Der Kea – ein ganz schlau­er Vo­gel

For­scher ha­ben her­aus­ge­fun­den, dass das neu­see­län­di­sche Tier viel in­tel­li­gen­ter ist als ge­dacht

Neue Presse - - Panorama - VON BAR­BA­RA BARKHAUSEN

SYD­NEY. Dass der un­auf­fäl­li­ge neu­see­län­di­sche Kea (Nestor no­ta­bi­lis) ein schlau­er Vo­gel ist, ist kein Ge­heim­nis. Doch der oliv­far­be­ne Berg­pa­pa­gei ist noch mal deut­lich schlau­er als bis­her ge­dacht, wie neu­see­län­di­sche For­scher jetzt her­aus­fan­den. Die Stu­die der Uni­ver­si­tät von Auck­land, die im Fach­ma­ga­zin „Na­tu­re Com­mu­ni­ca­ti­ons“ver­öf­fent­licht wur­de, zeigt, dass die Vö­gel Ent­schei­dun­gen tref­fen, in­dem sie ab­wä­gen, wel­ches Er­geb­nis wahr­schein­li­cher ist. Zu­dem ha­ben die Vö­gel be­wie­sen, dass sie zwei In­for­ma­ti­ons­quel­len ver­bin­den kön­nen, um ein Ur­teil zu fäl­len. Ähn­lich ho­he In­tel­li­genz kennt man im Tier­reich bis­her nur von Men­schen­af­fen.

Bei den Ex­pe­ri­men­ten zeig­ten die For­scher den Keas zwei Glä­ser mit schwar­zen und oran­ge­far­be­nen To­ken. Den Vö­geln wur­de bei­ge­bracht, dass die schwar­zen To­ken ge­gen ei­ne Fut­ter­be­loh­nung ein­ge­tauscht wer­den konn­ten. In dem Ex­pe­ri­ment muss­ten die Keas dann das Glas aus­wäh­len, von dem sie dach­ten, dass es ih­nen die bes­te Chan­ce ge­ben wür­de, ei­ne Be­loh­nung zu er­hal­ten. Nach­dem ein For­scher mit ge­schlos­se­ner Hand ei­nen To­ken aus je­dem Glas ge­zo­gen hat­te, muss­te der Kea auf die Hand tip­pen, von der er glaub­te, dass sie die Be­loh­nung ent­hal­ten wür­de.

Der Kea wähl­te stets so, dass die Wahr­schein­lich­keit hö­her war, ei­nen schwar­zen To­ken zu grei­fen. Auch ein zwei­tes Ex­pe­ri­ment zeig­te, dass die Vö­gel das Glas mit der meis­ten An­zahl schwar­zer To­ken über ei­ner Bar­rie­re aus­wähl­ten. Im letz­ten Ex­pe­ri­ment muss­ten die Keas zwi­schen zwei For­schern wäh­len: Ei­ner da­von nahm grund­sätz­lich nur schwar­ze To­ken, wäh­rend der an­de­re bei­de Far­ben aus­wähl­te. Auch hier er­in­ner­ten sich die Vö­gel dar­an, wel­cher der For­scher stets nach ei­nem schwar­zen To­ken griff.

Die Er­kennt­nis­se sei­en über­ra­schend, da sie „die Er­geb­nis­se von Klein­kin­dern und Schim­pan­sen in ähn­li­chen Tests wi­der­spie­geln“, sag­te Ama­lia Bas­tos von der Uni­ver­si­tät Auck­land. Nicht nur wür­den die Vö­gel Wahr­schein­lich­keit ein­schät­zen kön­nen, son­dern auch ver­schie­de­ne In­for­ma­tio­nen hin­zu­zie­hen, um ei­ne Ent­schei­dung zu fäl­len.

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.