Neu-Ulmer Zeitung

Ulmer Waffen bleiben wirkungslo­s

- VON PIT MEIER

Basketball‐Bundesliga Mehr als ein respektabl­es Ergebnis gegen die Bayern ist für die Ulmer nicht drin. Wenigstens bleibt ihnen dieser Gegner im Viertelfin­ale der Play-offs erspart.

Neu‐Ulm Der Dank von Ratiopharm Ulm geht nach Crailsheim. Der Sieg des Nachbarn gegen Chemnitz am Samstagabe­nd war natürlich in erster Linie in dessen eigenem Interesse. Doch gleichzeit­ig hat Crailsheim damit den Ulmern einen Riesengefa­llen getan. Hätte nämlich Chemnitz gewonnen, dann hätte Ulm im Viertelfin­ale der Play-offs der Basketball-Bundesliga gegen Bayern München gespielt. Spätestens nach der vorletzten Partie der Hauptrunde muss man davon ausgehen, dass diese Serie recht schnell beendet gewesen wäre und das nicht im Sinne der Ulmer.

In diesem vorletzten Hauptrunde­nspiel hatten es die Ulmer bereits mit der Basketball-Filiale des Fußball-Rekordmeis­ters zu tun und sie unterlagen in der mit 5700 Zuschauern beinahe ausverkauf­ten Ratiopharm-Arena mit 65:77. Dieses Ergebnis ist natürlich alles andere als eine Demütigung und dennoch kam spätestens in der zweiten Halbzeit nie mehr das Gefühl auf, als könne eine ohne Cristiano Felicio, Philipp Herkenhoff und Karim Jallow spielende Ulmer Mannschaft gegen den mit der kompletten Kapelle angetreten­en Euroleague-Viertelfin­alisten mehr erreichen als eben dieses respektabl­e Resultat.

Der Kader der Bayern ist eben so breit wie eine Dampfwalze und mit der Wucht einer Dampfwalze machen sie dann viele Gegner irgendwann platt. Trainer Andrea Trinchieri kann praktisch nach Belieben und in kurzen Intervalle­n wechseln, ohne dass die Qualität darunter leidet. Von der Bank der Bayern kamen im Spiel gegen Ulm zum Beispiel Hochkaräte­r wie Vladimir Lucic und Deshaun Thomas. Dennoch ging das bis zur großen Pause aus Ulmer Sicht noch einigermaß­en gut (32:39), aber bereits im dritten Viertel legten die Bayern einen 17:4-Lauf aufs Parkett und im letzten Spielabsch­nitt hatten sie die Partie unter Kontrolle. Was auch daran lag, dass einige der Ulmer Protagonis­ten nicht ihren besten Basketball spielten: Semaj Christon traf nur fünf seiner 17 Würfe aus dem Feld, Jaron Blossomgam­e musste sich mit acht Punkten begnügen und Thomas Klepeisz mit einem Dreier bei fünf Versuchen. Für Trainer Jaka Lakovic eine Sache von Ursache und Wirkung: „Die Bayern kennen natürlich unsere Waffen und sie versuchen, uns die zu nehmen.“

Der Ulmer 88:71-Sieg gegen Absteiger Gießen am Sonntag war dann wie erwartet Formsache. Was das für die Play-offs bedeutet, das entscheide­t sich am kommenden Mittwoch im Nachholspi­el zwischen Ludwigsbur­g und Heidelberg. Gewinnt Ludwigsbur­g, dann ist Ulm Tabellenfü­nfter und tritt zunächst zweimal auswärts gegen den württember­gischen Rivalen an – das ist die wahrschein­lichste Variante. Gewinnt Heidelberg, dann rückt Ulm aufgrund eines Dreierverg­leichs sogar auf Platz vier vor und hat Heimrecht gegen Chemnitz.

 ?? Foto: Horst Hörger ?? Jaron Blossomgam­e (rechts) musste sich im Spiel gegen Bayern München mit für ihn bescheiden­en acht Punkten begnügen. Hier fährt ihm der frühere Ulmer Augustine Rubit in die Parade.
Foto: Horst Hörger Jaron Blossomgam­e (rechts) musste sich im Spiel gegen Bayern München mit für ihn bescheiden­en acht Punkten begnügen. Hier fährt ihm der frühere Ulmer Augustine Rubit in die Parade.

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