Neu-Ulmer Zeitung

In der Freizeit lauern die Gefahren

- VON JOSEF KARG

Menschen, die vom Leben keine Ahnung haben, denken ja gemeinhin, die Arbeitswel­t berge ein höheres Risiko in sich als die Freizeit. Das aber ist ein Ammenmärch­en. Wie Freunde von Statistike­n aus der Versicheru­ngswirtsch­aft natürlich wissen, ist das Risiko, im

Job einen Unfall zu erleiden, in den vergangene­n Jahrzehnte­n spürbar gesunken. Noch erfreulich­er: Auch die Zahl der tödlichen Arbeitsunf­älle nimmt ab.

Jetzt aber zum eigentlich­en Problem: Immer mehr Unfälle ereignen sich in der Freizeit der Menschen. Das könnte die Erfolge von Gewerkscha­ften, wie beispielsw­eise die 32-Stunden-Woche, konterkari­eren, weil Arbeitgebe­r nun behaupten könnten, die Leute müssten einfach nur mehr arbeiten, um ihr Verletzung­srisiko zu minimieren. Dieser Gedanke soll allerdings hier nicht weiter ausgebreit­et werden.

Tatsache ist: Das Jahr hat 8760 Stunden, sofern es kein Schaltjahr ist. Vollzeitbe­schäftigte arbeiten davon in etwa 1600 Stunden. Da bleibt in der Tat viel freie Zeit für gefährlich­e Beschäftig­ungen. Ob im Haushalt oder im Straßenver­kehr, vor allem aber beim Sport – überall lauern Gefahren. Selbst das zunächst harmlos erscheinen­de Wandern kann schnell zu Katastroph­en führen, besonders in den Alpen. Dieser Tage meldete die bayerische Bergwacht einen „Höchststan­d“an verunglück­ten Wanderern und Bergsteige­rn. Vier von ihnen starben in Lawinen, zwei von ihnen waren Wanderer. Darüber hinaus verunglück­ten 19 Wanderer und Bergsteige­r tödlich.

Glück im Unglück hatte eine deutsche Urlauberin bei einer Wanderung in den Salzburger Bergen. Sie wollte eine Abkürzung durch einen ausgetrock­neten See nehmen, ist darin bis zur Brust im Schlamm versunken und musste von der Polizei gerettet werden.

Man kann der Frau nun aber nicht einmal zuraten, sie wäre besser daheim geblieben. Denn im Haushalt sterben statistisc­h die meisten Menschen. Darum Achtung: Das Leben ist vor allem eines: lebensgefä­hrlich!

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