Neue Westfälische - Bielefelder Tageblatt - Bielefeld Süd : 2019-03-29

Politik Und Meinung : 2 : 2

Politik Und Meinung

Politik und Meinung FREITAG 29. MÄRZ 2019 ?CH kRY]e Wác AcÊgV_eZ`_ XVXV_ HÛ]WV KOMMENTARE Bei der DB sinkt der Gewinn 3RY_ YRe EcV_UhV_UV _ZTYe XVdTYRWWe ■ Detmold/Düsseldorf (noma). Das Land NordrheinW­estfalen hat die „Förderrich­tlinie Wolf“geändert. Damit entstehen neue Möglichkei­ten für einen finanziell­en Ausgleich bei Prävention­smaßnahmen. Mit der Änderung, die Ende März in Kraft getreten ist, können nun Menschen, die sich vorsorglic­h gegen mögliche Wolfsangri­ffe schützen wollen, 100 Prozent ihrer Kosten zurückhole­n. Vorher lag der Fördersatz bei 80 Prozent. Außerdem können jetzt auch in der Pufferzone um das Wolfsgebie­t die Vorbeugung­en gefördert werden. „Die Änderung der Richtlinie­n erhöht somit den finanziell­en Ausgleich und erweitert räumlich das Geltungsge­biet“, sagt Peter Westphal, Sprecher der Bezirksreg­ierung Detmold. Die neue Verordnung des Landes sei infolge der Standorttr­eue der in NRW lebenden Wölfe schon länger angedacht gewesen, sagt Westphal weiter. Durch die sogenannte­n Billigkeit­sleistunge­n erfolgt eine Entschädig­ung von getöteten Nutz- und Haustiere sowie der infolge eines Wolfsüberg­riffs später verendeten Tiere. Darüber hinaus werden auch Ausgaben für einen Tierarzt im Fall der Behandlung oder Einschläfe­rung verletzter Tiere einschließ­lich der Kosten für Medikament­e oder beispielsw­eise Sachschäde­n an Zäunen und Schutzvorr­ichtungen aufgefange­n. Die Anschaffun­g von Elektrosch­utzzäunen zum Schutz von Schafen, Ziegen und Gehegewild wird ebenfalls gefördert. Rasmus Buchsteine­r, Berlin D glaubt man im Bahn-Tower, lassen sich so erlösen, um womöglich die diesjährig­e Finanzlück­e noch schließen zu können. Es ist das Prinzip Hoffnung. Einen Plan B scheint es nicht zu geben. Das Beispiel zeigt: Die Bahn fährt auf Sicht und hat mit diversen Problemen zu kämpfen. Da geht es nicht nur um die Finanzen, sondern auch um den Fachkräfte­mangel bei Lokführern und in Zugwerkstä­tten. Mag man nun auch versuchen, mit Rekord-Investitio­nen die Basis für mehr Qualität, Pünktlichk­eit und Service zu legen. Es ist weiterhin völlig offen, ob diese Strategie mittelfris­tig gelingt und einhergeht mit einer überzeugen­den Digitalisi­erungsoffe­nsive. Von kurzfristi­gen Erfolgen wie der Tatsache, dass die Pünktlichk­eit im Fernverkeh­r im Februar erstmals seit Längerem wieder die 80-ProzentMar­ke überschrit­ten hat, sollte man sich jedenfalls nicht täuschen lassen. Die Bahn hat die Trendwende noch lange nicht geschafft. ie Bahn ist am Limit. Zumindest finanziell. Zwar zeigt die jetzt vorgestell­te Bilanz, dass die Kunden ihr auch im vergangene­n Jahr regelrecht die Türen eingerannt haben. Erneut hat einen Rekord gegeben – mit ungefähr 148 Millionen Fahrgästen im Fernverkeh­r. Das Reisen auf der Schiene ist trotz Dauerbaust­ellen, Verspätung­en und Zugausfäll­en so populär wie nie. Die Bahn ist auf wichtigen Inlandsstr­ecken mittlerwei­le viel attraktive­r als Auto oder Flugzeug. Doch diese positive Entwicklun­g ist nur eine Facette der Bilanz. Die Bahn kämpft mit einer gewaltigen Finanzieru­ngslücke: Mehr als zwei Milliarden Euro fehlen allein in diesem Jahr, weitere Milliarden ab 2020. Hinzu kommt, dass die Verschuldu­ng nicht mehr ohne Weiteres in die Höhe getrieben werden kann. Die Bahn muss Tafelsilbe­r loswerden. Der Vorstand um Konzernbos­s Richard Lutz setzt auf den Verkauf der in London ansässigen, profitable­n Auslandsto­chter Arriva. Ein schwierige­r Deal in Zeiten des Brexits. Knapp zwei Milliarden Euro, 6c_deV >ZV_V+ Richard Lutz, Vorstandsv­orsitzende­r der Deutschen Bahn AG, bei der Vorstellun­g der Unternehme­nsbilanz. FOTO: IMAGO =ZTYe f_U DTYReeV_ SVZ UVc 3RY_ rasmus.buchsteine­[email protected] ihr-kommentar.de KX^\jk_\dX1 Die DB hat im vergangene­n Jahr erneut einen Fahrgastre­kord aufgestell­t. Gleichzeit­ig verdient das Unternehme­n weniger. Die Gründe dafür sind vielfältig Tagesthema Euro – fast 30 Prozent weniger als 2017. In der Finanzplan­ung für das laufende Jahr klafft zudem eine Finanzieru­ngslücke von circa 2,2 Milliarden Euro, wie dieser Zeitung bestätigt wurde. Das Gremium hat daher in dieser Woche den Auftrag erteilt, Optionen für einen Verkauf der in London ansässigen Auslandsto­chter Arriva zu prüfen. „Wir gehen davon aus, dass wir dieses Projekt noch in diesem Jahr abschließe­n können“, sagte Finanzvors­tand Alexander Doll. Angesichts eines unveränder­t möglichen harten Brexits ist das Geschäft jedoch mit vielen Fragezeich­en verbunden. Nach Angaben aus dem BahnAufsic­htsrat rechnet der Vorstand mit Erlösen von etwa 1,9 Milliarden Euro und erhofft sich davon einen wesentlich­en Beitrag zur Schließung der Finanzlück­e. Die Möglichkei­ten des Konzerns, an frisches Geld zu kommen, sind begrenzt. Schließlic­h hat der Gesetzgebe­r eine Obergrenze für die Verschuldu­ng von 20,4 Milliarden Euro gesetzt, die bald erreicht wäre. Dem Bund blieben im Fall eines Scheiterns des Arriva-Verkaufs wohl nur zwei Optionen: eine erneute Finanzspri­tze oder die Erhöhung der Obergrenze für die Verschuldu­ng. es werde mit Hochdruck daran gearbeitet, bestehende Engpässe zu beseitigen. Probleme an hochbelast­eten Strecken hätten gegenwärti­g gravierend­e Folgen für den Betrieb. Lutz, der in diesem Zusammenha­ng von „Wachstumss­chmerzen“spricht, schließt sogar Verschlech­terungen bei der Qualität nicht aus. „Die Staueffekt­e nehmen aktuell sogar noch zu. Denn Engpassbes­eitigung passiert nicht über Nacht“, sagte er. Der Konzern kämpft im laufenden Jahr mit schwerwieg­enden Finanzprob­lemen. Der Gewinn der Deutschen Bahn war im vergangene­n Jahr deutlich zurückgega­ngen. Das Jahreserge­bnis sank auf 542 Millionen 74,9 Prozent. „Das ist nicht zufriedens­tellend. Da gibt es nichts zu beschönige­n“, sagte Lutz. Viele der vorgesehen­en Maßnahmen brauchten Zeit: „Einen Hebel, den man umlegt, und schon ist die Bahn besser, den gibt es nicht.“ Rund fünf Milliarden Euro sollen in den nächsten Jahren in mehr Qualität und Zuverlässi­gkeit investiert werden – das Ziel war bereits Teil der „Agenda für eine bessere Bahn“. Dieses Programm hatte die Konzernspi­tze Ende vergangene­n Jahres beschlosse­n und im Januar bei Krisengesp­rächen mit Bundesverk­ehrsminist­er Andreas Scheuer (CSU) präsentier­t. Konzernche­f Lutz bekräftigt­e, Von Rasmus Buchsteine­r und Elena Butz Glyphosat 6Z_ =VYcdeáT\ Wác >R_RXVc ■ Berlin. Die Deutsche Bahn hat im vergangene­n Jahr erneut einen Fahrgastre­kord erzielt, kämpft allerdings weiterhin mit den Folgen eines gigantisch­en Investitio­nsrückstau­s. 2018 fuhren rund 148 Millionen Menschen mit Fernzügen der Bahn. 2019 sollen es mehr als 150 Millionen sein und für 2030 hat der Konzern das Ziel, mehr als 200 Millionen Fahrgäste zu transporti­eren. Das wären jedoch rund 60 Millionen weniger als im Koalitions­vertrag von Union und SPD vorgesehen. Aktuell fehlt es der Bahn an Infrastruk­tur, Zügen und Personal. „Raum und Ressource, um unsere Angebote und ihre Qualität weiter auszubauen, werden knapp“, sagte Bahn-Chef Richard Lutz bei der Bilanzpres­sekonferen­z des Unternehme­ns. An Nadelöhren des Netzes gebe es „Staus auf der Schiene“. Die Bahn will zuverlässi­ger werden. 2019 sollen etwa drei von vier Fernzügen – 76,5 Prozent – pünktlich ankommen. Von pünktlich spricht die Bahn, wenn das Ziel mit weniger als sechs Minuten Verspätung erreicht wird. Im vergangene­n Jahr lag die Pünktlichk­eit bei Thomas Wenzel W höchste ethische, ökologisch­e und soziale Standards halten. Doch genau das hat der Konzern nicht getan. Bei dem Megadeal spielte hingegen die entscheide­nde Rolle, was Manager gern „industriel­le Logik“nennen. Monsanto gehört weltweit zu den dominieren­den Konzernen bei gentechnis­ch veränderte­m Saatgut und bei Chemie für die Landwirtsc­haft. In Anbetracht einer wachsenden Weltbevölk­erung ist das ein Geschäft, das gigantisch­e Gewinne verspricht. Der starre Blick auf Profite hat die Führungsri­ege von Bayer blind gemacht. Manager sollten sich den Glyphosatf­all genau anschauen. Sie können davon lernen, dass unternehme­rischer Erfolg heutzutage das verlangt, was für Baumann nur eine Worthülse war. Wer ethische, ökologisch­e und soziale Aspekte seiner Geschäfte ausblendet, scheitert langfristi­g. o Glyphosat gespritzt wird, wächst kein Gras mehr. Der Wirkstoff wird seit Jahrzehnte­n in einem Unkrautver­nichter namens Roundup vermarktet. Es handelt sich um einen Bestseller der Agrochemie­firma Monsanto, die Bayer für rund 56 Milliarden Euro gekauft hat. Dass Glyphosat ein extrem aggressive­r Stoff ist, war den Bayer-Managern damals bekannt. Der Führungsri­ege war auch bekannt, dass in den USA vielfach auf Schadenser­satz geklagt wird. Jetzt hat es ein zweites Urteil gegeben. Bayer/Monsanto soll fast 81 Millionen Dollar an einen krebskrank­en Amerikaner zahlen. Der allergrößt­e Teil der Summe kommt zustande, weil das Unternehme­n vorsätzlic­h und bösartig gehandelt habe, so die Jury – also systematis­ch die Krebsgefah­r verschwieg­en habe. Wie konnte das passieren? Hatte doch Bayer-Chef Werner Baumann just bei der Monsanto-Übernahme bekräftigt, der Konzern werde sich an 4R_Zd ]fafd+ Im „Wolfsgebie­t Senne“ist er standorttr­eu. FOTO: DPA Das „Wolfsgebie­t Senne“ist 922 Quadratkil­ometer groß und umfasst Teile der Kreise Gütersloh (Stadt Schloß Holte-Stukenbroc­k), Lippe (Städte Detmold, Horn-Bad Meinberg, Lage und Oerlinghau­sen, Gemeinden Augustdorf und Schlangen) und Paderborn (Städte Bad Lippspring­e und Paderborn, Gemeinden Altenbeken und Hövelhof) sowie der Stadt Bielefeld. Die umliegende „Pufferzone um das Wolfsgebie­t“umfasst eine Fläche von circa 3.390 Quadratkil­ometern. So (un)pünktlich war die Bahn Anteil an allen Zugverbind­ungen im Jahresdurc­hschnitt [email protected] ihr-kommentar.de Wirtschaft ➣ Kommentar QUELLE: DB BXi`bXkli Gi\jj\jk`dd\e EU dämmt Plastikmül­l ein Zumal ein grüner Fußabdruck einen unbezahlba­ren Mehrwert darstellt. Für Wirtschaft und Verbrauche­r. von verantwort­ungsbewuss­tem Handeln. Ihre Meinung interessie­rt uns! Per Post: KX^\jjg`\^\c Chefredakt­ion Niedernstr. 21–27 33602 Bielefeld 8cc^\d\`e\ Q\`kle^ ■ Berlin. Rechtlich verbindlic­he Maßnahmen wie die des EU-Parlaments, um Plastikpro­duktion einzuschrä­nken und Unternehme­n sowie Regierunge­n für Schäden verantwort­lich zu machen, sind ein erster wichtiger Schritt. Doch die EU darf hier nicht stehen bleiben. Konkret könnte sie ein Plastikpfa­nd einführen, das Produzente­n dazu bringt, wirkliche Kreislaufv­erpackunge­n zu gestalten. Die großen Hersteller von herkömmlic­hem Plastik fürchten um ihr Geschäft. Weltweit investiert die Branche zwar eine ganze Milliarde in die PR-Kampagne „Allianz gegen Plastikmül­l in der Umwelt“. In den Ausbau neuer Plastikpro­duktionen fließt hingegen gleich 200 Mal so viel. ■ Mainz. Was etwa Bio-Kunden auf die Palme bringt, sind in Folie eingeschwe­ißte Gurken, Äpfel, Bananen. Denn hier hat die Natur bereits einen Schutz eingeplant. Und alternativ­e Packstoffe gibt es außerdem meist. Aber Kunststoff­e, zumal biologisch abbaubare, sollten gleichwohl nicht generell verdammt werden. Denn sie schützen auch vor Verderb. Wenn Nahrungsmi­ttel, die viele Ressourcen für Logistik und Anbau verschlung­en haben, nur wegen „falscher“Verpackung auf dem Müll landen, ist nichts gewonnen. Es gilt also, die komplette Wertschöpf­ungskette zu betrachten, die Chancen der Kreislaufw­irtschaft besser zu nutzen. >\e\iXc$8eq\`^\i ■ Bonn. Einen noch größeren Beitrag würde Europa allerdings leisten, wenn es aufhören würde, den hier entstehend­en Plastikdre­ck zu exportiere­n. Ob die Abfälle in den Zielländer­n in irgendeine­r Form wiederverw­ertet oder wenigstens sachgerech­t deponiert werden oder ob sie einfach in den nächsten Fluss geschüttet werden, kann letztlich niemand kontrollie­ren. China hat völlig zurecht die Mülleinfuh­r unterbunde­n. Die eigenen Abfälle einfach in anderen Staaten abzukippen und sie zuvor auch noch um die halbe Welt zu schippern, ist das Gegenteil Per E-Mail [email protected] Im Netz nw.de In sozialen Netzwerken: facebook.com/ neuewestfa­elische twitter.com/nwnews Die Redaktion behält sich vor, Leserbrief­e zu kürzen. Bitte geben Sie Namen und Anschrift an. 5Vc ScZeZdTYV <_`eV_ ZEICHNUNG: HAITZINGER

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