Dür­fen Ar­beits­lo­se ein­fach Ur­laub ma­chen und ver­rei­sen?

Rei­sen müs­sen an­ge­mel­det wer­den

Neue Osnabrucker Zeitung - Wallenhorst - - JOB WELT - Dpa/tmn

LEIP­ZIG Ein­fach ins Au­to set­zen, los­fah­ren und für ein paar Ta­ge Ver­wand­te be­su­chen. Oder in das nächs­te Flug­zeug in Rich­tung Sü­den stei­gen. Für vie­le ist die­se Frei­heit selbst­ver­ständ­lich. Doch wie sieht es aus, wenn je­mand ar­beits­los ge­mel­det ist? Dür­fen Ar­beits­lo­se ein­fach ver­rei­sen, wenn ih­nen da­nach ist?

„Nein“, sagt Ro­land Gross, Fach­an­walt für Ar­beits­recht in Leip­zig und Mit­glied im Aus­schuss Ar­beits­recht des Deut­schen An­walt­ver­eins. „Ar­beits­lo­se müs­se sich im­mer bei der Ar­beits­agen­tur ab­mel­den, wenn sie Ur­laub pla­nen.“

Da­zu müs­sen Ar­beits­lo­se ei­ne so­ge­nann­ten Orts­ab­we­sen­heit be­an­tra­gen und von der Ar­beits­agen­tur ge­neh­mi­gen las­sen. Das funk­tio­niert te­le­fo­nisch oder on­li­ne. Wer sich vor­her die Zu­stim­mung der Ar­beits­agen­tur ein­holt, dem ste­hen bis zu drei Wo­chen Ur­laub pro Ka­len­der­jahr zu.

Es kann je­doch sein, dass die Ar­beits­agen­tur in der Zeit der ge­plan­ten Ab­we­sen­heit kurz­fris­tig ein pas­sen­des An­ge­bot oder Vor­stel­lungs­ge­spräch ver­mit­teln möch­te. Sol­che Ter­mi­ne dür­fen nicht ver­scho­ben wer­den, da der Ur­laub dann die Wie­der­ein­glie­de­rung in den Ar­beits­markt be­ein­träch­ti­gen wür­de. Die Agen­tur für Ar­beit kön­ne den Ur­laubs­wunsch in ei­nem sol­chen Fall al­so ab­leh­nen, so Gross.

Wer ver­reist, oh­ne den Ur­laub vor­her ge­neh­mi­gen zu las­sen, ris­kiert als Ar­beits­lo­ser Sank­tio­nen. „Die Agen­tur für Ar­beit hat hier ver­schie­de­ne Mög­lich­kei­ten, un­ter an­de­rem kann sie das Ar­beits­lo­sen­geld kür­zen“, er­klärt der Fach­an­walt. Ein­fach den nächs­ten Zug neh­men und für ein paar Ta­ge weg­fah­ren: Das geht für Ar­beits­lo­se nicht. Sie müs­sen sich vor ei­nem Ur­laub bei der Ar­beits­agen­tur ab­mel­den.

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