Ori­en­tie­rung im Po­li­cen-Dschun­gel

Vor al­lem drei Ver­si­che­run­gen sind es­sen­zi­ell – nicht nur für Fa­mi­li­en

Neue Osnabrucker Zeitung - Bad Laer, Bad Rothenfelde, Dissen, G - - VORDERSEIT­E - Von Anet­te Jä­ger und Fritz Him­mel

Ge­gen je­de Even­tua­li­tät und Not­la­ge ge­wapp­net – das sol­len Ver­si­che­run­gen leis­ten. Doch wel­che der vie­len an­ge­bo­te­nen Po­li­cen braucht es wirk­lich, und wor­auf soll­ten zum Bei­spiel Fa­mi­li­en bei der Aus­wahl und dem Ab­schluss sol­cher Ta­ri­fe ach­ten?

SCHONDORF Fa­mi­li­en ha­ben ei­nen im­men­sen Fi­nanz­be­darf. Die Ab­si­che­rung des Ein­kom­mens ge­gen Ri­si­ken wie Krank­heit, Un­fall oder Tod ist des­halb es­sen­zi­ell. Ne­ben der Kran­ken­ver­si­che­rung sind da­bei drei Ver­si­che­run­gen be­son­ders wich­tig:

Be­rufs­un­fä­hig­keits­ver­si­che­rung: Ei­ne Po­li­ce ist ein es­sen­zi­el­ler Baustein in der Vor­sor­ge für al­le, die auf ihr Ein­kom­men an­ge­wie­sen sind, um ih­ren Le­bens­un­ter­halt zu be­strei­ten. Ent­schei­dend ist, dass die ver­ein­bar­te Ren­ten­hö­he aus­rei­chend hoch ist. „Als Faust­re­gel gilt: 70 bis 80 Pro­zent des Net­to­ein­kom­mens soll­te man ab­si­chern, Ein­künf­te aus an­de­ren Qu­el­len wie Ka­pi­tal­ver­mö­gen oder Ver­mie­tung und Ver­pach­tung kann man ein­rech­nen“, sagt Ver­si­che­rungs­be­ra­ter Ste­fan Al­bers aus Mon­ta­baur. Die Lauf­zeit soll­te un­be­dingt bis zum Ren­ten­al­ter ge­hen, rät er.

Bei­trä­ge: Ein Blick auf die Bei­trags­struk­tur lohnt sich: Bei der Be­rufs­un­fä­hig­keits­ver­si­che­rung wer­den Zahl­bei­trag (Net­to­be­trag) und Ta­rif­bei­trag (Brut­to­be­trag) aus­ge­wie­sen. Der Ta­rif­bei­trag weist den Ma­xi­mal­bei­trag aus, den der Ver­si­che­rungs­neh­mer zu zah­len hat. Da bei den meis­ten Ver­trä­gen je­doch Über­schüs­se di­rekt mit der Bei­trags­zah­lung ver­rech­net wer­den, zahlt der Kun­de nur den güns­ti­ge­ren Zahl­bei­trag. Er­wirt­schaf­tet das Un­ter­neh­men nur ge­rin­ge Über­schüs­se, kann der Zahl­bei­trag über die Lauf­zeit hin­weg je­doch stei­gen, ma­xi­mal bis zum Ta­rif­bei­trag. „Die Dif­fe­renz zwi­schen bei­den Bei­trä­gen soll­te mög­lichst

ge­ring sein“, sagt Al­bers. Zu den Un­ter­neh­men, die ein gu­tes Brut­to-Net­to-Ver­hält­nis auf­zei­gen, ge­hö­ren un­ter an­de­rem die Han­no­ver­sche, die Al­li­anz, die Dia­log oder die Nürn­ber­ger. Nur we­ni­ge Un­ter­neh­men bie­ten ei­nen Fest­be­trag über die ge­sam­te Lauf­zeit an, da­zu ge­hört die Ca­na­da Li­fe. Al­ler­dings soll­ten

sich Ver­si­che­rungs­neh­mer nicht nur vom Bei­trag lo­cken las­sen, wich­ti­ger sind gu­te Leis­tun­gen. So soll­te die Ren­te bei­spiels­wei­se be­reits flie­ßen, wenn der Ver­si­cher­te vor­aus­sicht­lich sechs Mo­na­te be­rufs­un­fä­hig sein wird.

Ri­si­ko­le­bens­ver­si­che­rung:

Bei­de El­tern­tei­le be­nö­ti­gen

ei­ne Ri­si­ko­le­bens­ver­si­che­rung, die je­weils den Tod des Part­ners fi­nan­zi­ell ab­si­chert. Ein Paar mit zwei klei­nen Kin­dern soll­te pro Po­li­ce rund 450000 Eu­ro ab­si­chern. Al­bers rät zu „Über­kreuz-Ver­si­che­run­gen“, um Erb­schaft­steu­er zu um­ge­hen: Der­je­ni­ge, der fi­nan­zi­ell ab­ge­si­chert wer­den soll, wird der Ver­si­che­rungs­neh­mer,

der­je­ni­ge, des­sen To­des­fall­ri­si­ko ver­si­chert wer­den soll, wird die ver­si­cher­te Per­son. Müs­sen auch Kre­dit­til­gun­gen ei­ner Im­mo­bi­lie ab­ge­si­chert wer­den, rät Al­bers zu ei­ner zwei­ten Po­li­ce, de­ren Ver­si­che­rungs­sum­me über die Lauf- zeit hin­weg sinkt, je mehr vom Kre­dit ge­tilgt ist. Auch hier wird zwi­schen Zahl- und Ta­rif­bei­trag un­ter­schie­den. Ei­ne Po­li­ce, die rund ei­ne hal­be Mil­li­on Eu­ro ab­si­chert, kos­tet ab 25 bis 30 Eu­ro im Mo­nat, zum Bei­spiel bei Cos­mos Di­rekt und Eu­ro­pa. Die De­la bie­tet mit 28 Eu­ro ei­nen fes­ten Bei­trags­satz über die ge­sam­te Lauf­zeit an.

Pri­va­te Haft­pflicht­ver­si­che­rung: Ei­ne pri­va­te Haft­pflicht­ver­si­che­rung ist für je­den es­sen­zi­ell, nicht nur für Fa­mi­li­en. Sie deckt Schä­den, die man an­de­ren aus Ver­se­hen zu­fügt – für die­se haf­tet man mit sei­nem ge­sam­ten Ver­mö­gen. Auch bei die­sen Ver­si­che­run­gen ist die De­ckungs­sum­me ent­schei­dend. Als Mi­ni­mum gilt heut­zu­ta­ge ei­ne Sum­me von 15 Mil­lio­nen Eu­ro, Al­bers rät so­gar zu 50 Mil­lio­nen Eu­ro oder mehr. Fa­mi­li­en soll­ten auf spe­zi­fi­sche Leis­tungs­de­tails ach­ten: Schä­den de­likt­un­fä­hi­ger Kin­der, In­ter­net­nut­zung, Teil­nah­me an Sport­wett­be­wer­ben, Droh­nen­flug oder die De­ckung von Be­rufs­prak­ti­ka der Kin­der kön­nen in­ter­es­san­te Ex­tras sein. Ei­ne Fa­mi­li­en­po­li­ce mit ei­nem gro­ßem Leis­tungs­um­fang kos­tet die Ver­si­che­rungs­neh­mer da­bei rund 80 Eu­ro im Jahr.

Fo­to: ima­go images/St­ei­n­ach

Bei Be­rufs­un­fä­hig­keits­ver­si­che­run­gen soll­ten ne­ben dem Be­trag vor al­lem die Leis­tun­gen der Po­li­ce im Blick be­hal­ten wer­den.

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