Packt end­lich mal die Pro­ble­me an!

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Manch­mal klappt’s ja, das mit dem Bahn­fah­ren. Aber viel öf­ter klappt es eben nicht. Seit et­was über ei­nem Jahr fah­re ich gut 600 Ki­lo­me­ter pro Wo­che mit der Bahn. Und ich kann mich nicht mehr dar­an er­in­nern, wann ein Zug wirk­lich ein­mal gar nichts hat­te.

Ge­än­der­te Wa­gen­rei­hung, ka­put­te Sitz­an­zei­ge, Ober­lei­tungs­scha­den in Hamm, ge­stran­det mit ei­nem ka­put­ten Zug in Min­den, ka­put­te Kli­ma­an­la­ge im Som­mer, ka­put­te Hei­zung im Win­ter, ka­put­te Kaf­fee­ma­schi­ne, im De­zem­ber ein Ka­bel­brand in Han­no­ver, im Ja­nu­ar ein

IM FO­KUS VERENA KOLL

Stell­werks­scha­den. Ich ken­ne auch Zü­ge, die sich ver­spä­ten, weil Per­so­nal fehlt: Mal war der Zug­chef mit sei­nem Team, mal der Lok­füh­rer in ver­spä­te­ten An­schluss­zü­gen, wir muss­ten auf sie war­ten. Und all das sind tech­ni­sche und pla­ne­ri­sche Pan­nen, die in dem Jahr auf­ge­tre­ten sind: Kein Sturm, kein Schnee, kein Streik sind mit da­bei.

Sie ha­ben viel zu be­spre­chen bei ih­rem Bahn-kri­sen­tref­fen am Di­ens­tag mit dem Bun­des­ver­kehrs­mi­nis­ter. Und es wird nicht rei­chen, ir­gend­wel­che Vor­stän­de aus­zu­tau­schen oder ei­ne Aus­land­s­toch­ter­ge­sell­schaft zu ver­kau­fen. Die Pro­ble­me lie­gen hier vor Ort auf der Schie­ne, lie­gen in den Werk­stät­ten, lie­gen in der In­fra­struk­tur rings um den Kno­ten­punkt Han­no­ver. Dass sie end­lich ei­ner an­packt, ist längst ver­spä­tet ge­nug. Ty­pisch Bahn.

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