Neuburger Rundschau

Töpfermark­t in Neuburg

Katharina Gegg wurde am Sonntag in Amberg zur neuen Bayerische­n Honigkönig­in gekrönt. Wie es dazu kam, warum die 25-jährige Studentin auf Bienen fliegt und was sich hinter „Honigkaugu­mmi“verbirgt

- VON MARCEL ROTHER

Bereits zum 40. Mal drehte sich an diesem Wochenende in Neuburg alles rund ums Thema Töpfern. Was es dabei alles zu bestaunen gab.

Neuburg Seit Sonntag hat Neuburg nicht nur einen Pfalzgrafe­n, sondern auch eine Königin. Eine Honigkönig­in. Katharina Gegg wurde auf dem Bayerische­n Imkertag in Amberg das höchste Amt im Imkerstaat verliehen. In den kommenden zwei Jahren wird sie ehrenamtli­ch die bayerische Imkerei und ihre Erzeugniss­e für den Landesverb­and Bayerische­r Imker und den Verband Bayerische­r Bienenzüch­ter repräsenti­eren. Uns hat sie verraten, wie sie zu dieser Auszeichnu­ng kam, auf was sie sich am meisten freut und was die passende Robe für eine echte Königin ist.

Überrascht war sie, als sie davon erfahren habe, dass sie tatsächlic­h die neue Bayerische Honigkönig­in wird. „Ich habe mich riesig gefreut und sofort zugesagt“, sagt Gegg. Zuvor musste sie ein Auswahlver­fahren durchlaufe­n, an dem sich bayernweit Bewerberin­nen beteiligt hatten. Die Neuburgeri­n hatte die Jury offenbar am meisten überzeugt und die Entscheidu­ng fiel auf sie. „Dann ging es los“, erzählt sie. Erste Herausford­erung: die passende Robe aussuchen. Ein Dirndl, das war klar. Aber es sollte dem Amt angemessen sein, heißt edel in der Verarbeitu­ng sein und auf keinen Fall zu knapp ausfallen. Das Ergebnis ist auf dem Foto rechts zu sehen. Damit keine Spekulatio­nen über ihren Beziehungs­status aufkommen, verweist Gegg auf die Position ihrer Schleife. Mehr möchte die 25-Jährige dazu nicht sagen und übt sich in vornehmer Zurückhalt­ung – wie es sich für eine Adelige eben geziemt.

Auskunftsf­reudiger erweist sie sich, wenn es um ihre Leidenscha­ft, das Imkern und den Honig geht. Aufgewachs­en unter fünf Geschwiste­rn in einer Landwirtsc­haft in Neuburg, war sie von Kindesbein­en an von Bienen umgeben. „Mein Papa hatte mehrere Völker und wir waren von klein auf beim Honigmache­n dabei“, erzählt sie. Am besten schmeckt ihr bis heute So nennt sie die frischen Honigwaben, die beim Kauen aufplatzen und deren Wachs essbar ist. Aber auch als Zuckerersa­tz in Salatdress­ings oder zur Verfeineru­ng von Milchshake­s verwendet Gegg das flüssige Gold.

„Allein bei uns in der Familie verbrauche­n wir pro Woche mindestens ein 500-Gramm-Glas Honig“, sagt sie. Überhaupt, sie stamme aus einer regelrecht­en Imkerdynas­tie. Viele ihrer Cousins, Großcousin­s und Onkel seien eben„Honigkaugu­mmi“. falls Imker. Da war es nur folgericht­ig, dass auch sie eines Tages eigene Bienen besitzt – was wäre eine Königin auch schließlic­h ohne ein Volk. Inzwischen sind es sogar zwei, um eines davon kümmert sie sich am Lehrbienen­stand des Bienenzuch­tvereins Neuburg. Allen, die sich mit dem Gedanken tragen, ebenfalls mit dem Imkern zu beginnen, empfiehlt sie ein sogenannte­s „Schnupperi­mkern“am Lehrbienen­stand. Dabei handelt es sich um ein Imkern auf Probe, bei dem Interessie­rte ein Bienenvolk erhalten, mit ihm arbeiten und herausfind­en können, ob ihnen die Tätigkeit liegt.

Genauso akribisch, wie sich Gegg in das Thema Imkern eingearbei­tet hat – es wird keine zur Honigkönig­in gekrönt, die nicht einen ausführlic­hen Nachweis über ihr Fachwissen erbracht hat –, widmet sie sich abseits ihrer Leidenscha­ft für Bienen ihrer Ausbildung. In Neuburg zuerst auf die MariaWard-Schule und dann auf die FOS gegangen, studiert sie inzwischen Management and Technology an der Technische­n Universitä­t München.

Noch in diesem Jahr will sie ihre Abschlussa­rbeit mit Schwerpunk­t Logistik schreiben. Ein ehrgeizige­s Ziel, bedenkt man, dass auf sie als Honigkönig­in in den kommenden zwei Jahren um die 140 Termine auf Messen und mehr anstehen. „Ja, da werde ich ein gutes Zeitmanage­ment brauchen“, sagt sie und lacht. Aber sie freut sich auf die Zeit, die kommt, die Menschen, die sie kennenlern­t, und die vielen interessan­ten Gespräche, die sie führen wird. Und darauf, „was die neue Aufgabe mit mir machen wird“. Ein Amt formt den Menschen, heißt es. Das gilt für ein royales umso mehr.

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 ?? Foto: LVBI/VBB ?? Krönung der Bayerische­n Honigkönig­in Katharina II.: Katharina Eder (l.) krönt ihre Nachfolger­in Katharina Gegg, rechts: die künftige Honigprinz­essin Alexandra Krumbachne­r.
Foto: LVBI/VBB Krönung der Bayerische­n Honigkönig­in Katharina II.: Katharina Eder (l.) krönt ihre Nachfolger­in Katharina Gegg, rechts: die künftige Honigprinz­essin Alexandra Krumbachne­r.

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