Bis­tum sucht wei­te­re Miss­brauchsop­fer

Neue Presse - - NACHRICHTE­N -

hil­des­heim. Nach dem Miss­brauchs­vor­wurf­ge­gen­den­längst ge­stor­be­nen Hil­des­hei­mer ExBi­schof Hein­rich Ma­ria Jans­sen gibt es ei­nen er­neu­ten Auf­ruf an mög­li­che Op­fer, sich zu mel­den. Mit­te 2017 will das Bis­tum Hil­des­heim ei­nen Be­richt über die Vor­gän­ge ver­öf­fent­li­chen.

Vor ei­nem Jahr wa­ren die Vor­wür­fe ge­gen Jans­sen be­kannt ge­wor­den. Bis­tums­spre­cher Vol­ker Bau­er­feld: „Es hat ei­ne Miss­brauchs­an­zei­ge ge­ge­ben. Darü- ber hin­aus hat sich nie­mand ge­mel­det, der an­gibt, Ähn­li­ches er­lebt zu ha­ben.“

Das mit der Auf­klä­rung der An­schul­di­gun­gen be­auf­trag­te In­sti­tut für Pra­xis­for­schung und Pro­jekt­be­ra­tung aus München will bis Mit­te 2017 Er­geb­nis­se vor­le­gen. Der be­lieb­te Bi­schof Jans­sen (1907-1988), der zu Leb­zei­ten zahl­rei­che Aus­zeich­nun­gen er­hielt, soll in der An­fangs­pha­se sei­ner Amts­zeit als Bi­schof (1957 bis 1982) ei­nen Jun­gen se­xu- ell miss­braucht ha­ben. Der Vor­wurf ge­gen ihn wur­de aber erst im ver­gan­ge­nen Jahr mehr als 50 Jah­re nach dem vor­ge­brach­ten Miss­brauch er­ho­ben.

Weil das Bis­tum die Schil­de­run­gen den­noch für plau­si­bel hielt, zahl­te es dem Mann auf Emp­feh­lung der zu­stän­di­gen Kom­mis­si­on der Deut­schen Bi­schofs­kon­fe­renz 10 000 Eu­ro. Die­se Zah­lung sei aber kein Schuld­an­er­kennt­nis und kei­ne Ver­ur­tei­lung Jans­sens.

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