Fal­sche Zahlen bei „Gorch Fock“

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BER­LIN. Für die ex­plo­die­ren­den Kos­ten im Fal­le des Ma­ri­ne-se­gel­schul­schif­fes „Gorch Fock“hält der Bun­des­rech­nungs­hof ei­nem Me­dien­be­richt zu­fol­ge schwe­re Ver­säum­nis­se bei der Bun­des­wehr und im Ver­tei­di­gungs­mi­nis­te­ri­um für ver­ant­wort­lich. In ei­nem ver­trau­li­chen Be­richt rügt die Be­hör­de, dass die In­stand­set­zung des Schiffs von Be­ginn an nicht rich­tig ge­plant wor­den sei, da die Schä­den am Rumpf nie kor­rekt und um­fäng­lich un­ter­sucht und be­wer­tet wur­den, be­rich­tet der „Spie­gel“. So sei­en über Jah­re zu nied­ri­ge Schät­zun­gen über die Kos­ten der Re­pa­ra­tur ent­stan­den.

Zu­dem ha­be die Bun­des­wehr „vor Be­ginn der In­stand­hal­tungs­maß­nah­me kei­ne Wirt­schaft­lich­keits­un­ter­su­chung“durch­ge­führt. Es sei nie ernst­haft aus­ge­lo­tet wor­den, ob der Bau ei­nes neu­en Schiffs güns­ti­ger als die Re­pa­ra­tur ge­we­sen wä­re. Der Rech­nungs­hof rügt, dass die Ma­ri­ne die „Gorch Fock“of­fen­bar trotz der star­ken Schä­den ret­ten woll­te. Die Dis­kus­si­ons­bei­trä­ge „Ma­ri­ne“bei in­ter­nen Be­spre­chun­gen deu­te­ten „ent­we­der auf ei­ne völ­li­ge Ver­ken­nung der Sach­la­ge oder den un­be­ding­ten Wil­len zum Wei­ter­be­trieb der ,Gorch Fock’ hin“, heißt es.

Ver­tei­di­gungs­mi­nis­te­rin Ur­su­la von der Ley­en sei dem­nach über das wahre Aus­maß der Schä­den und die Kos­ten im Un­kla­ren ge­las­sen wor­den. Zwei Vor­la­gen, mit de­nen die Cdu-po­li­ti­ke­rin An­fang 2017 und im März 2018 die Fort­set­zung der Ar­bei­ten ge­neh­migt hat­te, hät­ten „fal­sche Zahlen und zu op­ti­mis­ti­sche Ri­si­ko­ein­schät­zun­gen“ent­hal­ten.

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