Schimp­fen als The­ra­pie

Neu-Ulmer Zeitung - - Neu-ulm - VON GI­SE­LA BIRNSTIEL re­dak­ti­[email protected]

Nein, be­schimp­fen soll­te man an­de­re nicht öf­fent­lich, so was dür­fen nur Po­li­ti­ker. Wir Nor­mal­sterb­li­che soll­ten das ver­mei­den; es gibt da ja leicht ju­ris­ti­sche Nach­spie­le.

Aber es hat be­stimmt je­der schon mal er­lebt: Da über­holt ei­ner ganz knapp und fährt dann so rein, dass man selbst auf die Brem­se stei­gen muss. Und an der Kreu­zung steht er dann zwei Au­tos vor mir. Das kann man doch nicht auf sich sit­zen las­sen!! Al­so frisch auf die­sen Kerl ver­bal ein­ge­dro­schen, das gan­ze Ar­senal an Schimpf­wör­tern, die ich hier na­tür­lich nicht schrei­be, aber es tut sooo gut, sich laut­stark Luft zu ver­schaf­fen – und er hört es ja nicht!

Und es stimmt, ich füh­le mich aus­ge­spro­chen gut und ge­ra­de­zu be­schwingt. Was The­ra­peu­ten schon lan­ge über Schreithe­ra­pie er­zäh­len, set­ze ich meist beim Au­to­fah­ren um und wer­de mei­ne Ag­gres­sio­nen schnell und er­leich­ternd los. Der nächs­te Ra­ser kommt be­stimmt!

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.