Mit Lie­dern christ­li­che Bot­schaft ver­mit­teln

Wal­len­hors­ter „Wel­len­bre­cher“sind seit 30 Jah­ren als Kir­chen­band un­ter­wegs

Neue Osnabrucker Zeitung - Bissendorf, Belm - - REGION - Von Chris­ti­na Hal­bach Fo­to: Hal­bach

Sie sind die Band zum Buch: „Wel­len­bre­cher“lau­tet der Ti­tel ei­ner Sammlung von neu­en geist­li­chen Lie­dern. Ein Gen­re, mit dem die Band nun seit über 30 Jah­ren Got­tes­diens­te in der Re­gi­on ge­stal­tet. Mit frem­den und selbst kom­po­nier­ten Lie­dern wol­len sie die christ­li­che Bot­schaft ver­mit­teln und zum Mit­sin­gen an­re­gen.

WAL­LEN­HORST „Lasst uns hin­aus­ge­hen in ein an­de­res Land, lasst uns hin­aus­ge­hen“, sin­gen die Wel­len­bre­cher zum Ab­schluss ei­ner Mes­se in der St.-Jo­han­nes­Kir­che in Rul­le, die die Band an ei­nem Sonn­tag be­glei­tet hat: Es ist ein Lied, das vom Auf­bruch und Men­schen er­zählt, die nicht nur Re­den hal­ten und be­reit sind, bei sich selbst an­zu­fan­gen.

Ge­gen ein­ge­fah­re­ne Si­tua­tio­nen und al­te Tra­di­tio­nen in ei­ge­ner Initia­ti­ve et­was zu un­ter­neh­men ist das we­sent­li­che The­ma der neu­en geist­li­chen Mu­sik, sagt Lei­ter Adal­bert Weg­mann. Der mitt­ler­wei­le pen­sio­nier­te Leh­rer aus Hol­la­ge hat vor mehr als 30 Jah­ren die Band ins Le­ben ge­ru­fen. Ent­stan­den ist die Grup­pe aus ei­nem Buch, das Weg­mann in den 80er-Jah­ren zu­sam­men mit an­de­ren ge­schrie­ben hat: „Dar­in soll­te neu­es, geistliches Lied­gut in Schu­len und Ge­mein­den be­kannt ge­macht wer­den, wie man es singt und da­mit um­ge­hen kann“, er­läu­tert der Päd­ago­ge. Seit den 70er-Jah­ren hal­ten Lie­der Ein­zug in die Got­tes­diens­te der ka­tho­li­schen und evan­ge­li­schen Kir­chen, sor­gen mit Stim­me und In­stru­ment für den „Wel­len­bre­cher“-Sound: (hin­ten, von links) Cars­ten Os­ter­mann, Jens Bos­se, Ni­na Te­ge­ler, Chris­toph Höl­scher, (Mit­te, von links) Jen­ni­fer Schwar­tins­ky, Hei­ke Buß, Ju­lia Hen­ning, (vor­ne, von links) Kat­ha­ri­na Mey­er und Adal­bert Weg­mann.

sind mitt­ler­wei­le in die Ge­s­ang­bü­cher auf­ge­nom­men. Kir­chen­lie­der wie „Von gu­ten Mäch­ten“oder „Wenn das Brot, das wir tei­len“sind be­kann­te Ver­tre­ter die­ses Gen­res, das mit ein­gän­gi­gen Me­lo­di­en und ver­ständ­li­chen Tex­ten die Got­tes­dienst­be­su­cher

zum Mit­sin­gen ein­lädt. An­ge­sichts lee­rer Kir­chen­bän­ke ei­ne rich­ti­ge und auch er­folg­ver­spre­chen­de Ent­wick­lung, meint Weg­mann: „Man muss an­de­re We­ge ge­hen, und die Geist­li­chen sind mit­un­ter über­rascht, dass ih­re Kir­chen voll sind.“

So ist mit Gleich­ge­sinn­ten sei­ner­zeit aus ei­nem Buch ei­ne Band ent­stan­den, die sich schnell ei­nen Na­men in der Re­gi­on ge­macht hat. Sie spie­len in Got­tes­diens­ten, Ge­mein­de­fes­ten, zur Erst­kom­mu­ni­on, Hoch­zei­ten oder an­de­ren Ver­an­stal­tun­gen in und rund um Os­na­brück, aber auch bun­des­weit. In Ver­bin­dung mit Ur­laubs­rei­sen

sind sie so­gar in Kir­chen in Rom und Brüs­sel auf­ge­tre­ten und tun das, bis auf ei­ne Auf­wands­ent­schä­di­gung et­wa für Fahrt­kos­ten, stets eh­ren­amt­lich. Ihr reich­hal­ti­ges Re­per­toire um­fasst ne­ben neu­en geist­li­chen Lie­dern auch Pop­songs wie et­wa „Über sie­ben Brü­cken musst du ge­hen“oder „Chö­re“von Marc Fos­ter. Auch zwei CDs mit frem­den und auch selbst kom­po­nier­ten Songs ha­ben die „Wel­len­bre­cher“in ih­rer 30-jäh­ri­gen Ge­schich­te auf­ge­nom­men.

Der 66-jäh­ri­ge Weg­mann ist mitt­ler­wei­le das ein­zi­ge noch ak­ti­ve Grün­dungs­mit­glied. Die heu­ti­ge Be­set­zung

der „Wel­len­bre­cher“ist ei­ne kom­plett an­de­re als vor 30 Jah­ren. Was sie eint, ist ihr Glau­be: „Wenn man kei­nen Be­zug zur Re­li­gi­on hat, kann man die­se Mu­sik nicht ma­chen“, ist Bass-Gi­tar­rist Chris­toph Höl­scher über­zeugt. Wie sei­ne Band­kol­le­gen blickt er bei­spiels­wei­se auf ei­ne „Kar­rie­re“als Mess­die­ner zu­rück. Ge­nau­so wich­tig sei je­doch die Trup­pe: „Es muss men­sch­lich pas­sen“, be­stä­tigt Weg­mann, der neue Band­mit­glie­der stets über Mund-zu­Mund-Pro­pa­gan­da re­kru­tiert. Den um­ge­kehr­ten Weg, dass In­ter­es­sier­te Kon­takt mit der Band auf­neh­men,

hält Weg­mann für „lie­bens­wür­dig, aber nicht prak­ti­ka­bel“: Die „Wel­len­bre­cher“soll­ten ein In­stru­ment be­herr­schen und, wenn es die Zeit zu­lässt, auch mal ei­ne Ge­s­angs­stun­de neh­men. Dass der Grün­der das Pro­jekt Kir­chen­band durch­aus mit ei­nem ge­wis­sen An­spruch be­treibt, ist für Sän­ge­rin und Pia­nis­tin Jen­ni­fer Schwar­tins­ky kein Pro­blem: „Wenn wir nicht den Ehr­geiz hät­ten, das ver­nünf­tig rü­ber­zu­brin­gen, wä­re auch der Spaß nicht da.“

Zu Gast bei der Pro­be: Ein Vi­deo der Wel­len­bre­cher fin­den Sie auf noz.de/ha­gen

Neun Band­mit­glie­der

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