Ve­rän­de­rung, aber auch Ru­he

Neue Osnabrucker Zeitung - Wallenhorst - - POLITIK - Von Burk­hard Ewert [email protected]

Auf den letz­ten Me­tern wird die CDU-Spit­ze ner­vös. Schwer­ge­wich­te brin­gen sich in Stel­lung, Leicht­ge­wich­te eben­so. Die Schär­fe der Atta­cken nimmt zu. Heu­te wird sich ent­schei­den, wer der Par­tei als Nach­fol­ger von An­ge­la Mer­kel in der Zu­kunft Ve­rän­de­rung brin­gen soll, aber eben zu­gleich auch Ru­he. Auf­ga­be Num­mer eins wird lau­ten, die Ver­let­zun­gen aus den Wo­chen der Ri­va­li­tät um die Füh­rung zu hei­len. Der Wett­streit war weit­ge­hend fair. Spur­los ging er aber we­der an den Kan­di­da­ten noch der Par­tei vor­über.

Ei­ne wich­ti­ge Rol­le wird dem Ge­ne­ral­se­kre­tär zu­kom­men. Er wird neu be­stimmt wer­den, auch wenn die bis­he- ri­ge Amts­in­ha­be­rin An­ne­gret Kramp-Kar­ren­bau­er nicht Par­tei­che­fin wird. Als Vor­sit­zen­de dürf­te sie sich ei­nen kon­ser­va­ti­ven Mann an die Sei­te ho­len. Liegt Fried­rich Merz vor­ne, wä­re er gut be­ra­ten, ei­ne li­be­ra­le Frau zu be­ru­fen. Ost­deut­sche hät­ten gu­te Kar­ten. Über­ra­schun­gen sind nicht aus­ge­schlos­sen: Im­mer wie­der ist das Amt auch Be­wäh­rungs­po­si­ti­on für Hoff­nungs­trä­ger aus der zwei­ten Rei­he. An die­sem Frei­tag aber dürf­te dem Si­gnal der Ver­söh­nung mehr Be­deu­tung zu­kom­men, wo­bei auch das ein neu­es Ge­sicht nicht aus­schließt.

Auch Mer­kel wird da­zu bei­tra­gen müs­sen, die Per­son zu stär­ken, die ihr eben­falls als Kan­di­dat für die Kanz­ler­schaft nach­fol­gen dürf­te. Merz hat kla­re Schwä­chen er­ken­nen las­sen, sich im heu­ti­gen po­li­ti­schen Be­trieb zu ori­en­tie­ren. Aus Sicht der Be­völ­ke­rung kann ei­ne ge­wis­se Un­be­re­chen­bar­keit ein Vor­teil sein. Aus Sicht der Par­tei wirkt es auch ver­stö­rend. Um de­ren Ge­schlos­sen­heit zu wah­ren, müss­te Mer­kel sich ihm un­ter­ord­nen. Wie das wohl ge­län­ge?

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