Fol­tern wie die Pro­fis

Rammstein­tri­bu­te­band Völ­ker­ball be­geis­tert zwei­mal im Ca­pi­tol

Neue Presse - - KULTUR - VON ALI­NE WEST­PHAL

HAN­NO­VER. Kei­ne Kar­te für Rammsteins Han­no­ver-kon­zert im Som­mer 2019 be­kom­men? Das Trost­pflas­ter heißt Völ­ker­ball – ei­ne der bes­ten eu­ro­päi­schen Tri­bu­te-bands, die seit zehn Jah­ren mit ih­rer Co­ver-show un­ter­wegs ist und jetzt gleich zwei­mal das Ca­pi­tol aus­ver­kauf­ten.

„99 Pro­zent Rammstein, 100 Pro­zent Völ­ker­ball“, so nen­nen sie es selbst. Die sechs Her­ren bie­ten, was ei­ne Rammstein-show aus­zeich­net: mar­tia­li­sche Büh­nen­out­fits, öl­ver­schmier­te Kör­per, ein­drucks­vol­le Licht­ef­fek­te und – na klar – Fun­ken, Feu­er und Flam­men. Gern laut, gern oft, gern viel da­von. Ja, auch Völ­ker­balls Py­ro­tech­ni­ker zau­bern ei­ne Show, die sämt­li­che Un­ter­kie­fer im her­un­ter­ge­klapp­ten Dau­er­zu­stand ver­har­ren lässt.

Mu­si­ka­lisch bie­ten Völ­ker­ball wie ih­re Vor­bil­der ei­nen tie­fen, ro­hen, bru­ta­len Sound. Ein­dring­lich, di­rekt, aber nie­mals plump. „Kei­ne Lust“, „Du hast“und „Son­ne“, je­der Rammstein-hit wird ge­spielt. Das cha­rak­te­ris­ti­sche He­ad­ban­gen des Front­manns Till Lin­de­mann, die har­ten Ober­schen­kel­schlä­ge, das frat­zen­haf­te Auf­rei­ßen des Mun­des, selbst das blo­ße Ver­schrän­ken der Ar­me auf dem Rü­cken ko­piert Völ­ker­ball-sän­ger Re­né An­lauff so täu­schend echt, dass man bei schumm­ri­gen Licht­ver­hält­nis­sen bei­na­he glaubt, das Ori­gi­nal auf der Büh­ne an­zu­feu­ern.

In Sa­chen Ges­tik und Mi­mik steht dem Andre­as Scha­now­ski ali­as Kult-key­boar­der Chris­ti­an „Fla­ke“Lo­renz in nichts nach. Schräg, durch­ge­bal­lert, cha­ris­ma­tisch – eben ganz wie der Ech­te. Er imi­tiert auf der Stel­le tre­tend das Lauf­band, auf dem Fla­ke üb­li­cher­wei­se sei­ne Me­ter macht, schwebt bei „Hai­fisch“im schwar­zen Schlauch­boot sit­zend über die Men­ge und lässt al­le be­kann­ten Lin­de­mann-fol­te­rei­en über sich er­ge­hen.

Zwei St­un­den dau­ert es, bis zum fi­na­len „En­gel“. Kei­ne Zu­ga­ben. „Zu­ga­be?!“, sagt An­lauff: „Ver­gesst es! Nach ,En­gel’ ist im­mer Schluss!“Den­noch: Ein bes­se­res Trost­pflas­ter für Fans kann es kaum ge­ben. ★★★★★

Fo­to: Franson

WIE BEI RAMMSTEIN: Völ­ker­ball-sän­ger Re­né An­lauff trak­tiert sei­nen Key­boar­der Andre­as Scha­now­ski.

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