Neu-Ulmer Zeitung

Eine Niederlage, die Mut macht

- VON STEFAN KÜMMRITZ

Turnen Aufsteiger TSV Pfuhl zieht sich gegen den deutschen Meister achtbar aus der Affäre.

Pfuhl An einen Sieg des TSV Pfuhl im Bundesliga-Wettkampf der Turner gegen den amtierende­n deutschen Meister TuS Vinnhorst aus Hannover hatte ohnehin niemand geglaubt. Aber der Aufsteiger zog sich gegen den insgesamt übermächti­gen Gegner mit 20:54 Punkten sehr achtbar aus der Affäre und holte sich die Wertung am Reck sogar mit 10:2. Die Punkte für den Klassenerh­alt muss das Team von Trainer Rolandas Zaksauskas gegen andere Mannschaft­en holen, zum Beispiel gegen den StTV Singen (zum Auftakt 20:45 beim TV Schwäbisch Gmünd-Wetzgau, vielleicht auch gegen die TG Saar (25:57 in Cottbus) oder den Siegerländ­er TV (21:51 in Straubenha­rdt).

Die Gäste traten mit einer ganz starken Aufstellun­g im Pfuhler Trainingsz­entrum an. Mit dabei war zum Beispiel Lukas Dauser, der Silbermeda­illengewin­ner in Rio am Barren, der elegant und sicher turnende Spanier Thierno Diallo, das bärenstark­e italienisc­he Muskelpake­t Andrea Cingolani und Nationaltu­rner Philipp Herder. Die Gastgeber hatten mit dem Österreich­er Alexander Benda nur einen Ausländer im Team, ansonsten turnten die eigenen Leute und hielten teilweise gut mit.

Der Wettkampf begann für den TSV gut und endete sehr gut. Zu Beginn legte Pfuhl am Boden aufgrund der Erfolge von Alexander Kunz gegen Philipp Herder und von Alexander Benda gegen Nils Dunkel mit 3:0 vor, doch dann war es vorbei mit der Herrlichke­it. Thierno Diallo war gegen den guten Florian Reindl letztlich ebenso überlegen (3:0) wie der Vietnamese mit deutschem Pass, Viet Thao Hoang, gegen Sven Wolfgang (5:0). Am Seitpferd, dem Pfuhler Problemger­ät, setzte sich Vinnhorst mit 10:3 Punkten durch, wobei Leo Meier gegen Lukas Dauser beim 0:3 gar nicht schlecht aussah. Und Linus Mikschl bezwang sogar Mika-Tom Säfken mit 3:0. An den Ringen lief für den TSV wenig. Julian Hechelmann (0:5 gegen Hoang), Alexander Kunz (0:3 gegen Säfken), Linus Mikschl (0:4 gegen Andrea Cingolani) und Timo Rister (0:4 gegen Nils Dunkel) waren chancenlos.

Nach der Pause – bei Halbzeit stand es 6:34 – folgte der Sprung, ein Gerät, an dem Pfuhl Stärken hat. Alexander Benda und vor allem Alexander Kunz mit einem Überschlag mit Doppelsalt­o zum Stand sammelten zusammen vier Punkte und überließen hier dem Gegner nur einen knappen 5:4-Sieg. Anders am Barren, an dem Pfuhl klar mit 0:13 unterlag, wobei Kunz immerhin ein 0:0 gegen Nils Dunkel gelang. Am Reck schließlic­h zog nur Mikschl mit 0:2 gegen Diallo den Kürzeren, Benda (3:0 gegen Dunkel), Reindl (5:0 gegen Säfken) und Kunz (2:0 gegen Dauser) sorgten für ein aus Sicht des TSV überragend­es Ende. Die Pfuhler setzten acht Turner ein, für die Punkte sorgten Benda (7), Kunz, Reindl (jeweils 5) und Mikschl (3). Bester Vinnhorste­r war Thiallo mit zwölf Punkten.

 ?? Foto: Stefan Kümmritz ?? Pfuhls Trainer Rolandas Zaksauskas (rechts) beglückwün­scht Alexander Kunz nach dessen toller Reckübung.
Foto: Stefan Kümmritz Pfuhls Trainer Rolandas Zaksauskas (rechts) beglückwün­scht Alexander Kunz nach dessen toller Reckübung.

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