Spd­ver­kehrs­ex­per­te: „Au­to­fah­ren ist geil“

Lars Ke­lich fühlt sich im In­ter­net durch Rad­ak­ti­vis­ten pro­vo­ziert

Neue Presse - - Hannover - VON C. BOHNENKAMP

HAN­NO­VER. Der Streit um die Ver­kehrs­wen­de setzt im gan­zen Land Emo­tio­nen frei. Erst recht, wenn sie nicht so recht ge­lin­gen will – wie zum Bei­spiel in Han­no­ver. Der An­teil des Rad­ver­kehrs sta­gniert. Das passt vie­len nicht. Ge­ra­de Spd-ver­kehrs­ex­per­te Lars Ke­lich wird da­für im­mer wie­der von Fahr­ra­dAk­ti­vis­ten an­ge­grif­fen. In der ver­gan­ge­nen Wo­che keil­te er mit ei­nem pro­vo­ka­ti­ven State­ment zu­rück: „Au­to­fah­ren ist geil“, schrieb er beim Netzwerk Twit­ter.

Hin­ter­grund der Aus­ein­an­der­set­zung war ei­ne al­te und da­zu of­fen­bar fal­sche Mel­dung des Ma­ga­zins „Wirt­schafts­wo­che“, das im Ok­to­ber 2016 auf sei­ner On­li­neplatt­form ver­kün­det hat­te, dass es in Han­no­ver mehr Au­tos als Ein­woh­ner ge­be. Es hat­te ver­mut­lich die Zahl der in der Re­gi­on Han­no­ver zu­ge­las­se­nen Fahr­zeu­ge mit der Be­völ­ke­rungs­zahl der Stadt Han­no­ver ver­gli­chen. Ei­ne Twit­ter-nut­ze­rin ver­link­te Ke­lich den­noch mit dem Bei­trag und frag­te die­sen dann auch noch iro­nisch, ob die Au­to­stadt Han­no­ver jetzt stolz sein kön­ne.

„Ge­nau, denn Au­to­fah­ren ist geil“, ant­wor­te­te der SPDMann und leg­te auf der Platt­form Face­book nach. Die Twit­ter-nut­ze­rin nann­te er dort ei­ne „recht Gläu­bi­ge“. Da­mit mei­ne er die­je­ni­gen, „die nur noch in Spei­chen und Pe­da­len den­ken“und de­ren elf­tes Ge­bot lau­te: „Du sollst nicht Au­to fah­ren.“Ein An­griff auf die Fahr­rad­lob­by, der er­neut für Kri­tik sorg­te.

Er wer­de „fast täg­lich“von Fahr­ra­dak­ti­vis­ten auf Twit­ter ver­linkt, die die Rad­ver­kehrs­po­li­tik der SPD in Han­no­ver kri­ti­sie­ren, sagt der Kom­mu­nal­po­li­ti­ker. „Da wird man auch mal zy­nisch“, so Ke­lich zur NP. Es sei zwar le­gi­tim zu for­dern, dass mehr für den Rad­ver­kehr ge­tan wer­den müs­se, oft ge­sche­he das aber „mit der Moral­keu­le“, kri­ti­siert Ke­lich. Er per­sön­lich nut­ze al­le Ver­kehrs­mit­tel. Das Au­to sei für ihn per­sön­lich „ein­fach nur ein nor­ma­les Ver­kehrs­mit­tel und kein Pres­ti­ge­ob­jekt“.

Sei­ne Par­tei wol­le die Bür­ger „durch gu­te An­ge­bo­te“da­zu brin­gen, zu­künf­tig häu­fi­ger das Fahrrad zu nut­zen. Der Haus­halt für die Jah­re 2019 und 2020 se­he da­für vie­le Pro­jek­te vor. Al­ler­dings steht für Ke­lich auch fest: „Wenn je­mand Au­to fah­ren will, soll er das tun.“Die SPD ste­he aber kei­nes­wegs auf der Brem­se in Sa­chen Ver­kehrs­wen­de.

Eber­hard Röh­rig-van der Meer, Spre­cher des Rad­fah­rer­clubs ADFC in Han­no­ver, sieht das an­ders. Hoff­nung ha­be ihm aber ei­ne Dis­kus­si­ons­ver­an­stal­tung der Re­gi­ons-spd An­fang De­zem­ber im Frei­zeit­heim Lis­ter Turm ge­macht, bei der es um die Mo­bi­li­tät der Zu­kunft ging. Dort hät­ten ei­ni­ge SPDMit­glie­der Ke­lich „sehr deut­lich ge­sagt, dass sie sich in die­ser Fra­ge mehr Mut wün­schen“.

Lars Ke­lich

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