War­um Par­tei­en so wich­tig sind

Neue Osnabrucker Zeitung - Bad Laer, Bad Rothenfelde, Dissen, G - - POLITIK - Von Kat­ha­ri­na Rit­zer k.rit­[email protected]

Mit Re­vo­lu­ti­on kennt sich wohl kaum ein Land bes­ser aus als Frank­reich. So glich die Wahl Em­ma­nu­el Ma­crons im Mai 2017 zum Prä­si­den­ten ei­ner po­li­ti­schen Re­vo­lu­ti­on, hat­te der doch das Sys­tem der eta­blier­ten Par­tei­en mit sei­ner au­ßer­par­la­men­ta­ri­schen Be­we­gung „En Mar­che“förm­lich zer­legt. Nun muss sich der jun­ge Prä­si­dent selbst mit der Re­vol­te der Gelb­wes­ten ge­gen ihn her­um­schla­gen und er­lebt, dass auch weit­rei­chen­de Zu­ge­ständ­nis­se die Wo­gen nicht glät­ten kön­nen.

Ma­crons Pro­blem: Bei den Gelb­wes­ten gibt es kei­ne kla­ren An­füh­rer und so­mit auch kei­ne Ge­sprächs­part­ner für ihn, mit de­nen er Kom­pro­mis­se aus­han­deln könn­te. Und so wird jetzt sein Tri­umph zum Fluch, weil es in Frank­reich kei­ne sta­bi­len Par­tei­en mehr gibt.

Was heißt das für die an­de­ren De­mo­kra­ti­en in Eu­ro­pa? Je­des Ge­mein­we­sen tut gut dar­an, ei­ne viel­fäl­ti­ge Par­tei­en­land­schaft zu pfle­gen. Denn die­se oft ge­schol­te­nen Par­tei­en sind es, die den Bür­gern die Mög­lich­keit zur po­li­ti­schen Teil­ha­be, zu Pro­tes­ten oder auch zu Macht­wech­seln ge­ben, oh­ne dass es gleich brennt auf den Stra­ßen. Man kann es al­so nicht oft ge­nug sa­gen: Die Par­tei­en sind das Rück­grat ei­ner funk­tio­nie­ren­den De­mo­kra­tie. Und das gilt in Deutschland vom Orts­rat bis zum Bun­des­tag.

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