Was für ein Pfer­de­land

Zah­len und Trends zu ei­ner ganz be­son­de­ren Be­zie­hung

Neue Presse - - NACHRICHTEN - VON KRIS­TI­NA WIENAND

HAN­NO­VER. Rei­ter, Züch­te­rin­nen und Pony­be­sit­zer: Bei der Mes­se „Pferd & Jagd“tauscht sich die Bran­che noch bis zum Sonn­tag in Han­no­ver aus. Auf viel In­ter­es­se stößt der Tag zum „Pfer­de­land Nie­der­sach­sen“. Doch­was­macht­das­land zum Pfer­de­land?

Zucht: Rund 197000 Pfer­de sind in Nie­der­sach­sen re­gis­triert, ein Groß­teil da­von ge­hört Hob­by­rei­tern. Doch auch die Zucht spielt ei­ne wich­ti­ge Rol­le. Von 34 in Deutsch­land an­er­kann­ten Pfer­de­züch­ter­ver­ei­ni­gun­gen sind zehn in Nie­der­sach­sen an­säs­sig. Im Land wa­ren 2016 knapp 22 000 Zucht­pfer­de ein­ge­tra­gen, was nach An­ga­ben der Land­wirt­schafts­kam­mer et­wa ei­nem knap­pen Drit­tel des bun­des­deut­schen Zucht­pferd­be­stan­des ent­spricht. Zu­dem sei al­lein rund die Hälf­te der re­gis­trier­ten Zucht­stu­ten bei Ver­bän­den in Nie­der­sach­sen re­gis­triert, er­klärt Axel Brock­mann, Land­stall­meis­ter des Land­ge­stüts Celle.

Han­no­ve­ra­ner und Ol­den­bur­ger: Die­se re­gio­na­len Pfer­de­ras­sen sind sehr er­folg­reich. Die Mar­ken hät­ten sich welt­weit eta­bliert. Ein­zel­ne Tie­re brin­gen den Züch­tern bei Auk­tio­nen ho­he Sum­men ein, so zu­letzt En­de Ok­to­ber beim Han­no­ve­ra­nerHengst­markt in Ver­den: Ein Hengst wech­sel­te dort für mehr als zwei Mil­lio­nen Eu­ro den Be­sit­zer.

Der Wirt­schafts­fak­tor: kein Wun­der, dass sich rund ums Pferd ein Mil­lio­nen­ge­schäft ent­wi­ckelt hat. Pferdesport, -zucht und der Reit­tou­ris­mus si­chern in Nie­der­sach­sen zwi­schen 50000 und 70 000 Ar­beits­plät­ze, wie aus ei­ner Pfer­de­tou­ris­mus­stu­die 2017 her­vor­geht. Rund ums Pferd wer­den in Nie­der­sach­sen dem­nach di­rekt oder in­di- rekt pro Jahr rund 900 Mil­lio­nen Eu­ro Umsatz ge­macht.

Stu­di­um: Die Uni­ver­si­tät Göt­tin­gen bie­tet ei­nen Mas­ter-stu­di­en­gang Pfer­de­wis­sen­schaf­ten an, an der Fach­hoch­schu­le Os­na­brück kön­nen Stu­den­ten das Schwer­punkt­fach Pfer­de­ma­nage­ment wäh­len. In Göt­tin­gen ha­ben seit dem Start des exo­ti­schen Stu­di­en­gangs vor zwölf Jah­ren mehr als 180 Men­schen ihr Stu­di­um er­folg­reich ab­ge­schlos­sen. Der Frau­en­an­teil liegt zwi­schen 90 und 95 Pro­zent.

Wap­pen: Ein sprin­gen­des wei­ßes Pferd ziert Nie- der­sach­sens Wap­pen. Das Sach­sen­ross gilt als al­tes säch­si­sches Stam­mes­sym­bol, es ist seit dem Mit­tel­al­ter in Sie­geln und Wap­pen nach­weis­bar. Schon 1361 nah­men die wel­fi­schen Her­zö­ge das Sach­sen­ross als Wap­pen­tier an.

Rei­ten als Hob­by: 2017 zähl­ten die Pfer­de­sport­ver­bän­de Han­no­ver, Bre­men und We­ser-ems zu­sam­men 131375 Pfer­de­freun­de. Mehr be­geis­ter­te Rei­ter in Ver­ei­nen gibt es da­mit nur im be­völ­ke­rungs­reichs­ten Bun­des­land Nord­rhein-west­fa­len.

Po­li­zei­pfer­de: Zwei Rei­ter­staf­feln hat die Po­li­zei in Nie­der­sach­sen – ei­ne in Han­no­ver, ei­ne in Braunschweig. In Han­no­ver ge­hö­ren bis zu 32 Di­enst­pfer­de, 40 Rei­ter und sechs Pfer­de­wir­tin­nen zu dem Team. Je­des Pferd ist so lan­ge im Di­enst, wie es kör­per­lich und geis­tig fit ist. Spä­tes­tens mit 20 Jah­ren ge­hen die Tie­re aber in den Ru­he­stand.

De­li­ka­tes­se: Jähr­lich wer­den auch meh­re­re Hun­dert Ton­nen Pfer­de­fleisch in Nie­der­sach­sen er­zeugt: 2017 schlach­te­ten Be­trie­be 1789 Pfer­de und pro­du­zier­ten 472 Ton­nen Ross­fleisch. Ge­gen­über dem Vor­jahr ging der Wert da­mit um zwölf Pro­zent zu­rück.

Fo­to: dpa

PFERD UND MENSCH: Die Po­li­zei­rei­te­rin Ja­ni­na Back putzt ihr Pferd Ja­nus nach dem Ein­satz in der Hei­de.

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