zahl be­wusst Ge­hen­der, die sich ihre „bes­ten Gedanken er­gan­gen“ha­ben, wie es der Phi­lo­soph Kier­ke­gaard for­mu­lier­te. Bis zum Zwei­ten Welt­krieg war der Sonn­tags­spa­zier­gang al­lein, mit Fa­mi­lie oder Freun­den ei­ne fes­te Tra­di­ti­on. Erst in den schlim­men Kriegs­jah­ren er­hielt das Ge­hen ei­nen Bei­klang von To­des­mär­schen, Flucht und Ver­trei­bung. Die 70er Jah­re des letz­ten Jahr­hun­derts ent­deck­ten die Be­we­gung zu Fuß neu, al­ler­dings erst zum Jog­gen, dann zum Wal­ken. Bei­des sind sinn­vol­le Sport­ar­ten, für gu­te Gedanken las­sen sie je­doch kaum Ener­gie üb­rig. Und noch ei­nen Aus­lö­ser für das Ver­schwin­den des ge­müt­li­chen Gangs ha­ben Me­di­zi­ner aus­ge­macht: fes­tes Schuh­werk. Es ver­lei­tet da­zu, in gro­ßen Schrit­ten zu mar­schie­ren, fest mit der Fer­se auf­tre­tend, den Kör­per starr nach vor­ne ge­beugt. Ge­sun­des Ge­hen aber er­folgt in klei­nen Schrit­ten, idea­ler­wei­se in­dem man mal mit der Fer­se und mal mit dem Bal­len zu­erst auf­tritt. So wie das au­to­ma­tisch ge­schieht, wenn man bar­fuß oder mit dün­nem Schuh­werk auf un­be­kann­tem Terrain un­ter­wegs ist, beim Schlei­chen oder Tan­zen. Wenn das ge­schieht, müs­sen die Knie nur we­nig ge­beugt wer­den, die Bei­ne schwin­gen gleich­mä­ßig nach vor­ne und zu­rück. Der bri­ti­sche Zoo­lo­ge und Mit­be­grün­der der Bio­me­cha­nik, Mc Neill Alex­an­der schrieb: „Das Pen­del­prin­zip ist das Ge­heim­nis unseres Gangs.“Je gleich­mä­ßi­ger und lo­cke­rer die Be­we­gung ist, des­to bes­ser für die Ge­sund­heit. Wenn wir in nor­ma­lem Tempo ge­hen, liegt un­ser ge­sam­tes Kör­per­ge­wicht auf dem Fuß, der gera­de den Bo­den be­rührt. Da­für ist un­ser Kör­per ge­macht. Er­hö­hen wir die Ge­schwin­dig­keit, ver­viel­facht sich die Last bis zum Drei­fa­chen unseres Kör­per­ge­wichts. Nicht um­sonst be­gin­nen Tie­re, bei ho­hem Tempo zu ga­lop­pie­ren oder sich in gro­ßen Sät­zen ab­zu­sto­ßen, um das Ge­wicht für ih­ren Kör­per bes­ser trag­bar zu ma­chen. Auch klei­ne Kin­der fan­gen au­to­ma­tisch an zu sprin­gen und zu hüp­fen, wenn sie schnell vor­wärts kommen wol­len. Bei ei­nem schnel­len Gang oder gar Stech­schritt im Fer­sen­gang aber be­las­ten wir Fü­ße und Ge­len­ke auf über­mä­ßi­ge Art und Wei­se. Und nicht nur die­se. Wer gro­ße Schritte macht, ver­än­dert au­to­ma­tisch sei­ne Hal­tung: Der Ober­kör­per wird ge­run­det, der Kopf nach vor­ne ge­streckt, und schon sind auch Knie, Rü­cken, Na­cken und Schul­tern in Mit­lei­den­schaft ge­zo­gen. Das Er­geb­nis kön­nen schmer­zen­de Ge­len­ke und ein ver­spann­ter Na­cken sein oder so­gar Kopf­schmer­zen. Wer sich auf un­be­kann­tem, bes­ser noch un­ebe­nem Ge­län­de be­wegt, geht au­to­ma­tisch ge­sün­der: Er macht vor­sich­ti­ge klei­ne Schritte und bringt die Wir­bel­säu­le da­zu, die Une­ben­hei­ten des Bo­dens aus­zu­glei­chen. Da­zu müs­sen al­le Wir­bel vom Hals bis zu den Len­den zu­sam­men­ar­bei­ten – ei­ne Auf­ga­be, die wir ih­nen im All­tag viel zu sel­ten stel­len. Da­bei geht es den Wir­beln wie je­dem Team: So rich­tig gut klappt

GE­HEN UND DEN­KEN KEI­NE SCHNEL­LEN SCHRITTE WA­GEN SIE SICH AUF UNBEKANNTE­S TERRAIN

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