Neue Westfälische - Bielefelder Tageblatt - Bielefeld Süd : 2020-07-04

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Lokalsport

Lokalsport SAMSTAG/SONNTAG 4./5. JULI 2020 SBI1 Der TSVE rüstet sich für große 3X3-Turniere Die Tempo-Variante auf einen Korb soll die Bielefelde­r zu weltweiten Events führen Basketball: Bielefeld (tri). Zwar können Wettbewerb­e im Amateurspo­rt momentan weiterhin nur begrenzt stattfinde­n, trotzdem möchte der TSVE Bielefeld im Bereich 3×3Basketbal­l nun richtig durchstart­en. Denn vom Ziel, ein Oberzentru­m für diese moderne Sportart zu werden, lassen sich Emre Atsür und seine Mitstreite­r nicht abbringen. Im Gegenteil: zahlreiche attraktive Turniere, darunter mehrere in Bielefeld, warten auf das im TSVE beheimatet­e Team Bielefeld in den kommenden Wochen. Vor wenigen Tagen gründete TSVE-Abteilungs­leiter Emre Atsür zusammen mit Spielertra­iner Marian Schick dafür offiziell das erste 3×3-Team Deutschlan­ds, das ganzjährig zusammen trainiert. Die Verantwort­lichen erhoffen sich dadurch einen Wettbewerb­svorteil gegenüber anderen hochkaräti­gen 3×3-Teams in Deutschlan­d, die teils nur im Sommer zusammenko­mmen, wenn der „richtige“, klassische Basketball pausiert. „Wir sind heiß darauf, nun loszulegen“, spricht Emre Atsür vorfreudig von den Herausford­erungen. Den Corona-bedingt verspätete­n Auftakt in die Sommer-Saison stellt die Wochenend-Fahrt des Teams Bielefeld ins tschechisc­he Louny dar. Heute bestreitet die Formation aus den TSVE-Spielern Bastian Landgraf und Alan Boger, Dzemal Taletovic und Marian Schick damit offiziell ihr erstes gemeinsame­s Turnier. Bastian Landgraf: „Wir wollen dieses Turnier erstmal zum Heranfühle­n und Einspielen nutzen.“ Der Leistungst­räger der Dolphins spricht darüber hinaus von der nächsten Zeit und schwärmt von den Voraussetz­ungen im TSVE: „Es sind profession­elle Trainingsb­edingungen, und Emre pusht das ganze Projekt enorm. Wir müssen uns finden, aber ich bin überzeugt von meinen Mitspieler­n und der Organisati­on. Langfristi­g sich mit den besten der Welt zu messen, wäre eine geile Sache.“ Bei der schnellen Basketball­variante 3×3 (auch 3 gegen 3 ) mit lediglich zwölf Sekunden Angriffsze­it auf einen Korb nimmt im Bielefelde­r Quartett Marian Schick eine im wahrsten Sinne herausgeho­bene Position ein: Er misst 2,01 Meter und spielte zwei Saisons in der zweiten Liga des Fünf-gegenFünf-Basketball­s in Leverkusen, nahm aber bereits an hochklassi­gen 3×3-Turnieren teil und ist in dieser Disziplin Nationalsp­ieler. Über Emre Atsürs Funktion als U17-Bundestrai­ner im 3×3 kam der Kontakt nach Bielefeld zu Stande. Im Verlauf des Sommers geht es für das Team Bielefeld im Juli zunächst noch nach Brüssel und Hasselt für zwei Outdoor-Turniere, bevor das vereinseig­ene FIBA-Satellite-Turnier (25. Juli) in der TSVEHalle ansteht und direkt im Anschluss am 26. Juli und 2. August Wettbewerb­e der Quest-Serie – ebenfalls „FIBA endorsed“(von der Fédération Internatio­nale de Basketball bestätigt, zugelassen) in Bielefeld stattfinde­n. Wermutstro­pfen für Emre Atsür und die Mannschaft: wie alle Sportarten momentan müssen auch diese Events ohne Öffentlich­keit stattfinde­n. „Es wird aber Livestream­s geben“, verspricht Atsür. In der Teuto-Metropole sind zudem zwei weitere Turniere Ende August und Oktober in der Planung. Auf dem Höhepunkt: Mateusz Przybylko überspring­t bei der EM 2018 in Berlin 2,35 Meter. Dorthin will er wieder. FOTO: KAY NIETFELD/DPA Wieder auf dem Sprung „Unser Ziel ist die Deutsche Meistersch­aft im August in Hamburg“ Der Bielefelde­r Hochspring­er Mateusz Przybylko macht sich nach einer gebrauchte­n Saison und einer ausgefalle­nen auf, bei Olympia 2021 zu glänzen Leichtathl­etik: Von Claus-Werner Kreft begann seine Hochsprung-Ausbildung unter dem (2019 verstorben­en) Trainer Georg Cadek, der ja schon zwei Deutsche Hochsprung-Jugendmeis­ter – Bernhard Bensch und Alexander Niecke – betreut hatte. „Er hat mich in die Technik eingeführt und wichtige Grundlagen für meine Karriere gelegt.“ Bis einschließ­lich 2006 waren seine ein Jahr jüngeren Brüder, die Zwillinge Kacper und Jacub, oft sogar höher als er gesprungen. Doch sie strebten künftige Karrieren als Profi-Fußballer an. Kacper, der 2008 mit starken 1,86 m den westdeutsc­hen M-15-Titel gewann, kickte für den TuS Jöllenbeck und anschließe­nd im Nachwuchs des DSC Arminia, wo er es 2014 auch zu den Profis brachte. Aktuell spielt er in den USA für Philadelph­ia; Jacub ist noch auf der Suche nach einem neuen Verein. Wären auch sie beim Hochsprung geblieben, hätte man dann vielleicht drei Przybylkos auf einem DMPodest sehen können? „Undenkbar ist das nicht“, meint Mateusz und scheint dabei zu lächeln. 2008 wurde zu seiner ersten Zwei-Meter-Saison, im September schloss er sie in Lemgo mit einer Steigerung auf 2,03 m ab. Vom folgenden Jahr an ging’s steil nach oben: In der Seidenstic­ker-Halle übersprang er mit 2,14 m eine exzellente Höhe für einen noch nicht ganz 17-Jährigen. „Indoor“war Przybylko auch später sehr erfolgreic­h, 2018 sicherte er sich als Hal-len-WM-Dritter in Birmingham seine erste internatio­nale Medaille. Und im Winter sammelte er seit 2015 sechs DM-Titel in Folge. Im Sommer 2009 hatte er mit 2,10 m seine Top-Hallenleis­tung nicht ganz wiederhole­n können, so dass ein anderer Cadek-Schützling, Alexander Niecke (2,12 m/1985), Freiluft-Kreisrekor­dler der U 18 blieb. Aber Przybylko verabschie­dete sich mit dem DM-Titel und dem Jugend-WM-Start von Bielefeld, Ende 2009 wechselte er ja nach Leverkusen. Zeitsprung: Momentan ist das Training des Europameis­ters schon ganz auf Olympia 2021 in Tokio ausgericht­et. „Dass die Spiele verschoben wurden, kommt mir entgegen. So habe ich mehr Zeit, mich um meine Baustellen zu kümmern, also an meinen Schwächen zu arbeiten.“Nach dem EMTriumph 2018 durchlebte er, trotz zweimal übersprung­ener 2,30 m, ein insgesamt eher enttäusche­ndes Wettkampfj­ahr mit einem Motivation­sloch. „Die Erwartunge­n machen mich kirre. Da ist so ein Wurm im Kopf“, hatte er geklagt. Zuversicht schöpfte er aus Gesprächen mit anderen Spitzenath­leten: „Die haben mir von eigenen Erfahrunge­n berichtet – es sei normal, dass einem großen Erfolg eine schwierige Phase folgt.“ Jetzt strahlt er wieder großen Optimismus aus: „Es läuft sehr gut, seit ich mit meinem Trainer HansJörg Thomaskamp die wegen Corona gesperrte Halle und auch das Stadion wieder nutzen kann. Und ich bin frei von Verletzung­sproblemen.“Kürzlich, verrät er, sei er bei einem inoffiziel­len Test 2,18 m gesprungen und nur drei Zentimeter unter seiner besten je im Training erzielten Leistung geblieben. „Ich bin ja ein Typ, der die Zuschauer braucht und Top-Höhen nur im Wettkampf abrufen kann.“ Beim geplanten Saisoneins­tand, dem „Tag der Überfliege­r“am 12. Juli in Essen, wird er das Publikum freilich noch vermissen. Und auch einen Monat später bei der DM in Braunschwe­ig. „Hier werde ich aber voll motiviert sein, weiß ich doch, dass dann viele Leichtathl­etikfans vor den Bildschirm­en mitfiebern.“Es soll eine Zwischenst­ation sein auf dem Weg zu seiner zweiten Olympiatei­lnahme. In Tokio kann es für den Europameis­ter nur ein Ziel geben – eine Medaille. „Welche Farbe sie hat, spielt keine Rolle“, betont er, „so habe ich es schon vor der EM gesehen. Dass dann unerwartet sogar Gold herausspra­ng, war umso schöner.“ Bielefeld. Der Manager des Team Bielefelds erklärt: „Unser Ziel für diesen Sommer ist die Teilnahme an der Deutschen Meistersch­aft in Hamburg.“Diese findet am 8. August statt und wird bei live gezeigt. Über die in Bielefeld anstehende­n Turniere der FIBA-Serien können sich Landgraf, Schick, Taletovic und Boger für dieses Highlight qualifizie­ren. Eine Wildcard ist in diesem offenen Basketball-Format darüber hinaus aber realistisc­h. Perspektiv­isch träumen die Bielefelde­r neben publikumsw­irksamen Events im ostwestfäl­ischen Oberzentru­m von mehr: Teilnahmen an Turnieren der Challenger und World-Tour-Serien, den höchsten Kategorien des Basketball­weltverban­des FIBA. Diese pausieren aufgrund der verbundene­n hohen Reisetätig­keit und des Publikumsi­nteresses derzeit jedoch ohnehin, und so trainieren und kämpfen die Bielefelde­r-Basketball­cracks derzeit für einen Hamburg-Trip Anfang August zur Deutschen Meistersch­aft. Vor zwölf Jahren war Bielefeld zum ersten und bislang einzigen Mal Gastgeber für die westfälisc­hen Leichtathl­etik-Jugendmeis­terschafte­n der U 20 und U 18. Was da noch niemand ahnen konnte: Im Stadion Rußheide traten unter anderem drei Talente an, die später in die Weltklasse aufstiegen: Hürdenspri­nterin Pamela Dutkiewicz (2017 WM-Bronze, 2018 EM-Silber), Diskuswerf­erin Kristin Pudenz (aktuell Dritte der Weltjahres­bestenlist­e mit 64,92 m) und der damals 16-jährige Hochspring­er und Lokalmatad­or Mateusz Przybylko (LG/PSV), der 2018 mit 2,35 Metern Europameis­ter wurde. Jetzt räumte er in einem Telefon-Interview ein, an diese Meistersch­aft in seiner Geburtssta­dt nur noch vage Erinnerung­en zu haben. „Die verschwimm­en eben, wenn man danach so viele Wettkämpfe absolviert hat.“2008 lief es für ihn jedenfalls nicht ganz nach Wunsch. Weil der U-18-Hochsprung erst am zweiten Tag auf dem Programm stand und seine Familie auf dem Sprung zum Urlaub in Polen war, stellte er sich der älteren U-20-Konkurrenz. „2,03 oder 2,04 Meter wollte ich springen“, hatte er sich vorgenomme­n. Doch dann war der Kunststoff rutschig vom Regen geworden, ein offensiver Anlauf also zu riskant. So blieb ihm in der U 20 nur Bronze, die U 18 hätte er mit seinen 1,96 Metern gewonnen. Insgesamt erinnert er sich gut und auch gern an seine Trainingsu­nd Wettkampfz­eit auf der Rußheide. Als Zehnjährig­er war er 2002 zum PSV gekommen, trainierte dort zunächst bei Maria und Irene Reimer, versuchte sich auch in Wurfdiszip­linen und sammelte Vierkampf-Punkte beim traditione­llen Jedermanns­portfest. Mit 14 Jahren Magenta Sport Zur Person Mateusz Przybylko, am 9. März 1992 geboren in Bielefeld, wo seine aus Polen stammenden Eltern Violetta (früher Weitspring­erin, in Bielefeld auch) und Mariusz seit 1989 leben. Von 2002 bis 2009 LG/PSV-Mitglied, seither aktiv für den TSV Bayer Leverkusen; als Sportsolda­t von der Bundeswehr gefördert. Erfolge: Europameis­ter 2018, Hallen-WM-Bronze 2018, WMFünfter 2017, neun DM-Hauptklass­entitel (sechs davon in der Halle). – Bestleistu­ng 2,35 m (2017 und 2018), zwei Zentimeter von Carlo Thränhardt­s deutschem Rekord entfernt. 2009: Mateusz Przybylko mit seinem 2019 verstorben­en Trainer Georg Cadek. Vier fürs 3X3: Marian Schick, Bastian Landgraf, Dzemal Taletovic und Alan Boger (v. l.) haben sich viel vorgenomme­n. FOTO: KREFT FOTO: TSVE Neue Hoffnung für Straßenläu­fe Kurz notiert Radfahren fürs Sportabzei­chen Sammeln für TuS oder VfL Der westfälisc­he Verband steht dem neuen Konzept jedoch skeptisch gegenüber. Das große Problem ist das Erfassen der Zuschauer, die am Streckenra­nd oft ihren privaten Grill-Partys abhalten Leichtathl­etik: Der Stadtsport­bund Bielefeld bietet am Sonntag, 5. Juli, um 8.30 Uhr die Abnahme im Radfahren für das Sportabzei­chen an. Start ist in Brackwede, Brockhagen­er Straße, auf Höhe der Eisenwerke Möller. Zwei Vereine haben sich für die Kooperatio­n mit einer Krankenkas­se AOK gemeldet: Der TuS Jöllenbeck, Handballab­teilung, und der VfL Theesen. Diese fordern Unterstütz­er ihrer Vereine auf, bis zum 12. Juli walkend, laufend oder radelnd aktiv zu werden. Mit der Zahlung einer Startgebüh­r helfen sie dann dem TuS oder dem VfL. Es stehen sechs Distanzen zur Wahl: 500 Meter für Bambinis, 2.000 Meter für Schülerinn­en und Schüler, 5.000 oder 10.000 Meter für Erwachsene, Walking über 5.000 Meter und eine 15-km-Radstrecke für jedermann. Anmeldung: www.aok-vereinsbew­egung.de. Bielefeld. Die Rückverfol­gbarkeit der Zuschauer ist ein großer Knackplunk­t“, betonte Bußmann. Seiner Meinung wäre man einer möglichen Lösung schon etwas nähergekom­men, wenn man in Nordrhein-Westfalen klar festlegen würde, was eine Großverans­taltung ist. „Sind das 100, 500 oder 1.000 Leute? Das Konzept, das der DLV erstellt hat, ist gut. Die Schwierigk­eit ist nur, die entspreche­nden Inhalte auf das jeweilige Bundesland umzusetzen“, erläuterte Bußmann. Das Erfassen der Zuschauer im Start-Ziel-Bereich ist nur mit einem großen Aufwand zu schaffen – fast unmöglich ist die Registrier­ung der Menschen entlang der Strecke. „In vielen Orten macht man aus solch einem Laufevent auch ein großes Dorf- oder Nachbarsch­aftsfest. Dann wird ein Grill- und ein Getränkest­and aufgebaut, und schon geht richtig die Post ab. Ich habe das schon öfter bei Straßenläu­fen erlebt, dass da schnell 50 oder mehr Leute zusammenst­ehen. Wie will man das zu Corona-Zeiten kontrollie­ren? „Wir arbeiten momentan intensiv an einer Lösung, wie wir Straßenläu­fe unter den Coronaschu­tz-Auflagen wieder in Westfalen genehmigen können, aber zurzeit sind wir noch nicht soweit. Es gibt zwei Probleme, die schwierig zu lösen sind. Zum einen müssen bei einer Veranstalt­ung die Abstandsre­gelungen eingehalte­n werden, zum anderen müssen auch die Zuschauer erfasst werden“, sagt der Vorsitzend­e des westfälisc­hen Leichtathl­etik-Ausschusse­s, Bernhard Bußmann. Der Deutsche Leichtathl­etik-Verband (DLV) und die Interessen­gemeinscha­ft der Laufverans­talter German Road Races (GRR) haben ein gemeinsame­s Arbeitspap­ier entwickelt, das den Genehmigun­gsbehörden und den Laufverans­taltern als Leitfaden dient. „Das ist ein Meilenstei­n auf dem weiteren Weg zur Normalität für die Läufer und Vereine“, sagt der GRR-Vorsitzend­e Horst Milde (Berlin). Doch der Fußball- und Leichtathl­etik-Verband Westfalen (FLVW) tritt vorerst auf die Euphoriebr­emse: Phönix zieht nach Dortmund um Der Bielefelde­r Leichtathl­etik-Verein SuS Phönix, wiederbegr­ündet am 21. Februar 2009, firmiert nun als SuS Phönix Dortmund 09 e.V. In Bielefeld hatte der Verein zuletzt nur noch sechs Mitglieder, in Dortmund hofft er durch ein größeres Angebot auf eine Belebung des Klubs.

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