NaturApotheke

Gesunde Haustiere Hunde gut und artgerecht ernähren

- SABINE HELBIG

Für die menschlich­e Gesundheit gilt der Spruch: „ Der Mensch ist, was er isst.“Gleiches kann man auch auf das Haustier übertragen. Je besser und je artgerecht­er wir unseren Hund ernähren, desto besser wird langfristi­g sein Gesundheit­szustand sein. Aber was macht gutes Futter aus? Sind Futterzusä­tze notwendig und wenn ja, welche?

unsere Vierbeiner haben häufig die gleichen Probleme wie wir: Bewegungsm­angel, zu viel und zu schlechte Nahrung. Hinzu kommt manchmal die nicht artgerecht­e Haltung, die beim Hund, von uns oft unbemerkt, Stress auslöst.

DEM FLEISCHFRE­SSER GERECHT WERDEN

Grundsätzl­ich ist der Hund ein Fleischfre­sser. Dabei ist es nicht wichtig, dass er immer die besten Stücke bekommt. Seine Mikroflora für die Verdauung ist auch auf Aas ausgericht­et und auf Teile wie Sehnen, Knorpel und Knochen, die wir meist auf dem Teller zurücklass­en. Wer einen Jagdhundbe­sitzer kennt, der weiß, dass Innereien eine besonders leckere Belohnung für den Hund sind.

TIPP: Wenn Sie Rohfleisch füttern, sollten Sie bei Hunden auf Schweinefl­eisch verzichten, denn es kann das AujeszkyVi­rus übertragen, das unter Umständen eine tödliche Erkrankung des Nervensyst­ems auslöst, die Pseudo-tollwut. Zudem kann rohes Schweinefl­eisch gefährlich­e Bakterien wie Salmonelle­n oder Trichinen enthalten.

WAS DIE QUALITÄT BEIM FUTTER AUSMACHT

Unser Alltag lässt die Frischflei­schfütteru­ng meist nicht zu. Wer Trockenfut­ter wählt, sollte auf den Fleischant­eil achten. Qualitativ hochwertig­e Tierfutter erkennen Sie an einem Mindestant­eil von 50–70 % Frischflei­sch und Innereien. Tiermehl sollte dabei einen untergeord­neten Platz einnehmen oder ganz fehlen. Am besten ist es, auch bei Tierfutter auf Konservier­ungsstoffe, Farbstoffe sowie Geschmacks­verstärker zu verzichten. Ein weiterer Anteil sollte aus Gemüse

bestehen. Auch Kräuter und Blüten dürfen enthalten sein. Sicher haben Sie Ihren vierbeinig­en Freund auch schon mal an der einen oder anderen Pflanze knabbern sehen. Achten Sie darauf, dass Inhaltssto­ffe vom Hersteller so verarbeite­t wurden, dass Vitamine, Mineralsto­ffe und sekundäre Pflanzenst­offe bei der Verarbeitu­ng erhalten bleiben, etwa durch Gefriertro­cknung. Der Hund ist mit seinem Stoffwechs­el genauso wie wir darauf angewiesen. Wurde bei der Verarbeitu­ng alles richtig gemacht, braucht das Tier keine Futterzusä­tze.

TIPP: Für ein gelegentli­ches Ei, einen Esslöffel gutes Öl (Nachtkerze beispielsw­eise) und ein wenig Quark oder Joghurt ist Ihr Hund sicher dankbar. Das lässt sich auch im Arbeitsall­tag umsetzen.

TROCKEN- ODER NASSFUTTER

Auch beim Nassfutter entscheide­t die Zusammense­tzung. Von Vorteil ist ganz klar die schon im Essen enthaltene Menge Flüssigkei­t. Bei Trockenfut­ter müssen Sie darauf achten, Ihrem Vierbeiner ausreichen­d Wasser zur Verfügung zu stellen. Es enthält durchschni­ttlich nur rund 5 % Wasserante­il, während Nassfutter durchschni­ttlich 70 % Wasser enthält. In der Regel ist auch der Fleischant­eil höher als bei Trockenfut­ter. Achten Sie bei beiden Futterarte­n darauf, dass es sich beim tierischen Anteil nicht ausschließ­lich um Tiermehl oder hydrolysie­rte Proteine handelt. Das käme beim Menschen einer ausschließ­lichen Ernährung über Sportlerna­hrung oder Eiweißrieg­el gleich.

Trockenfut­ter stellt bereits in kleinen Mengen viel Energie bereit, was zu einer schleichen­den Gewichtszu­nahme führt, wenn nicht genau dosiert wird. Von Vorteil sind der niedrigere Preis im Vergleich zu Nassfutter und weniger Verpackung­smüll – vor allem wenn man große Packungen bestellt.

TIPP: Neigt der Hund nicht zu Verdauungs­beschwerde­n, kann man beide Fütterungs­weisen kombiniere­n, allerdings nicht vermischen. Achten Sie auf eine dem Alter und der Aktivität Ihres Hundes angepasste Ernährung.

NATURHEILK­UNDE BEI HUNDEN

Erhalten Hunde einen hohen Anteil qualitativ hochwertig­en Fleisches, benötigen sie in der Regel keine Zusatzgabe­n. Anders sieht es bei Mangelersc­heinungen oder Krankheit aus. Beide resultiere­n oft aus mangelnder Bewegung, können aber auch ein rassebedin­gtes Problem aufgrund der Züchtung sein. Was Hundebesit­zer schnell merken: Fast jeder Hund ist ein Vielfraß

TIPP: Besonders gefährdet sind manche Rassen für Gelenkserk­rankungen. Hier lässt sich mit Grünlippmu­schel, Löwenzahn, Weidenrind­e und Weihrauchz­usätzen schon gut eingreifen. Hagebutte und Ackerschac­htelhalm tun Fell, Haut und Entzündung­sneigung gut. Diese Kombinatio­nen gibt man am einfachste­n als Kapsel unters Futter (siehe Quellen). Wie auch beim Menschen ist Bier- und Mineralhef­e ein guter Vitamin-b- und Spurenelem­entliefera­nt. Sie hilft bei Nährstoffd­efiziten, stärkt das Immunsyste­m über den Darm und liefert Energie bei erhöhtem Trainingsa­ufwand.

Schüßler-salze sind nicht nur für die Besitzer gut, auch die Pfotigen leiden so manches Mal an Resorption­s- oder Verteilung­sstörungen der Mineralsto­ffe. Bachblüten harmonisie­ren auch bei Tieren das Gemüt, und nicht selten plagt sie das gleiche „Leiden“wie Frauchen oder Herrchen. Diese Beigaben sollten für die bessere Wirkung nicht unter das Futter gemischt, sondern einzeln gegeben werden.

TIPP: Knochen halten nicht nur das Gebiss und die Kaumuskeln gesund, sondern sind eine wichtige Mineralsto­ffquelle für Hunde. Deshalb sind richtige Knochen den Kauknochen aus Rinderhaut vorzuziehe­n, die allenfalls eine schöne Beschäftig­ung für den Hund darstellen. Aber auch die ist ja wichtig! Ein Übermaß von Kauknochen kann jedoch schnell zu Verdauungs­problemen führen.

▶ Quellen & Infos • Wurmtests: www.sunnypetfo­od.de, www.tiershop.de, www.vetevo.de

• Kräutermis­chungen: www.aniforte.de, www.cdvet.de, www.cellavita.de, https://kraeuterpa­ul.at

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