Ge­wach­se­ne Struk­tu­ren

Neue Osnabrucker Zeitung - Lotte, Westerkappeln, Mettingen, Tecklenburg - - WIRTSCHAFT - Von Stefanie Wit­te s.wit­te@noz.de

Nur 13,5 Pro­zent. So klein ist der An­teil der weib­li­chen Füh­rungs­kräf­te in kom­mu­na­len Un­ter­neh­men in West­deutsch­land. So we­ni­ge Frau­en sol­len fä­hig oder wil­lens sein, Top-Po­si­tio­nen ein­zu­neh­men? Wohl kaum!

Die Grün­de für die Schief­la­ge sind viel­fäl­tig. Da­bei gä­be es ge­ra­de im kom­mu­na­len Kon­text meh­re­re An­sät­ze, die­se trau­ri­ge Zahl zu er­hö­hen. Vie­les ist of­fen­bar ab­hän­gig vom po­li­ti­schen Wil­len. Da, wo Frau­en in Füh­rungs­po­si­tio­nen ex­pli­zit er­wünscht sind, stei­gen auch die Zah­len. Ein wei­te­rer Schritt ist die noch ak­ti­ve­re För­de­rung weib­li­cher Nach­wuchs­kräf­te.

Dar­über hin­aus hängt es häu­fig an der Fle­xi­bi­li­tät von Ar­beits­be­din­gun­gen. All­zu oft ori­en­tie­ren sich jun­ge, auf­stre­ben­de Frau­en nach dem ers­ten Kind be­ruf­lich um. Das liegt nicht un­be­dingt dar­an, dass sie an Füh­rungs­po­si­tio­nen kein In­ter­es­se mehr hät­ten. Grund ist häu­fig, dass Struk­tu­ren, die über Jahr­zehn­te ge­wach­sen und auf Män­ner zu­ge­schnit­ten sind, mit weib­li­chen Er­werbs­bio­gra­fi­en we­nig kom­pa­ti­bel sind. Hier ist Krea­ti­vi­tät ge­fragt.

Im­mer­hin: Selbst oh­ne Quo­te wird der An­teil weib­li­cher Füh­rungs­kräf­te wohl künf­tig stei­gen. Nach­fol­gen­de Ge­ne­ra­tio­nen wach­sen näm­lich zu­neh­mend mit ei­nem Bild glei­cher Be­rech­ti­gung und Be­fä­hi­gung auf. Das schlägt sich auch in der Ar­beits­welt nie­der.

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.