CSU und SPD vor mas­si­ven Ver­lus­ten

End­spurt im Bay­ern-Wahl­kampf / Sö­der hält Grü­ne für nicht ko­ali­ti­ons­fä­hig

Neue Osnabrucker Zeitung - Bad Laer, Bad Rothenfelde, Dissen, G - - VORDERSEITE - Von To­bi­as Schmidt

Kurz vor der Land­tags­wahl in Bay­ern herrscht auch Hoch­span­nung für Bun­des­kanz­le­rin Mer­kel und das po­li­ti­sche Ber­lin. Mas­si­ve Ver­lus­te für die CSU zeich­nen sich ab, der Bay­ern-SPD droht ein ein­stel­li­ges Er­geb­nis.

BER­LIN

„Ich weiß, dass wir in nicht ganz ein­fa­chen Zei­ten le­ben. Und an­sons­ten war­te ich auf das Er­geb­nis“, sag­te Bun­des­kanz­le­rin An­ge­la Mer­kel (CDU) ges­tern in Ber­lin. Den Um­fra­gen zu­fol­ge droht der Schwes­ter­par­tei der CDU ein Ver­lust ih­rer ab­so­lu­ten Mehr­heit. Die Bay­ern-SPD könn­te gar auf Platz vier hin­ter CSU, Grü­nen und AfD rut­schen. Auf die Fra­ge, ob sie durch die CSU-Ver­lus­te In­sta­bi­li­tät im Frei­staat und Kon­se­quen­zen für Ber­lin fürch­te, wich die Re­gie­rungs­che­fin ges­tern aus: „Zu Sonn­tag kann ich nur sa­gen, dass ich mir na­tür­lich ein gu­tes Er­geb­nis für die CSU wün­sche“, sag­te Mer­kel.

Bun­des­tags­prä­si­dent Wolf­gang Schäu­b­le (CDU) rech­net nach der Bay­ern­wahl noch nicht mit ei­ner neu­en De­bat­te über das An­se­hen

der Kanz­le­rin. Erst nach der Hes­sen­wahl zwei Wo­chen spä­ter wer­de es „ver­mut­lich auch Dis­kus­sio­nen ge­ben“, so Schäu­b­le ges­tern im Süd­west­rund­funk. Der Bun­des­tags­prä­si­dent gab zu be­den­ken, dass Mer­kel „nicht mehr so un­be­strit­ten“sei, „wie sie über drei Le­gis­la­tur­pe­ri­oden oder über zwei­ein­halb Le­gis­la­tur­pe­ri­oden ge­we­sen ist“. Die lan­ge Re­gie­rungs­zeit der Uni­on zei­ti­ge „Er­mü­dungs­ef­fek­te“,

sag­te er der ita­lie­ni­schen Zei­tung „Re­pubb­li­ca“.

Zum Wahl­kampf-Ab­schluss ver­such­ten Christ­so­zia­le und So­zi­al­de­mo­kra­ten in Bay­ern, mit letz­ten Groß­ver­an­stal­tun­gen die vie­len noch un­ent­schie­de­nen Wäh­ler zu mo­bi­li­sie­ren. Mi­nis­ter­prä­si­dent Mar­kus Sö­der (CSU) trat am Abend ge­mein­sam mit Par­tei­chef Horst See­ho­fer und Ös­ter­reichs kon­ser­va­ti­vem Kanz­ler Se­bas­ti­an Kurz in ei­nem Mün­che­ner Brau­haus auf. SPDSpit­zen­kan­di­da­tin Na­ta­scha Koh­nen und SPD-Par­tei­che­fin Andrea Nah­les war­ben in Schwein­furt noch ein­mal ge­mein­sam um Ver­trau­en.

Let­zen Um­fra­gen zu­fol­ge kann die CSU mit 33 bis 35 Pro­zent rech­nen, da­mit wä­re die ab­so­lu­te Mehr­heit ver­fehlt, und die Christ­so­zia­len müss­ten sich ei­nen Ko­ali­ti­ons­part­ner su­chen. FDP und Link­s­par­tei müs­sen um den Ein­zug in den Land­tag ban­gen. Er­rei­chen die Li­be­ra­len mehr als fünf Pro­zent, gilt ei­ne Ko­ali­ti­on von CSU, FDP und Frei­en Wäh­lern als wahr­schein­lichs­te Op­ti­on. Die Wäh­ler prä­fe­rie­ren in­des ein schwarz-grü­nes Bünd­nis. Da­zu äu­ßer­te sich Sö­der kri­tisch: Das Pro­gramm der Grü­nen sei „in der Form nicht ko­ali­ti­ons­fä­hig“, sag­te er im ZDF-„Mor­gen­ma­ga­zin“. Beim CSU-Kern­the­ma in­ne­re Si­cher­heit wol­le die Öko­par­tei al­le CSU-Be­schlüs­se zu­rück­dre­hen.

Die Grü­nen lie­gen in Um­fra­gen bei knapp un­ter 20 Pro­zent. Das ZDF-Po­lit­ba­ro­me­ter vom Don­ners­tag­abend sieht die SPD bei zwölf, die Frei­en Wäh­ler und die AfD bei zehn Pro­zent. In an­de­ren Um­fra­gen lie­gen AfD und Freie Wäh­ler vor den So­zi­al­de­mo­kra­ten. De­ren Spit­zen­kan­di­da­tin Koh­nen mach­te aber­mals die Bun­des­par­tei für die schlech­ten Wer­te in Bay­ern ver­ant­wort­lich. „Die SPD be­fin­det sich in ei­ner sehr schwie­ri­gen Pha­se. Wir brau­chen wie­der ei­ne Po­li­tik der kla­ren Hal­tung“, kri­ti­sier­te Nah­les.

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