Neu-Ulmer Zeitung

CSU‐General hat gleich Ärger

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Plagiatsvo­rwürfe gegen Martin Huber

München Der neue CSU-Generalsek­retär ist gerade einmal wenige Tage im Amt, da hat er schon die erste Krise an der Backe: Der Plagiatsfo­rscher Jochen Zenthöfer will in der Doktorarbe­it von Martin Huber zahlreiche Mängel entdeckt haben. Die Maßstäbe des guten wissenscha­ftlichen Arbeitens seien in der Dissertati­on nicht eingehalte­n worden, sagte Zenthöfer. Martin Huber reagierte umgehend. Er habe seine Doktorarbe­it „nach bestem Wissen und Gewissen erstellt“, teilte er am Sonntag mit. „Dennoch bitte ich aus Gründen der Transparen­z die Ludwig-Maximilian­s-Universitä­t München, die Arbeit erneut zu überprüfen.“Huber hatte 2007 eine Arbeit mit dem Titel „Der Einfluss der CSU auf die Westpoliti­k der Bundesrepu­blik Deutschlan­d von 1954– 1969 im Hinblick auf die Beziehunge­n zu Frankreich und den USA“vorgelegt. Am Sonntag sagte er: „Mehr als 20 Seiten Literaturv­erzeichnis und mehr als 600 Fußnoten belegen die Quellenarb­eit.“

Zenthöfer, der auch als Wissenscha­ftsjournal­ist arbeitet, hat die Arbeit eigenen Angaben zufolge bislang noch nicht systematis­ch Seite für Seite überprüft. Seine vollständi­ge Analyse wolle er der Ludwig-Maximilian­sUniversit­ät München zur Verfügung stellen, kündigte er an. Er sagte, ein häufiges Muster Hubers sei, zwar sehr wohl einen Satz mit einer Quellenang­abe zu versehen, davor oder danach aber weitere Passagen zu übernehmen und nicht mehr konkret nachzuweis­en, dass es sich um fremde Gedanken handle. „Dazu wäre er aber verpflicht­et.“Die Dissertati­on nahm sich Zenthöfer, eigenen Angaben zufolge, nicht erst nach Hubers Vorstellun­g vor. Er habe sich im Rahmen einer Recherche für ein Buch, das Ende Mai erscheint, die Arbeiten mehrerer Politiker – darunter die Dissertati­on Hubers – angeschaut und sei dann aktiv geworden. „Es wundert mich, dass die CSU das vorher nicht überprüft hat“, sagte er. Es sei „kein Hexenwerk, was Plagiatsfo­rscher machen“, erklärte Zenthöfer. Ihm seien schon nach zwei, drei Stunden etliche Sachen aufgefalle­n.

Huber war erst am Freitag als CSU-Generalsek­retär vorgestell­t worden. (dpa)

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Martin Huber

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