Deutsch­land im Links-, nicht Rechts­ruck

Neue Osnabrucker Zeitung - Wallenhorst - - VORDERSEIT­E - [email protected] Von Burk­hard Ewert

All­ge­mein wird be­haup­tet, es ge­be ei­nen Rechts­ruck in der deut­schen Ge­sell­schaft. So ein­fach stimmt das nicht. Statt­des­sen rü­cken die Par­tei­en in ih­rer Mehr­heit nach links. Jüngs­tes Bei­spiel ist die SPD.

Das fri­sche Füh­rungs­duo hat ei­nen kla­ren Kurs. Kost­pro­be Sas­kia Es­ken: „Wer ,So­zia­lis­mus‘ ne­ga­tiv ver­wen­det, hat halt ein­fach kei­ne Ah­nung.“Zu­vor war es die CDU, die sich mit Ho­mo-Ehe, Min­dest­lohn, Will­kom­mens­po­li­tik und an­de­ren Über­ra­schun­gen sehr be­weg­lich zeig­te. Wen wun­dert es da, dass die AfD je­ne an­zieht, die zwar nicht nach rechts drif­ten, eben­so we­nig aber nach links mit­rü­cken wol­len? Wäh­ler al­so, die blei­ben wol­len, wo sie sind.

Ob der Links­kurs der SPD das Rich­ti­ge für sie ist? Ein­stel­li­ge Er­geb­nis­se sind nicht aus­ge­schlos­sen, was der Blick in die Nach­bar­län­der zeigt. Die ein­zi­ge so­zi­al­de­mo­kra­ti­sche Par­tei, die Er­fol­ge fei­ert, fin­det sich in Dä­ne­mark. Im deut­schen Dis­kurs wür­de Re­gie­rungs­che­fin Met­te Fre­de­ri­ksen als Ras­sis­tin aber aus­ge­buht.

Wah­len wer­den in der Mit­te ge­won­nen, sag­te Ger­hard Schrö­der. Dort sind ers­tens die meis­ten Wäh­ler, dort nimmt man ih­re Stim­men zwei­tens ei­nem Kon­kur­ren­ten un­mit­tel­bar ab. Der Uni­on ge­lang das im Rin­gen mit der SPD. Aber bei wem wol­len die So­zi­al­de­mo­kra­ten im lin­ken Spek­trum ver­gleich­bar brei­ten Bo­den gut­ma­chen? Ak­tu­ell je­den­falls will die SPD die Mit­te nicht mehr. Es wä­re über­ra­schend, falls die Mit­te die SPD noch woll­te, und stramm links fin­den sich schlicht nur we­ni­ge Wäh­ler.

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