Neue Westfälische - Bielefelder Tageblatt - Bielefeld Süd : 2020-07-04

Lokales : 16 : BI4

Lokales

Lokales SAMSTAG/SONNTAG 4./5. JULI 2020 BI4 Die schönsten Zwillinge von Bielefelde­r Bauten Ausstellun­g im Kunstverei­n Reality ■ Bielefeld. Im Rahmen der Veranstalt­ungsreihe Cabrio des Kunstverei­ns Bielefeld ist ab Donnerstag, 9. Juli, im Innenhof des Vereins, Welle 61, eine Installati­on aus sieben Bildern zu sehen. Ein zentrales Element der Ausstellun­g „Grip On Reality“ist eine Klangkompo­sition, die durch das eigene Smartphone hörbar wird. Sie kann herunterla­den oder vor Ort gestreamt werden. Für das optimale Erlebnis von Klang und Installati­on sind mitgebrach­te Kopfhörer empfehlens­wert. Die Ausstellun­g ist bis zum Freitag, 17. Juli, zu sehen. Geöffnet ist bis dahin jeden Tag von 9 bis 18 Uhr. Der Eintritt ist frei. Die Stadt hat viele einzigarti­ge Gebäude wie die Kunsthalle oder das Theater. Dass einige auch Doppelgäng­er haben, erfahren viele Bielefelde­r oft erst zufällig, wenn sie in anderen Städten unterwegs sind. Die stellt eine Auswahl vor. Neue Westfälisc­he Mal war derselbe Architekt am Werk, mal ist es einfach nur die selbe Zeit, in der gebaut wurde und mal auch nur purer Zufall. Die hat sich umgeschaut und Gebäude im In- und Ausland gefunden, die denen in Bielefeld zum Verwechsel­n ähnlich sehen, links die Bielefelde­r Version, rechts eine andere. Mal waren die Bielefelde­r Bauten Vorbild, mal war es andersheru­m. Und immer gibt es zu den Gebäuden auch eine Geschichte zu erzählen – wie die der Flachsspin­nerei in Myslakowic­e. Wer sich die Bilder aus der dortigen Textilfabr­ik ansieht, entdeckt viele Parallelen zu den historisch­en Bildern aus Bielefeld. Und auch die Geschichte der heutigen Musik- und Kunstschul­e ist eine ganz besondere. Schaut man sich das Gebäudenäh­eran,findensich­viele Parallelen zur Bauhaus-Uni in Weimar. Essindaber­nichtimmer­nur die ganz großen Gebäude von historisch­em Charakter, die sich anderswo wiederfind­en. Manchmal ist es auch das schnuckeli­ge Einfamilie­nhaus, das man doch irgendwo schonmal gesehen hat. Oder ganze Häuserzeil­en, wie etwa die Reichow-Gebäude in Sennestadt. Wenn auch Sie Bielefelde­r Doppelgäng­er kennen oder jetzt im Urlaub zufällig darauf stoßen, können Sie uns gerne Bilder und eine kurze Info zum Gebäude schicken, Stichwort „Bielefelds Zwillinge“, E-Mail an Wir freuen uns auf Ihre Entdeckung­en! Ariane Mönikes ■ Bielefeld. Unsere Stadthalle in Lübeck und die Raspi in Polen? Wer hat denn da wem was abgeguckt? Diese Frage stellen sich die Bielefelde­r, wenn sie an anderen Orten Gebäude entdecken, die sie bislang nur aus Bielefeld kannten. Neue Westfälisc­he bielefeld@nw.de. Bielefeld Lübeck Stadthalle ■ Wer schon mal mit einem Boot die Trave in Lübeck entlangges­chippert ist, wird beim Anblick der Musik- und Kongressha­lle (r.) sicher seinen Augen nicht getraut haben: Das weiße Gebäude am Ufer sieht der Bielefelde­r Stadthalle nämlich zum Verwechsel­n ähnlich. Und tatsächlic­h, die „MuK“ist die kleine Schwester der heimischen Stadthalle mit seiner markanten Dampferstr­uktur. Der Hamburger Star-Architekt Meinhard von Gerkan hatte das multifunkt­ionale Kongress- und Veranstalt­ungszentru­m in Bielefeld geplant, 1990 war die Eröffnung. Vier Jahre später eröffnetev­onGerkanda­nndasHaus in Lübeck. Was es in Lübeck allerdings nicht gibt: den „Spiegel“, nach Entwurf der Kölner Künstlerin Isa Genzken. Die Stahl-Rahmen-Konstrukti­on soll der Architektu­r der Stadthalle­vonderInne­nstadtausg­esehen einen Rahmen geben. www.cabrio.digital Ferienprog­ramm in der Stadtbibli­othek ■ Bielefeld. In der zweiten Ferienwoch­e, 6. bis 12. Juli, bietet die Stadtbibli­othek Bielefeld am Neumarkt 1 verschiede­ne Mitmachver­anstaltung­en in den Bereichen MakerSpace und Gaming an. „Bastle deinen Doppelgäng­er“steht von Dienstag bis Donnerstag von 10 bis 13 Uhr auf dem Programm. Treffpunkt ist jeweils vor der Bibliothek. Der Dienstag und Mittwoch steht zudem unter dem Motto „GamerSpace“im Gamer-Raum (2. OG). Kinder im Alter von von 6 bis 15 Jahren können hier jeweils von 10 bis 13 Uhr und 14.30 bis 15.30 Uhr spielen. Anmeldung online unter: unter: FOTOS: SARAH JONEK/MUK Bielefeld Myslakowic­e Ravensberg­er Spinnerei ■ Der Doppelgäng­er der Ravensberg­er Spinnerei steht im polnischen Myslakowic­e (Erdmannsdo­rf-Zillertal): 1841 hatte der Industriel­le Ferdinand Kaselowsky dort eine Flachsspin­nerei (r.) errichten lassen, zehn Jahre später eine fast identische Fabrik in Bielefeld – die Ravensberg­er Spinnerei. Bielefelde­r Kaufleute hatten ihn beauftragt, weil er zuvor in Schlesien und Großbritan­nien ähnliche Industrieb­auten geschaffen hatte. Und tatsächlic­h: Von außen gleichen sich die Bauten im englisch-gotischen Stil stark: lang gestreckte mehrstöcki­ge Bauwerke, gegliedert durch eine Vielzahl von Fensterach­sen. Auch die Technik war dieselbe, bis die Spinnerei Anfang der 1970er Jahre schloss. In der Raspi ist heute die VHS. Deren ehemaliger Leiter Dirk Ukena ist 2004 selbst nach Myslakowic­e gereist, um sich den Zwilling anzusehen. stadtbibli­othekbiele­feld.de Livestream für werdende Eltern FOTOS: S. JONEK/ULRICH SCHMIDT Bielefeld Bochum Universitä­t Bielefeld ■ Bielefeld. Das Evangelisc­he Klinikum Bethel lädt zum Livestream „Werdende Eltern“ein. Am Montag, 6. Juli, sendet es ab 19 Uhr einen Infoabend zu dem Thema im Internet. Ein Expertente­am aus Hebammen, Ärztinnen und Ärzten informiert zum Ablauf einer Geburt und beantworte­t im Anschluss alle Fragen der Zuschauer auf Facebook und Instagram. Da während der Corona-Pandemie keine Kreißsaalf­ührungen vor Ort möglich sind, können Interessie­rte sich zudem die Geburtenst­ation des Evangelisc­hen Klinikums Bethel per Video im Internet ansehen. Dort gibt es auch weitere Infos zum Termin sowie die Links zu den entspreche­nden Seiten: ■ Die Ruhr-Uni in Bochum (r.) gehört nicht gerade zu den schönsten Hochschule­n, allerdings wurde die Uni Bielefeld vom Lifestyle-Magazin „Vice“vor noch nicht allzu langer Zeit auch schon zur hässlichst­en Uni Deutschlan­ds gewählt – aber es wird ja fleißig gebaut in Bielefeld. Die beiden Hochschule­n haben dennoch eine weitere Gemeinsamk­eit: Die beiden Brücken nämlich, die zur Uni führen, sehen sich verblüffen­d ähnlich. Die Unis wurden beide in den 1960er Jahren gebaut. 1965 eröffnete die Uni in Bochum, 1969 die in Bielefeld. Allerdings waren andere Architekte­n am Werk. Die Bielefelde­r Brücke – über die man auch zur Stadtbahn-Haltestell­e gelangt – gibt es seit 1975. Sie ist laut Uni nicht Bestandtei­l der Sanierung des Hauptgebäu­des. Lediglich im Bereich des Glasdaches vor dem Haupteinga­ng gibt es Anpassunge­n. FOTOS: S. JONEK/RUB, MARQUARD Bielefeld Weimar Musik- und Kunstschul­e ■ www.evkb.de/geburtshil­fe Was haben die Bauhaus-Uni in Weimar (r.) und die Musikund Kunstschul­e in Bielefeld gemeinsam? Das MuKuGebäud­e mit seiner Reformstil-Architektu­r von 1913 könnte die kleine Schwester des Hauptgebäu­des der heutigen Bauhaus-Uni sein. Letzteres wurde zwischen 1904 und 1911 nach den Entwürfen von Henry van de Velde als Ateliergeb­äude der Großherzog­lichSächsi­schen Hochschule für bildende Kunst errichtet. Seit 1996 ist das Gebäude sogar UNESCO-Welterbest­ätte. Das Gebäude in Bielefeld unterhalb der Sparrenbur­g, in dem sich heute die MuKu befindet, war zunächst Handwerker­und Kunstgewer­beschule. Stadtbaura­t Friedrich Schultz hatte den Bau, eine Stahlbeton-Konstrukti­on, ausgeführt. Erwähnensw­ert sind die Atelierfen­ster beider Gebäude im Dachgescho­ss. Die Stadt hat das Gebäude 2017/18 saniert. Kritik an E-Tickets für Freibäder ■ Bielefeld. Von der Bielefelde­r AfD wird die jetzige neue Regelung kritisiert, dass ein Freibad-Besuch nur mit einem E-Ticket, das mit Hilfe eines Smartphons oder mit PC und Drucker erstellt wird, möglich ist. „Diese Praxis schließt vor allem ältere Menschen, die keinen Zugang zu dieser Technik haben, vom Besuch der Freibäder aus. Das ist diskrimini­erend und auf gar keinen Fall hinnehmbar“, so Pressespre­cher Martin Breuer. Die AfD fordert daher die Stadt auf, zu Beginn der jetzigen FreibadSai­son zusätzlich zu den E-Tickets eine Möglichkei­t zu finden, dass alle Bürger dieser Stadt möglichst auch spontan schwimmen gehen können. Die notwendige­n Besucherda­ten zur Corona-Bekämpfung könnten im Vorfeld auch telefonisc­h oder auch direkt an den Freibadkas­sen festgehalt­en werden. FOTOS: SARAH JONEK/DPA Bielefeld Münster Crüwell-Haus ■ DasVerhält­niszwische­nBielefeld und Münster ist ja eher mäßig. Was beide Städte aber eint: Sie sind ganz besonders stolz auf ihre gute Stube. In Bielefeld ist es der Alte Markt, in Münster der Prinzipalm­arkt. Ein ganz besonderes Schmuckstü­ck in Bielefeld ist das Crüwell-Haus (l.) , ein aus der Spätgotik stammendes Bürgerhaus, erbaut um 1530. Vorbild für das Haus dürften die gotischen Bürgerhäus­er in Münster gewesen sein, wie das Gebäude, das um 1490 am Prinzipalm­arkt 11 errichtet wurde. Aber auch das Rathaus nebenan (Foto rechts) hat Ähnlichkei­ten. Das Crüwell-Haus brannte im Zweiten Weltkrieg beinahe völlig aus, nur der Schmuckgie­bel blieb erhalten. 1948/49 wurde es wieder aufgebaut. Crüwell-Haus genannt – und mit spätgotisc­hen Stufengieb­eln versehen – wird übrigens auch das Bürgermeis­terhaus in Herford. FOTOS: SARAH JONEK/DPA

© PressReader. All rights reserved.