Fo­kus auf Feh­ler und Ver­säum­nis­se

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So ein Be­richt über die Be­völ­ke­rungs­struk­tur, das Zu­sam­men­le­ben, die Ar­mut und den Reich­tum ei­ner Stadt ist schon wirk­lich span­nend. Der Blick des So­zi­al­be­richts 2018 geht über den ei­ge­nen Kiez, die ei­ge­nen Be­find­lich­kei­ten hin­aus – und des­we­gen ist es gut, dass es ihn gibt.

Er zeigt, wo es hakt und wo die Ver­ant­wort­li­chen der Stadt drin­gend nach­steu­ern müs­sen.

Dass im Haus­halt zu­sätz­li­che Mil­lio­nen für 500 Woh­nun­gen ein­ge­speist sind, ist löb­lich, reicht aber bei wei­tem nicht. Laut Ca­ri­tas sind es 20 000 güns­ti­ge Woh­nun­gen, die feh­len. Dass nach ei­ner Ge­set­zes­no­vel­lie­rung ab Ja­nu­ar 2019 neue Mehr­fa­mi­li­en­häu­ser bar­rie­re­frei zu er­rich­ten sind, ist an­ge­sichts der be­reits jetzt 28 000 Men­schen mit Geh­hil­fen, Rol­la­to­ren und Roll­stüh­len nicht mehr als ein freund­li­ches Zu­cken. Den al­tern­den Ba­by­boo­mern, die in den nächs­ten Jahr­zehn­ten pfle­ge­be­dürf­tig wer­den, wird das nicht hel­fen.

Dass die Ar­mut der Kin­der in Isern­ha­gen-süd nicht mal bei ei­nem hal­ben Pro­zent liegt, ist schön. Da­für ist sie mit fast 70 Pro­zent am Müh­len­berg skan­da­lös hoch.

Al­les in al­lem wer­den Ver­säum­nis­se deut­lich. Man hat sich we­der auf de­mo­gra­fi­sche Ent­wick­lun­gen noch auf Zu­wan­de­rung recht­zei­tig ein­ge­stellt. Auch nicht auf Woh­nungs­not und Pfle­ge­mi­se­re so­wie die Al­ters­ar­mut vor al­lem der Frau­en.

Aus­ba­den müs­sen die Ver­säum­nis­se mal wie­der: die Schwächs­ten der Ge­sell­schaft.

IM FO­KUS PE­TRA RÜCKERL

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