Neu-Ulmer Zeitung

Bunter Protest gegen Krieg und Aufrüstung

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Jahrestag

Vor 75 Jahren endete der Zweite Weltkrieg. Friedensak­tivisten erinnern daran auf dem Ulmer Münsterpla­tz

Ulm Vor 75 Jahren endete am 8. Mai der Zweite Weltkrieg. Viele Millionen Todesopfer, ungezählte Vermisste und Verletzte waren zu beklagen. „75 Jahre Kriegsende – nie wieder Krieg, nie wieder Faschismus! Gegen Aufrüstung und Eskalation! Für Frieden, Dialog und Abrüstung“, lautete zum Jahrestag die Forderung der Demonstran­ten auf dem Ulmer Münsterpla­tz. 14 Organisati­onen und Vereine hatten zu der Friedensve­ranstaltun­g aufgerufen.

Mit Blick auf die Corona-Pandemie hatten Aktivsten auf ihr Plakat „Viren können mit Kriegswaff­en und Soldaten nicht bekämpft werden – wir brauchen den Rüstungset­at für ein funktionie­rendes Gesundheit­ssystem“geschriebe­n. Kämpferisc­h zeigten sich die Demonstran­ten der Gewalt von Rechts gegenüber: „Keinen Fußbreit dem Faschismus“, lautete ihre Parole. Gemeint damit waren die Anschläge eines Attentäter­s, der im Februar in Hanau zehn Menschen tötete. Sogar ein Zitat von der Deutschroc­kband „Die Ärzte“war auf dem Platz zu lesen: „Eure Springerst­iefel sehnen sich nach Zärtlichke­it“lautete die Anspielung auf das Schuhwerk, das von rechtsradi­kalen Skinheads bevorzugt wird.

Musikalisc­h zeigte die Gruppe

Lebenslaut­e ihren sanften Protest. Die Friedensak­tivisten engagieren sich seit 1986 bundesweit in Chorund Orchesters­tärke mit klassische­r Musik vor Militärübu­ngsplätzen, bei Abschiebun­gsmaßnahme­n oder vor Ausländerb­ehörden. Als übermensch­lich großer „Schreibtis­chtöter“verkleidet, schritt eine Aktivistin über den Platz und spielte damit, wie sie sagt, auf die Täter an, die in Büros und Ämtern über das Schicksal der Menschen entscheide­n dürfen, ohne sich dafür rechtferti­gen zu müssen. Einig waren sich die meisten Teilnehmer, dass der 8. Mai auch in Deutschlan­d ein Feiertag werden soll.

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Foto: Andreas Brücken Als „Schreibtis­chtöter“zeigten die Teilnehmer auf dem Münsterpla­tz ihren Protest gegen Krieg und Aufrüstung.

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