Spahns Zug

Neue Osnabrucker Zeitung - Lotte, Westerkappeln, Mettingen, Tecklenburg - - POLITIK - Von Henning Bae­th­ge

Von ih­rer S-Bahn sind die Ber­li­ner ei­ni­ges ge­wohnt – aber das ist neu: Um bei Ver­spä­tun­gen auf der viel be­fah­re­nen Ring­bahn­li­nie Zeit auf­zu­ho­len, sol­len un­pünkt­li­che Zü­ge künf­tig ein­fach an ei­ni­gen Sta­tio­nen oh­ne Halt durch­rau­schen. Wer aus­stei­gen will, hat Pech ge­habt, wer ein­stei­gen will, eben­falls.

Wie ein zu­rück­ge­las­se­ner Bahn­fah­rer könn­te sich bald auch Jens Spahn füh­len – der Ge­sund­heits­mi­nis­ter droht den Kar­rie­re­zug an die CDU-Spit­ze zu ver­pas­sen. Zu Be­ginn der par­la­men­ta­ri­schen Som­mer­pau­se spe­ku­liert man bei den Christ­de­mo­kra­ten, dass die von den Uni­ons­que­re­len an­ge­schla­ge­ne Kanz­le­rin An­ge­la Mer­kel den CDU-Vor­sitz schon im De­zem­ber auf dem Par­tei­tag in Ham­burg ab­gibt. Dann wä­re Ge­ne­ral­se­kre­tä­rin An­ne­gret Kramp-Kar­ren­bau­er kla­re Fa­vo­ri­tin für die Nach­fol­ge. Für den eben­falls auf den Pos­ten schie­len­den Spahn kä­me der Zeit­punkt zu früh – der Zug wä­re vor­bei­ge­rauscht.

Al­ler­dings kann er im­mer noch auf den nächs­ten Zug hof­fen, den Zug zur Kanz­ler­kan­di­da­tur. Er fährt vor­aus­sicht­lich ein, zwei Jah­re spä­ter, und zu­min­dest bei der Ring­bahn in Ber­lin sol­len nicht mehr als zwei Zü­ge nach­ein­an­der oh­ne Halt durch­fah­ren.

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