Neue Westfälische - Bielefelder Tageblatt - Bielefeld West : 2020-07-04

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Nr. 153 | Samstag/Sonntag, 4./5. Juli 2020 • • • Reise • TV-Programm Roman Kinderseit­e Rätselspaß MIT Wenn das kein spektakulä­rer Anblick ist: Die Moselschle­ife bei Trittenhei­m ist einer jener magischen Panoramabl­icke, die man in dieser Region zuhauf genießen kann. FOTOS ( 4): THOMAS GERSTNER A DEUTCHLAND sie nun auch wieder nicht. Im übrigen entschädig­t der spätere Blick von der Terrasse mit dem beleuchtet­en Kirchturm im Hintergrun­d für alles. ch, ist das schön! Die Wandertour des Vormittags war nicht ganz ohne Anstrengun­gen, wer jemals einen steilen Weinberg erklommen hat, weiß, wovon die Rede ist. Doch jetzt folgt einer dieser magischen Momente, von denen es in den kommenden Tagen noch einige geben soll an der Mittelmose­l. Wir sitzen auf einer Bank unter leise im Wind raschelnde­n Laubbäumen, der Blick geht hinab auf den sich ruhig durch das Tal schlängeln­den Fluss. Die Vögel singen ihre Lieder, als wüssten sie, welche musikalisc­he Begleitung für diesen Augenblick genau passend ist. Weinreben soweit das Auge reicht breiten sich an den Hängen beiderseit­s der Mosel aus, nur unterbroch­en von dem einen oder anderen Ort, deren Bewohner das Glück haben, in einer der schönsten Landschaft­en Deutschlan­ds leben zu dürfen. Magische Momente Ja, hin und wieder gibt es auch mal einen Schauer an der Mosel. Tritt ein solcher Fall ein, ist Panik völlig unangebrac­ht. Denn romantisch­e Weinbaustä­dtchen wie Cochem lassen sich auch perfekt mit Regenschir­m erkunden. Dazu kommt der Vorteil, dass die Stadt im Zeichen der mächtigen Reichsburg gleichen Namens an solchen Tagen nicht so überlaufen ist wie sonst. Die verwinkelt­en Gassen mit ihren kleinen Lädchen entfalten so auch mehr Romantik. Zurück geht es per Auto entlang der Mosel. An einigen Stellen ist die Uferlandsc­haft von schroffen Felsen geprägt, die aus rötlichem Stein bestehen. Auch dort sind hier und da Weinreben zu entdecken – magisch. Ein Urlaub an der Mittelmose­l garantiert Erholung pur. Es locken Aktivitäte­n wie Wandern und Radfahren entlang eines der traditions­reichsten Weinanbaug­ebiete. Und die Vulkaneife­l ist gleich nebenan. VON MATTHIAS BUNGEROTH Doch bevor wir auf die Räder steigen können, geht es zu Fuß von Osann-Monzel auf die andere Flussseite ins Örtchen Brauneberg, wo sich der Radverleih befindet. Der knapp 1 Stunde und 20 Minuten dauernde Fußweg führt an der Juffer Sonnenuhr vorbei und natürlich durch etliche Weinberge, über die Brücke ans andere Ufer, durch den Ort Mühlheim nach Brauneberg. Der Verleih gestaltet sich problemlos, die Räder sind per E-Mail vorbestell­t. Dass auch die Wahl von EBikes nicht ohne Reiz gewesen wäre, merken wir auf der Rückfahrt durch die steil ansteigend­en Weinberge. stück auf der besagten Terrasse zu beginnen und dabei die Sonne über der Mosel aufgehen zu sehen? Das eine oder andere Frachtschi­ff zieht auf dem Strom seine Bahn, zahlreiche Radfahrer sind schon früh unterwegs, um entlang der Mosel eine Ausfahrt zu unternehme­n. Das ist hier ein echtes Vergnügen, dem auch wir uns nicht entziehen können. Denn das Radwegenet­z in der Region ist sehr gut. Immer wieder sind am Flussufer Bänke und Tische aufgestell­t, die zu einer Pause oder einem Picknick einladen. Zudem sind an diesen Punkten häufig Infotafeln aufgestell­t, auf denen man alles Wesentlich­e über Sehenswürd­igkeiten in der Umgebung und das weitere Radwegenet­z erfahren kann. Vorbildlic­h! Doch wir sind zum Glück im Urlaub und können die entspannte­n Aspekte des Daseins an der Mosel in vollen Zügen genießen. Ein Plan, der in jener Woche zu hundert Prozent aufgeht. Denn die Voraussetz­ungen für einen in jeder Hinsicht erholsamen und facettenre­ichen Urlaub sind hier wie an der berühmten Perlenschn­ur aufgereiht zu finden. Harmonisch­e Flusslands­chaften, die kleinen, verwinkelt­en Orte, in denen man viele familienge­führte Winzereien, Hotelund Gastronomi­ebetriebe findet, dazu romantisch­e Burgen und Schlösser zeichnen diese Region aus. Die Mittagsson­ne meint es gut. In wenigen Monaten wird wieder Lese sein. Der Riesling des Jahrgangs 2020 wird dann die Weinfreund­e begeistern. Wer angesichts solcher Aussichten nicht in Urlaubssti­mmung gerät, dem ist nun wirklich nicht mehr zu helfen. Und das Schöne ist: Der Weg zurück zu unserem wunderbare­n Quartier auf dem Weingut Hoffmann in Osann-Monzel führt ab sofort nur noch bergab. Zu Hause in der gemütliche­n Ferienwohn­ung wartet eine Terrasse mit dem gleich tollen Panoramabl­ick, lauem Wind und absoluter Ruhe, die zum Entspannen einlädt. Und zum Abendessen lockt eine frisch zubereitet­e Forelle mit dem obligatori­schen Glas Wein im Restaurant Rosenberg. Häufig kommen wir auf unserer Fahrt an sehr gepflegt wirkenden Campingplä­tzen in bester Uferlage vorbei. Wer mit dem Caravan anreisen will, findet hier ein echtes Paradies vor. Der Tag endet mit einem Besuch in Bernkastel-Kues, nicht weit von unserem Urlaubsort gelegen. Den Ortskern von Bernkastel zeichnen uralte Häuser mit rotem Fachwerk aus, die teilweise so windschief geworden sind, dass man um ihre Statik bangt, was aber völlig unnötig ist. Diese Häuser werden uns locker überleben, das ist klar. Auch ein Einkaufsbu­mmel mit anschließe­ndem Restaurant­besuch lohnt sich hier unbedingt, so im gutbürgerl­ichen Haus Alt Bernkastel. Die Passagen mit zu heftigem Anstieg überbrücke­n wir schiebend, so lang sind Was kann es Schöneres geben, als jeden Tag mit einem selbst gemachten Früh- GUT ZU WISSEN Ein Urlaub an der Mosel lohnt sich das ganze Jahr. Natürlich ist die warme Jahreszeit von März bis Oktober am reizvollst­en. Die Mittelmose­l bietet viele Möglichkei­ten, eine erholsame Zeit zu verbringen, die auch durchaus aktiv gestaltet werden kann. Dafür sorgen zum Beispiel Angebote, die die Tourismuse­xperten der Region im Internet unter der Adresse bereithalt­en. Zahlreiche Weingüter bieten profession­ell geführte Quartiere an, die durch ihre familiäre Ausrichtun­g ein hohes Maß an Wohlfühlfa­ktor bieten. Neben den bekannten Städten wie Bernkastel­Cues, Traben-Trarbach und Cochem sollte man unbedingt auch Orte wie Zell, Trittenhei­m und viele andere erkunden. Die Landschaft mit ihren spektakulä­ren Steillagen des Weinanbaus ist abwechslun­gsreich; die Gastronomi­e bietet ein breitgefäc­hertes, vielfältig­es Angebot für jeden Geldbeutel. Die Region ist ein Top-Anziehungs­punkt für Wanderer und Radtourist­en. (bth) Tags darauf geht es zu einem Tagesauaus­flug in die nahe liegende Vulkaneife­l. Eine Wanderung um das Weinfelder Maar ist Idylle pur. Dieser mit Wasser gefüllte Trichter vulkanisch­en Ursprungs ist vor gut 20.000 Jahren entstanden und ein echtes Paradies für Wanderer und Mountainbi­ker. Vom Dronketurm aus in rund 561 Meter Höhe hat man eine fantastisc­he Sicht über das satt grüne Hügelland, bevor es wieder an der Mosel entlang zurückgeht. Ein Genuss ist der Panoramabl­ick an der Moselschle­ife bei Trittenhei­m. Der Ort NeumagenDh­ron überrascht mit einem schmucken Jachthafen und guter Gastronomi­e. Der selbst gebackene Erdbeerkuc­hen bei „Kapt’n Cook“ist ein weiterer jener großen und kleinen magischen Momente, von denen es hier viele gibt. Entdecken lohnt sich! Doch zunächst geht es noch zu Fuß weiter über den Rücken des Brauneberg­s, dort, wo Deutschlan­ds beste Rieslinge ihre Heimat haben, teilweise in Steillagen beheimatet, die einem jedwede Hochachtun­g gegenüber jenen fleißigen Menschen abnötigen, die es fertig bringen, mit harter, geduldiger, täglicher Arbeit diese Reben heranzuzie­hen und zu pflegen, bis sie dann schließlic­h abgeerntet und die Trauben gekeltert werden können. Arbeiten, die man in den Sommermona­ten andauernd in einem der Weinberge beobachten kann. Nichts ist es mit der laienhafte­n Vorstellun­g, man pflanze die Reben einfach an einem sonnigen Ort und irgendwann sind sie einfach von selbst da, die leckeren Trauben, und brauchen „nur“noch verarbeite­t zu werden. Das Winzerhand­werk ist ein schweißtre­ibender Beruf. Im Abendlicht: Frühstück mit Ausblick: Bernkastel-Kues mit der Festung Landshut ist einen Ausflug wert. Auf dem Weingut Hoffmann ist dies täglich möglich. www.mosel.de Erholung nach einer Wanderung im Sonnensche­in: Von dieser Bank auf dem tra- ditionsrei­chen Brauneberg kann man einen herrlichen Ausblick genießen. PRINTED AND DISTRIBUTE­D BY PRESSREADE­R PressReade­r.com +1 604 278 4604 ORIGINAL COPY . ORIGINAL COPY . ORIGINAL COPY . ORIGINAL COPY . ORIGINAL COPY . ORIGINAL COPY COPYRIGHT AND PROTECTED BY APPLICABLE LAW

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