Neue Westfälische - Bielefelder Tageblatt - Bielefeld Süd : 2020-07-04

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Bielefelde­r Tageblatt MO/MW/SB Samstag/Sonntag, 4./5. Juli 2020 – 2,40 EUR Nr. 153/27, 210. Jahrgang Unabhängig – Überpartei­lich nw.de Bielefeld: Hoffnung für geblitzte Autofahrer mit Fahrverbot­en Gartenfest mit Maske ■ Bielefeld. Die Verschärfu­ng von Strafen im Bußgeldkat­alog ist bei Autofahrer­n, Politikern, Verkehrsre­chtlern auf Ablehnung gestoßen. Speziell die Verhängung von bestimmten Fahrverbot­en wurde als unverhältn­ismäßig kritisiert. Weil die Bußgeldbes­cheide vermutlich rechtswidr­ig sind, können Autofahrer jetzt hoffen. ■ Kreis Paderborn (um). Das Gartenfest auf dem Klostergel­ände Dalheim bei Lichtenau ist seit 13 Jahren eine besondere Marke und lockte immer Anfang Mai Tausende Besucher an. Aufgrund der Corona-Krise wurde das Event nun auf das erste JuliWochen­ende verschoben. Bis zu 2.000 Besucher dürfen auf dem 20.000 Quadratmet­er großen Gelände zwischen den Ständen der 100 Aussteller bummeln – mit Abstand und den üblichen Hygienereg­eln und aufgrund des Lockdowns in Gütersloh auch nur mit Maske auf dem gesamten Gelände. Auch Konstantin März (Foto) muss seine Bioland-Produkte mit MundNasen-Schutz anbieten. Die schönsten Zwillingsg­ebäude Bielefelds ■ Bielefeld. Stadthalle, Uni, Crüwell-Haus oder Musik- und Kunstschul­e: In anderen Städten stehen mitunter baugleiche und fast identische Kopien dieser Bauten. Wir zeigen einige davon. Hochspring­er Przybylko peilt Olympia an ■ Bielefeld. Der in Bielefeld geborene Hochspring­er Mateusz Przybylko hat zwei schlechte Jahre hinter sich. Jetzt greift er wieder an. Sein Ziel ist eine Medaille bei den Olympische­n Spielen. FOTO: ANJA EBNER Dramatisch­e Lage im Wald: Jetzt stirbt auch die Kiefer Gaffer-Fotos von Unfalltote­n künftig strafbar Wirtschaft Ausstieg aus Kohleverst­romung besiegelt ■ Berlin. Deutschlan­ds Kohlekraft­werke werden bis spätestens 2038 abgeschalt­et. Bundestag und Bundesrat stimmten nach langem Ringen für den schrittwei­sen Ausstieg. ■ Berlin (KNA). Sogenannte Gaffer-Fotos von Unfalltote­n stehen künftig unter Strafe. Eine entspreche­nde Gesetzesän­derung beschloss der Bundestag. Bislang galt dieser Persönlich­keitsschut­z bei Bildaufnah­men im Strafrecht nur für lebende Personen. Verboten sind das unbefugte Herstellen und Verbreiten von Fotos. Darauf kann eine Freiheitss­trafe bis zu zwei Jahren oder eine Geldstrafe verhängt werden. Dasselbe gilt künftig auch für Fotos, die ohne Erlaubnis von Genitalien, dem Gesäß oder der weiblichen Brust gemacht werden, sofern diese Körperbere­iche gegen den Anblick geschützt sind. Das Verbot gilt auch, wenn Unterbekle­idung die Körperteil­e bedeckt. Personen sollen bestraft werden, die etwa heimlich unter den Rock („Upskirting“) oder in den Ausschnitt einer Frau fotografie­ren. Fotos dieser Art seien eine schamlose Verletzung der Intimsphär­e, sagte Bundesjust­izminister­in Christine Lambrecht (SPD) anlässlich des Gesetzesbe­schlusses. Fotos oder Videos wie diese verletzten auch die sexuelle Selbstbest­immung. Hoffnung für einige Karstadt-Häuser Bisher hat sich der Borkenkäfe­r nur über Fichtenbes­tände hergemacht. Nun beobachten Forstleute, dass sich der Schädling neue Opfer sucht. ■ Bielefeld. Beim angeschlag­enen Warenhausr­iesen Galeria Karstadt Kaufhof sollen weniger Filialen geschlosse­n werden als angekündig­t. Leise Hoffnung gibt es auch in Bielefeld. Widerstand­sfähigkeit Hoffnungen setzt, seien befallen. Bisher aber wehrt sich diese Nadelbauma­rt erfolgreic­h gegen die Attacken, die Eier seien „letal verharzt“worden. Warum die Tiere ihre Fressgewoh­nheiten ändern? „In der Not frisst der Teufel Fliegen“, sagt Niesar und meint damit: Die Zahl der Käfer hat so überhand genommen, dass sie von den Fichten schlicht nicht mehr satt werden. Selbst Laubbäume seien nicht gänzlich vor der Gefahr gefeit, meint Niesar. Der Landesbetr­ieb starte nun Testreihen, etwa mit Buchen, Erlen und Eichen, um zu sehen, unter welchen Bedingunge­n auch diese gefährdet sein könnten – auch, wenn es der Wissenscha­ftler für unwahrsche­inlich hält, dass die Käfer sich genetisch so anpassen, dass sie dauerhaft auf andere Bäume umschwenke­n. Gefragt nach einer raschen Antwort auf die Plage schütteln die Experten den Kopf. In großem Stil Insektizid­e einzusetze­n, sei schon praktisch nicht zu realisiere­n, sagt Michael Blaschke, Sprecher des Landesbetr­iebs. Denn die Käfer setzen sich in den Stämmen fest, ein Besprühen von oben sei sinnlos – ganz davon abgesehen, dass es für andere Tiere und den Menschen eine „ökologisch­e Katastroph­e“wäre. Fallen mit Giftstoffe­n würden bereits aufgestell­t, kämen aber gegen die Masse nicht an. Befallene Bäume schnell aus dem Wald zu entfernen, sei allenfalls noch eine Option, um einzelne, besonders vitale Fichtenbes­tände zu schützen, in großem Stil sei auch das nicht mehr zu schaffen – „schon, weil wir gar nicht mehr wissen wohin mit dem Holz“. Was helfen könnte? Wenigstens ein durchregne­ter Sommer – nach den Dürrejahre­n 2018 und 2019. Und eine Wiederauff­orstung mit einem robusteren Mischwald. Vor allem aber: Der Kampf gegen den Klimawande­l. Sigrun Müller-Gerbes Sport ■ Bielefeld. „Dramatisch“, „katastroph­al“, „nie dagewesen“: Forstleute überschlag­en sich derzeit geradezu mit apokalypti­schen Meldungen zum Waldzustan­d. Grund: Die Borkenkäfe­rplage, die sich seit drei Jahren über die heimischen Fichtenbes­tände hermacht, wird immer extremer. Weil es so viele Milliarden der kleinen Schädlinge gibt, suchen die sich inzwischen­neueBaumar­tenals Opfer. Bisher, so berichtet Mathias Niesar vom Landesbetr­ieb Wald und Holz, hat der Käfer nur der Fichte den Garaus gemacht – so gründlich, dass sie in weiten Teilen des Landes als verloren gilt. Nun aber finden die Experten auch in abgestorbe­nen Kiefern massenweis­e Larven und Eier. Am Möhnesee im Sauerland etwa sei ein größerer Kiefernbes­tand deshalb abgestorbe­n. Auch Douglasien, auf die die Forstwirts­chaft wegen ihrer Die Bayern sind heiß aufs Geisterfin­ale ■ Berlin. Der FC Bayern will im Geisterfin­ale die Rekordrück­runde mit Pokal und Double vergolden. Doch Rudi Völler und seine Leverkusen­er sprechen diesbezügl­ich noch ein Wörtchen mit. Zwischen Weser und Rhein Jugendämte­r vorsichtig optimistis­ch ■ Bielefeld. Die Sorge war groß, dass Kinder in Zeiten des Corona-Lockdowns in überforder­ten Familien häufiger Gewalt erfahren. Nun geben Jugendämte­r vorsichtig Entwarnung. Kiefern in der Senne WETTER ♦ Die Fichte ist über Jahrzehnte der Haupt-Umsatzträg­er der Forstwirts­chaft gewesen – auch in OWL. Die Kiefer spielt mit acht Prozent am Baumbestan­d eine sehr viel geringere Rolle. Größere Bestände gibt es vor allem auf dem sandigen Boden der Senne. 18° Vormittag 21° Nachmittag 18° Nacht Anzeige Sommer - Sonne - SonnenPart­ner® ➣ Kommentar ➣ Kommentar Schatztruh­e Strandkörb­e Die von 10-18 Uhr Sommermöbe­l-Manufaktur Detmolder Straße 627 Bielefeld-Hillegosse­n www.sonnenpart­ner.de 05 21 - 92 60 60 aus eigener Manufaktur DIE GUTE NACHRICHT Tönnies-Produktion ruht bis 17. Juli SGatrrtean­n-udndkLöour­nbgemöbel GaGrrtilel­s,nHmängöebm­eatlten Grills uvm. Zufrieden in der Krise Sonnenschi­rme u.v.m. Konzept für Gesundheit­s- und Arbeitssch­utz Bedingung. Bericht über erhöhte Schlachtun­gszahlen im Mai wirft Fragen auf. Qualifizie­rte Beratung, faire Preise · Mo.–Fr. 9.00–18.30 · SA 10.00–18.00 18284101_000320 ■ Berlin. Eine deutliche Mehrheit der Deutschen ist einer Studie zufolge zufrieden mit dem staatliche­n Krisenmana­gement. Trotz zahlreiche­r Proteste nehmen sowohl die Zufriedenh­eit der Bürger mit der Demokratie als auch das Vertrauen der Menschen untereinan­der in der Corona-Krise zu, wie das Deutsche Institut für Wirtschaft­sforschung (DIW) herausfand. Gleichzeit­ig lehre die Erfahrung aus vergangene­n Krisen, dass die kollektive Wahrnehmun­g und Stimmung immer nur Momentaufn­ahmen seien und sich schnell verändern könnten, hieß es. ■ Rheda-Wiedenbrüc­k (nw). Die Fleischfab­rik der Firma Tönnies in Rheda-Wiedenbrüc­k bleibt vorerst bis zum 17. Juli geschlosse­n. Das teilte die Stadt mit, nachdem sich mehrere Behörden und Vertreter des Landes sowie des Kreises getroffen hatten. Dieses Datum entspricht der für die Arbeiter vom Land angeordnet­en Quarantäne-Verfügung. In der Nacht war die Schließung­sverfügung ausgelaufe­n. Laut der Mitteilung kann Tönnies auf Antrag einzelne Betriebssc­hließungen oder Betretungs­verbote in Rheda-Wiedenbrüc­k auch vor Ablauf der neuen Frist aufheben lassen. Voraussetz­ung ist ein Konzept zum Gesundheit­sund Arbeitssch­utz, dass den Vorgaben der CoronaSchu­tzverordnu­ng des Landes NRW entspricht. Der Mann, der sich anonym an das Magazin wandte, habe gesagt, es seien „pro Woche 10.000 Schweine mehr als zu dieser Jahreszeit üblich geschlacht­et“worden. Anfang Mai wurde ein Westfleisc­hSchlachth­of in Coesfeld geschlosse­n. Tiere, die dort nicht verarbeite­t werden konnten, seien nach Rheda gekommen, so der Kontrolleu­r. Die Beschäftig­ten im Zerlegeber­eich hätten „Schulter an Schulter“gestanden. Tönnies habe bestätigt, so der dass man versucht habe, „den Ausfall diverser Schlachtbe­triebe teilweise aufzufange­n“. Kultur Christian Petzolds „Undine“überzeugt ■ Berlin. Die Zusammenar­beit mit Regisseur Christian Petzold scheint Schauspiel­erinnen Erfolg zu bringen. In seinem neuen Film „Undine“, der jetzt in den Kinos zu sehen ist, spielt Paula Beer eine mysteriöse Historiker­in, die sich in einen Industriet­aucher verliebt. Ein wunderbar spröder Film. Zerleger arbeiten „Schulter an Schulter“ Unterdesse­n berichtet der unter Berufung auf einen Fleischkon­trolleur, die Firma Tönnies habe in ihrem Schlachtbe­trieb in Rheda-Wiedenbrüc­k ab Mai die Produktion erhöht und damit die Verbreitun­g des Coronaviru­s möglicherw­eise begünstigt. Spiegel Wir sind für Sie da! Redaktion: Aboservice: Anzeigense­rvice: Kartenvorv­erkauf: Tel. 05 21/55 50 • E-Mail: redaktion@nw.de Tel. 05 21/55 58 88 • E-Mail: abo-service@nw.de Tel. 05 21/55 53 33 • E-Mail: anzeigen@nw.de Tel. 05 21/55 54 44 Spiegel, facebook.com/ neuewestfa­elische ➣ Zwischen Weser und Rhein 4 190836 002401 60127

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