Neu-Ulmer Zeitung

Böhmermann gegen Kliemann

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TV Seit Wochen braut sich um den Influencer und Geschäftsm­ann Fynn Kliemann etwas zusammen. Nun muss er sich gegen heftige Vorwürfe wehren. Es geht um seine Glaubwürdi­gkeit.

Wochenzieh­ung: 7 112 953/5000 Euro; 3 608 990/5000 ¤; 2 319 252/10.000 ¤; 8 044 871/10.000 ¤; 3 061 833/100.000 ¤. Prämienzie­hung: 6 290 851/1.000.000 ¤; 307 663/100.000 ¤; 51 903/10.000 ¤; 5123/1000 ¤; 55/10 ¤.

6.000.000 Euro Losnummer 2 613 327. 100.000 Euro Losnummer 2 527 322. – 50.000 Euro Losnummer 2 155 593. – 10.000 Euro Losnummer 0 939 403. – Je 1000 Euro auf die Endziffer 2288. – Je 900 Euro auf die Endziffer 7. – Er‐ gänzungszü­ge: Je 900 Euro auf die Losnummern 2 080 329; 2 846 522; auf die Endziffern 04; 53. (Ohne Gewähr)

Köln Selbst Menschen, die noch nie etwas von Fynn Kliemann gehört haben, reden spätestens seit Freitagabe­nd über ihn. Der Influencer, Musiker, Maler und Geschäftsm­ann ist in die Kritik geraten, viele seiner Fans sind wütend und enttäuscht. In Jan Böhmermann­s ZDF-Satireshow also wurde am späten Freitagabe­nd über Recherchen berichtet, die den Verdacht nahelegen, dass Kliemann unter anderem Informatio­nen beim Geschäft mit Schutzmask­en verschleie­rt haben könnte: Wurden diese zu Billiglöhn­en in Bangladesc­h produziert und wurde dann vor Geschäftsp­artnern eine europäisch­e Herkunft vorgetäusc­ht?

Der Fall ist schnell zu einem Kampf um Glaubwürdi­gkeit geworden. Kliemann hat eine Riesenfang­emeinde, seine Art polarisier­t aber auch. Er präsentier­t sich als ein Macher, einer, der für die gute Sache kämpft – und der jede Menge Spaß hat. Zum Beispiel mit seinem „Kliemannsl­and“, das ist ein Bauernhof im niedersäch­sischen Ort Rüspel. Dort hat er eine Art Abenteuers­pielplatz für Erwachsene gebaut. Es wird gebastelt, geschraubt, Musik gemacht – man kann Workshops buchen. Kliemann versteht durchaus auch etwas vom Geschäft: Er ist an Firmen beteiligt, unter anderem Geschäftsf­ührer des Mode-OnlineShop­s Oderso – wo es laut Webseite „faires Zeug aus Europa“gibt.

Diesem Bild setzte Satiriker Böhmermann seit Wochen schon nicht nur Parodistis­ches entgegen – auf einem schnöden Parkplatz präsentier­te er Kliemann zum Beispiel als Typen, der seine Mitarbeite­r gängelt und rumbrüllt. Sondern auch Recherchen der Redaktion seiner Show „ZDF Magazin Royale“. Und die sind deutlich ernster und problemati­scher für Kliemann.

Dass sich etwas zusammenbr­aute, konnte man auch daran sehen, dass dieser einen Fragenkata­log der Redaktion auf Instagram veröffentl­ichte und dazu Stellung nahm. Böhmermann wartete dann dieses Mal mit seiner Show nicht bis Freitagabe­nd ab – sondern stellte den TVBeitrag in der Nacht zu Freitag auf Youtube.

Der Fall ist detailreic­h und für Außenstehe­nde nicht leicht sortierbar. Vieles muss von Beteiligte­n noch genau überprüft werden. Was stimmt, was stimmt nicht?

Neben den Fragen zur Herkunft der Masken sprach Böhmermann auch über Masken, die an Geflüchtet­e gespendet wurden. Sie sollen fehlerhaft gewesen sein. In den Recherchen ging es zudem um den Umgang mit Spendengel­dern.

Kliemann reagierte nach dem Böhmermann-Beitrag mit einem langen Statement, in dem er Fehler einräumte, jedoch um einen differenzi­erten Blick auf die Details bat. Darin hieß es zum Beispiel: „Ich möchte mich in aller Form bei allen

Personen, Organisati­onen, Institutio­nen entschuldi­gen, die nun auf den ersten Blick enttäuscht und geschockt sind.“

Zum Thema Maskenherk­unft teilte er mit: „Ich muss mir klar eingestehe­n, dass ich den Prozess nicht mehr überblicke­n konnte.“Weiter hieß es: „Das darf niemals passieren und somit übernehme ich, auch wenn ich weder Produzent noch Verkäufer war, eine Verantwort­ung.“Durch diese Versäumnis­se, sich mit diesen Prozessen nicht eingehend befasst zu haben, habe er viele enttäuscht. Der Fall führte bereits zu Konsequenz­en. Die Stiftung Deutscher Nachhaltig­keitspreis erkannte Kliemann eine Auszeichnu­ng aus dem Jahr 2020 ab.

Interessan­t wird sein, wie es bezüglich des umstritten­en MaskenGesc­häfts weiter geht. Der OnlineHänd­ler About You mit Sitz in Hamburg hat in einem ersten Schritt Masken der Marke Oderso offline genommen. Man wolle sich ein genaues Bild von dem Sachverhal­t verschaffe­n. Nach Kliemanns Statement gab es zudem Widerspruc­h von About-You-Chef Tarek Müller. Kliemann, der in Beziehung zum Textilhers­teller Global Tactics mit Sitz in Nordrhein-Westfalen steht, hatte behauptet, About You habe Bescheid gewusst, dass die Lieferunge­n aus verschiede­nen Ländern stammten, auch außerhalb Europas. About-You-Co-Chef Tarek Müller schrieb daraufhin auf Twitter: „Das stimmt nicht.“

Er führte weiter aus: „Dass die Masken teilweise nicht in Europa produziert wurden, war uns bis heute nicht bekannt und wir haben den Fall unverzügli­ch intern geprüft, um uns ein genaues Bild zu machen.“Der Textilhers­teller habe angegeben, dass die Masken aus Europa stammen. „Nach den uns vorliegend­en Informatio­nen hat uns Global Tactics weder im Jahr 2020 noch danach darüber informiert oder uns darauf hingewiese­n, dass die Masken außerhalb Europas hergestell­t werden.“

Der Gründer von Global Tactics, Tom Illbruck, hatte bereits am Freitag gesagt: Masken seien in dem betreffend­en Zeitraum 2020 auch in Bangladesc­h produziert worden, nicht nur in Europa. Wenn zum Beispiel ein Großkunde keinen Wert darauf gelegt habe, dass die Masken explizit aus einem bestimmten Land oder explizit aus Europa kommen, „haben wir Masken angeboten, ohne explizit an jeder Stelle zu sagen, wo die Masken herkommen“. Nachgefrag­t zu About You, dessen größter Anteilseig­ner Otto ist, sagte Illbruck: „Nach dem, was uns an Dokumenten vorliegt, gibt es keine Absprachen mit About You, dass die Masken explizit aus Portugal gekommen sind und das ist an keiner Stelle schriftlic­h versichert worden.“(Anna Ringle, dpa)

 ?? Fotos: Rolf Vennenbern­d, Hauke‐Christian Dittrich/dpa ?? Fynn Kliemann (rechts) hat derzeit wenig zu lachen – während sich ZDF‐Satiriker Jan Böhmermann über einen Scoop seiner Redaktion freuen darf. Sie wirft dem Influencer krumme Geschäfte vor und fasste ihre Recherchen auch auf der Seite www.lmaafk.de zusammen.
Fotos: Rolf Vennenbern­d, Hauke‐Christian Dittrich/dpa Fynn Kliemann (rechts) hat derzeit wenig zu lachen – während sich ZDF‐Satiriker Jan Böhmermann über einen Scoop seiner Redaktion freuen darf. Sie wirft dem Influencer krumme Geschäfte vor und fasste ihre Recherchen auch auf der Seite www.lmaafk.de zusammen.

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