Zu vie­le Kei­me im Kli­nik-Es­sen?

Neue Osnabrucker Zeitung - Bad Laer, Bad Rothenfelde, Dissen, G - - VORDERSEITE - KNA

BER­LIN

Kei­me im Es­sen: Nach Mei­nung des Bun­des­am­tes für Ver­brau­cher­schutz und Le­bens­mit­tel­si­cher­heit (BVL) set­zen zu vie­le deut­sche Kli­ni­ken und Hei­me Pa­ti­en­ten un­nö­ti­gen Ge­sund­heits­ri­si­ken aus.

BER­LIN

Der AOK-Bun­des­ver­band wirft der Gro­ßen Ko­ali­ti­on und den Bun­des­län­dern feh­len­den Wil­len zur Durch­set­zung bes­se­rer Qua­li­tät in den deut­schen Kran­ken­häu­sern vor. In der deut­schen Kli­ni­k­land­schaft ge­be es zahl­rei­che Män­gel. „Der fes­te Wil­le zu ei­ner Ver­bes­se­rung der Ver­sor­gungs­qua­li­tät ist in der ak­tu­el­len Kran­ken­haus-Ge­setz­ge­bung der Gro­ßen Ko­ali­ti­on, aber auch in der Kran­ken­haus­pla­nung der Bun­des­län­der nicht mehr er­kenn­bar“, sag­te der Vor­stands­vor­sit­zen­de des Kas­sen­ver­ban­des, Mar­tin Litsch, ges­tern in Ber­lin. Die Län­der könn­ten „die Be­hand­lung der Pa­ti­en­ten schnell durch ent­spre­chen­de Vor­ga­ben für ih­re Kli­ni­ken ver­bes­sern“, so Litsch wei­ter.

Ge­le­gen­heits­chir­ur­gie

Ei­ne ak­tu­el­le Qua­li­täts­stu­die zei­ge un­ter an­de­rem De­fi­zi­te bei der Ver­sor­gung von Früh­ge­bo­re­nen. In die­sem Be­reich sei den Kran­ken­häu­sern ei­ne „viel zu ge­rin­ge Min­dest­men­ge von 14 Fäl­len pro Jahr“ge­setzt. Die Ana­ly­se von AOK-Abrech­nungs­da­ten zei­ge, dass Früh­ge­bo­re­ne mit ei­nem Ge­burts­ge­wicht un­ter 1500 Gramm ei­ne schlech­te­re Über­le­bens­chan­ce hät­ten, wenn sie in Kli­ni­ken ver­sorgt wür­den, die we­ni­ger als 34 Fäl­le pro Jahr vor­wei­sen könn­ten.

Ein Dau­er­the­ma sei auch die „Ge­le­gen­heits­chir­ur­gie“bei Krebs. „Zu vie­le Kli­ni­ken mit ge­rin­ger Er­fah­rung wa­gen sich an kom­ple­xe The­ra­pi­en und ge­fähr­den da­mit die Pa­ti­en­ten­si­cher­heit“, sag­te Litsch. Ein Vier­tel der

781 be­han­deln­den Kli­ni­ken hat laut der Un­ter­su­chung

2016 ma­xi­mal acht Brust­krebs-Ope­ra­tio­nen durch­ge­führt. Ein wei­te­res Vier­tel führ­te im Mit­tel 26 Ope­ra­tio­nen durch, was et­wa ei­nen Ein­griff al­le zwei Wo­chen be­deu­tet. Auch bei Herz­klap­pen-Ope­ra­tio­nen lie­ße sich die Qua­li­tät mit stär­ker zen­tra­li­sier­ten Struk­tu­ren ver­bes­sern, hieß es.

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