„Man muss prak­tisch ver­an­lagt sein“

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Ja­na Leucht er­öff­ne­te En­de Mai das „Ca­fé KAFFKA Frau L & Herr K“am Lin­de­ner Pfarr­land­platz.

War­um sind Sie Wir­tin ge­wor­den? Mein Groß­va­ter war Gas­tro­nom. Mit 14 ha­be ich in den Fe­ri­en bei ihm ge­jobbt. Mir hat der Um­gang mit Men­schen viel Spaß ge­macht. Und ir­gend­wann ent­wi­ckel­te sich der Wunsch, selbst­stän­dig zu sein.

Wo ha­ben Sie das letz­te Mal so rich­tig gut ge­ges­sen? Das war in der Re­gi­on El­sass in Frank­reich. Ich war dort im Ur­laub, und es gab ei­nen un­heim­lich schö­nen Bau­ern­hof im Nir­gend­wo – es war wie im Film. Das fing schon da­mit an, dass die Kräu­ter für mei­nen Tee frisch von der Wie­se ge­pflückt wur­den. Und das Drei-gän­geme­nü war ein­fach toll.

Wo ha­ben Sie das letz­te Mal gu­ten Kaf­fee ge­trun­ken? Den Kaf­fee im „Ca­fé Ko­pi“in der Nord­stadt fin­de ich sehr le­cker.

Wo­her kommt der Na­me Ih­res Lo­kals? Das ehe­ma­li­ge Kö­nig­reich Kaf­fa in Äthio­pi­en gilt als Ur­sprungs­ort des Ara­bi­ca-kaf­fees. Und Franz Kaf­ka galt als pas­sio­nier­ter Kaf­fee­trin­ker, so dass aus Kaf­fa und Kaf­ka dann KAFFKA wur­de. „Frau L“steht für mich und „Herr K“für mei­nen stil­len Teil­ha­ber. Ih­re drei Lieb­lings­gas­tro­no­mi­en in Han­no­ver und Re­gi­on? Das „Ri­as Baixas“in Lin­den­süd fin­de ich klas­se, dort es­se ich sehr ger­ne Fisch. Ins „Forst­haus Blu­men­ha­gen“in Lau­enau ge­he ich ger­ne nach dem Wan­dern und es­se Schnit­zel. Und das „Bis­tro 3-Eck“in der Blu­me­n­au­er Stra­ße mag ich un­heim­lich ger­ne. Die Jungs hin­ter der The­ke sind klas­se, und es gibt le­cke­re Bur­ger mit selbst­ge­mach­ten Pom­mes.

Was ist Ihr Lieb­lings­ge­richt aus Ma­mas Kü­che? Ich ha­be frü­her mit mei­ner Ma­ma oft Pil­ze ge­sam­melt. Wenn ich ein But­ter­brot mit Küm­mel, Salz und in But­ter ge­schwenk­ten St­ein­pil­zen und Ma­ro­nen be­kom­me – dann bin ich glück­lich.

Was wür­den Sie nie­mals es­sen? Ich es­se ei­gent­lich al­les, auch In­ne­rei­en, Aus­tern und Mee­res­früch­te. Aber ei­ne ge­grill­te Vo­gel­spin­ne geht gar nicht.

Wel­che drei Ei­gen­schaf­ten braucht ein gu­ter Wirt? Ei­ne ge­wis­se Sou­ve­rä­ni­tät – auch wenn der Gast mal ei­nen schlech­ten Tag hat. Aus­dau­er. Und er muss prak­tisch ver­an­lagt sein. Wenn zum Bei­spiel et­was ka­putt­geht, muss er schnell agie­ren und um­den­ken.

Gas­tro­no­mie stresst – wie schaf­fen Sie Aus­gleich? Mit Wan­dern. Mein Ziel ist es, die in­ner­deut­sche Gren­ze ein­mal ent­lang zu wan­dern. An­sons­ten ge­he ich ger­ne im Lim­mer Volks­bad schwim­men und ko­che für Freun­de.

Wie ist der per­fek­te Gast? Da gibt es ein schö­nes Zi­tat: „Die Per­fek­ti­on der mensch­li­chen Schöp­fung liegt in ih­ren Feh­lern.“Ich mag es zwar, wenn ein Gast weiß, was er will, aber ich emp­feh­le auch ger­ne. Und wenn ein Gast „Auf Wie­der­se­hen“oder Bis bald“sagt, ha­be ich ein gu­tes Ge­fühl.

Die Tod­sün­de in der Gas­tro­no­mie? Ich ha­be letz­tens ei­nen Rot­wein in ei­nem trie­fend nas­sen Glas ser­viert be­kom­men – das ging gar nicht. Wel­che fünf Le­bens­mit­tel neh­men Sie mit auf ei­ne ein­sa­me In­sel? Roh­milch­kä­se, fri­sche Milch, ge­mah­le­nen Kaf­fee, dünn ge­schnit­te­nen Ser­ra­no-schin­ken, Bau­ern­brot. Und Ge­dich­te von Rin­gel­natz.

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