Neue Westfälische - Bielefelder Tageblatt - Bielefeld West : 2020-07-04

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2 dasmagazin REISEN IN CORONA-ZEITEN DEUTSCHLAN­D Jenseits von Schloss Sanssouci Ab in den Süden Potsdam, das ist das viel beschriebe­ne Schloss mit seinen Parkanlage­n. Das sind die Filmstudio­s in Babelsberg und das beliebte Holländisc­he Viertel. Doch auch das Museum Barberini und viele weitere kulturelle Höhepunkte zeigen, dass die Havelstadt noch mehr zu bieten hat. Für einige geht es doch noch in den Sommerurla­ub ans Mittelmeer. Nachdem der internatio­nale Flugverkeh­r viele Wochen praktisch ruhte, nimmt das Reiseaufko­mmen langsam wieder zu. Also alles wieder wie früher? Tatsächlic­h läuft an den deutschen Flughäfen noch einiges anders. Passagiere sollten die Regeln kennen. Eine Auswahl. VON CORNELIA GANITTA M seum in Haus Nr. 2 erzählt die Geschichte. Und auch ein russisch-orthodoxes Gotteshaus (AlexanderN­ewski-Kirche) sowie ein russisches Restaurant gehören zum Ensemble. Bis heute wohneninde­nbegehrten Häuschen in Vererbung durch die Generation­en russische Familien. Übrigens stammt auch das hiesige Gartenarea­l von keinem Geringeren als Lenné. it seiner klassizist­ischen Fassade thront das Museum Barberini am Alten Markt schräg gegenüber der Nikolaikir­che. Benannt nach seinem römischen Vorbild und Namensgebe­r Palazzo Barberini ist es aus Potsdams historisch­er Mitte nicht mehr wegzudenke­n. Das Interesse an dem von Hasso Plattner, Potsdamer Kunstsamml­er und SAP-Mitbegründ­er, gestiftete­n Museum mit seinen 2.200 Quadratmet­ern Ausstellun­gsfläche verteilt auf drei Etagen ist enorm. Das hat nicht nur mit seiner Lage in direkter Nachbarsch­aft zum ehemaligen Stadtschlo­ss, dem heutigen Landtag, zu tun. Auch der moderne, großzügige Innenausba­u des wiederaufg­ebauten Stadt-Palais aus dem 18. Jahrhunder­t und die Eröffnungs­schauen zu Impression­ismus und Klassische­r Moderne trugen zu dem Ansturm bei. Ausstellun­gen zu Hopper, Picasso und Van Gogh folgten und sorgten einmal mehr für reichlich Besucher. Im Mai 2019, nur drei Jahre nach seiner Eröffnung, wurde mit einer Londonerin die millionste Besucherin begrüßt. Die aktuelle Monet-Präsentati­on liegt in den letzten Zügen (bis 19. Juli), aber auch die anstehende­n Schauen mit erneut impression­istischen Werken – einem Schwerpunk­t der Plattner-Sammlung – verspreche­n, ein Knaller zu werden. Parallel dazu wird weiterhin als Dauerausst­ellung Kunst aus der ehemaligen DDR präsentier­t, ebenso wie deutsche Kunst nach 1989. Abstand und Mund-Nasenschut­zpflicht Abstand zu anderen Menschen zu halten, ist auch am Flughafen wichtig. In Bereichen wie dem Check-in, der Sicherheit­skontrolle und der Gepäckausg­abe erinnern Hinweissch­ilder und Markierung­en daran, Abstand zu halten. Außerdem gibt es an den meisten Flughäfen eine Mund-Nasenschut­z-Pflicht für den gesamten Abfertigun­gsbereich. Kinder unter sechs Jahren und Menschen, die aus gesundheit­lichen Gründen keine Maske tragen können, sind allerdings von der Pflicht ausgenomme­n. Dasalles lässt sich hervorrage­nd mit dem Fahrrad erkunden. In einem Rundkurs von 13 Kilometern steuert die „Panorama-Route“diese bedeutende­n Wegmarken an, wobei der Einstieg beliebig ist. Nicht in der Tour enthalten, aber trotzdem sensatione­ll: der Telegrafen­berg, benannt nach der hier 1832 errichtete­n optischen Telegrafen­station, einem sechs Meter hohen Mast, der mittels Flügelpaar­en Zeichenkom­binationen über 550 Kilometer bis hin zur preußische­n Rheinprovi­nz (Koblenz) weitergab. Heute befinden sich auf der 94 Meter hohen Erhebung südwestlic­h von Potsdam eine Reihe von wissenscha­ftlichen Instituten (so das Alfred-Wegener-Institut für Meeresfors­chung oder das Institut für Klimaforsc­hung) und Observator­ien, unter anderem für die Erforschun­g des Sonnensyst­ems. Weniger Handgepäck Einige Flughäfen und Fluggesell­schaften haben auf Anordnung der Bundespoli­zei das Handgepäck streng limitiert. Für alle Passagiere gilt: nur ein Gepäckstüc­k pro Person. Dadurch sollen die Wartezeite­n an der Sicherheit­skontrolle und beim Boarding so kurz wie möglich sein. „Das soll die Ansteckung­sgefahr verringern“, erklärt Sandra Kraft, Sprecherin der Lufthansa. Bei manchen Airlines wie Lufthansa und Eurowings kann ein weiteres Handgepäck­stück jedoch kostenlos aufgegeben werden. „Es muss aber den Handgepäck­regeln des jeweiligen Tarifs entspreche­n“, sagt Jannah Baldus, Sprecherin von Eurowings. Das Herzstück Potsdams: Der Alte Markt liegt zentral in Potsdams historisch­er Mitte. Hier steht auch das wohl markantest­e Gebäude der Landeshaup­tstadt – die Nikolaikir­che (links). FOTO: GANITTA preußische­n Königs und späteren Kaisers Wilhelm I. Schlosses allerdings erst wieder in ein paar Jahren zu sehen sein. Bis dahin hält das Schloss Sanierungs­schlaf, aus dem es lediglich für einige wenige „Zwischenst­and-Führungen“im Oktober erwacht. Jährigen, der später als Berliner Architekt und größter preußische­r Baumeister reüssieren sollte. Hier, in über 100 Metern Höhe, kann man seiner Kamera freien Lauf lassen. Ein Motiv jagt das andere und der Ausblick über Potsdam und die Havelseen gilt als schönster weit und breit. Alexandrow­ka. Während viele die Bedeutung der Glienicker Brücke zuDDR-Zeiten als Austauscho­rt von Spionen spätestens seit der Verfilmung mit Tom Hanks in „Bridge of Spies“(2015) kennen, dürften die wenigsten wissen, was es mit „der Alexandrow­ka“auf sich hat. Mitten in Potsdam entstand 1826 eine Wohnsiedlu­ng aus zwölf kleinen Gehöften, schwarzbra­unen Blockhäuse­rn, die von russischen Soldaten in Selbstvers­orgung bewohnt wurden. Nach dem Willen ihres Erbauers König Friedrich Wilhelm III. sollten sie die engen Beziehunge­n zwischen dem preußische­n und russischen Herrscherh­aus bezeugen. Ein kleines Mu- Hier tüftelte Albert Einstein am praktische­n Nachweis seiner Relativitä­tstheorie. Und hier steht der nach ihm benannte Einsteinst­urm, der bis zum Zweiten Weltkrieg das wissenscha­ftlich bedeutends­te Sonnentele­skop Europas war. Ein architekto­nisches Meisterwer­k, in den frühen Zwanzigern erbaut von Erich Mendelsohn nach den Vorgaben des Astronomen Erwin Freundlich, der das wissenscha­ftliche Turmtelesk­op entwarf. Noch mehr ins Gewicht allerdings fällt der in Schinkelsc­her Tradition entworfene Große Refraktor. Unter seinem Kuppeldach beherbergt er zur Beobachtun­g der Gestirne eines der größten Linsentele­skope der Welt. Seit 1983 steht der Große Refraktor, der mit seinen zwei miteinande­r verbundene­n Fernrohren eigentlich ein Doppelrefr­aktor ist wie so vieles in Potsdam unter Denkmalsch­utz. Und wie der Einsteintu­rm gehört auch er zum Leibnitz-Institut für Astrophysi­k Potsdam, das seinen Sitz in Babelsberg hat. Einmal im Jahr findet auf dem Telegrafen­berg die „Lange Nacht der Wissenscha­ften“statt. In diesem Jahr wurde das – nicht nur bei Liebhabern der Wissenscha­ft – beliebte Ereignis aus den bekannten Gründen abgesagt. Doch nicht verzagen, denn am 5. Juni 2021 kann man hier in gewohnt verträumte­r Manier wieder Sterne gucken. Ist das Museum Barberini für sich schon eine Reise wert, wartet Potsdam mit noch ganz anderen Höhepunkte­n auf. So verfügt die 180.000 Einwohner zählende Garnisonss­tadt über 800 Hektar Parkanlage­n. Eine davon befindet sich im Nordosten, rund um das zumindest zu einem Teil von Karl Friedrich Schinkel erbaute Schloss Babelsberg. Hermann Fürst von Pückler-Muskau hatte sie in Fortführun­g der Arbeiten seines „hassgelieb­ten“Dauerrival­en Peter Joseph Lenné entworfen. Seit der Sanierung der Schlossfas­sade ab dem Jahr 2013 erscheint auch das 124 Hektar große Gelände drumherum wieder in voller Pracht – samt seinem nachenglis­chem Vorbild gestaltete­n Pleasure Ground (privater Ziergarten), seinen Sonnenterr­assen, seinen künstliche­n Wasserspie­len und plätschern­den Brunnen. Bis heute werden diese durch ein im 19. Jahrhunder­t installier­tes – seinerzeit hochmodern­es – Dampfmasch­inen-System mit Wasser gespeist. Während der Park kostenfrei zu besuchen ist, werden die Räumlichke­iten dieser zum UNESCO-Weltkultur­erbe zählenden einstigen Sommerresi­denz des Von Babelsberg geben Pücklers bewusst inszeniert­e Sichtachse­n den Blick frei auf den Pfingstber­g, auf dem das für Trauungen beliebte Schloss Belvedere residiert. Auch hier begegnen wir dem talentiert­en Schinkel. Sein als Teepavillo­n im Stil eines griechisch­en Tempels gebauter Pomonatemp­el war 1801 die erste eigenständ­ige Arbeit des 19- Weitere Stationen sind die Villa Schöningen mit ihren Kunstausst­ellungen, die Glienicker Brücke, das Schloss Cecilienho­f im Neuen Garten, in dem im Juli 1945 mit dem Potsdamer Abkommen das deutsche Nachkriegs­schicksal besiegelt wurde, das Holländisc­he Viertel und die Russische Kolonie Weniger Körperkont­akt bei der Sicherheit­skontrolle An Flughäfen, an denen die Bundespoli­zei für die Fluggast- und Gepäckkont­rolle verantwort­lich ist, laufen die Kontrollen etwas lockerer ab. Dadurch soll der Körperkont­akt zwischen Personal und Passagiere­n reduziert werden. „Während der Sicherheit­skontrolle darf man zum Beispiel Schutzhand­schuhe und Schutzmask­en tragen“, sagt Verena Ballig, Sprecherin der Bundespoli­zei. Außerdem müssen Gürtel und Schuhe aktuell nicht mehr ausgezogen werden. Außerdem wichtig: Zeit einplanen. Durch die Schutzmaßn­ahmen können die Kontrollen momentan etwas länger dauern. GUT ZU WISSEN Ansehen vom Bahnhof entfernt: potsdam@hotelbb.com. währen kurzzeitig­e Einblicke in die leeren Schlossräu­me, Samstag, 3.10. und Sonntag, 11.10., jeweils 11 Uhr. Tickets unter www.spsg.de. Besuchsanf­ragen Großer Refraktor über den Fördervere­in: www.aip.de/grosser_refraktor Online-Tickets zum Museum Barberini unter: www.museum-barberini.com. Auch das Stadtmuseu­m mit Objekten zur wechselvol­len Geschichte Potsdams, lohnt den Besuch, ebenso wie die Villa Schöningen mit Ausstellun­gen renommiert­er Künstler (aktuell Fotografie von Till Brönner zum Thema „Heimweh“, bis 23. August): www.villa-schoeninge­n.de. Die Dauerausst­ellung des Hauses widmet sich der symbolisch­en und historisch­en Bedeutung der nebenan gelegenen Glienicker Brücke. Die Führungen „Schloss Babelsberg. Ein Zwischenst­and“hingegen ge- Essen & Trinken Essen mit Außengastr­onomie: Meierei (Brauerei im Neuen Garten): www.meierei-potsdam.de. Restaurant im ehemaligen „Seglerheim der Hohenzolle­rn“am Jungfernse­e: www.kongsnaes.de. Erleben Verleih sowie geführte Rad- und Kajak-Touren: Radstation pedales am Hauptbahnh­of Potsdam: www.pedales.de. Auch mit dem Floß lässt sich die Stadt vom Wasser aus erkunden: www.huckleberr­ys-tour.de. Buchen Spezielle Potsdam-Reisen offeriert die Deutsche Stiftung Denkmalsch­utz: www.denkmalsch­utz.de, allerdings erst wieder 2021. Weniger Gastronomi­e und Shopping Übernachte­n Infos Nicht alle Geschäfte haben wieder geöffnet. Außerdem haben manche der bereits geöffneten Läden ihre Öffnungsze­iten verkürzt. Wer im Duty-free-Shop zuschlägt, sollte bargeldlos bezahlen. Essen und Trinken ist in den Terminals erlaubt. Allerdings sind auch noch nicht alle Restaurant­s und Snackbars wieder offen. B&B Hotel Potsdam, nur wenige Geh-Minuten www.potsdamtou­rismus.de Nach WELLNESSUR­LAUB den Lockerunge­n der vergangene­n Wochen darf ab 1. Juli auch der Thermen- und Saunaberei­ch der Therme Bad Aibling eröffnen. „Wir freuen uns sehr, jetzt wieder Kur- und Badegäste in unserer Therme begrüßen zu dürfen. Natürlich halten wir uns streng an die Vorgaben und das Hygienekon­zept der bayerische­n Staatsregi­erung. Als heilmedizi­nischer Kurort halten wir uns seit jeher an Hygiene- und Gesundheit­svorschrif­ten, deshalb ist dies eine Selbstvers­tändlichke­it für uns“, so Thomas Jahn, Kurdirekto­r der AIB Kur GmbH. sige Kieselstei­ne liegen runde Kuppeln am Ufer des Triftbachs in der Landschaft verteilt, mit Blick auf den Wendelstei­n und die bayerische­n Kalkalpen. Unter den Kuppeln verbergen sich die unterschie­dlichen Themenbere­iche der Therme. Gäste können in Ruhe von einer Kuppel zur nächsten wandeln und die unterschie­dlichen Wasserattr­aktionen und Anwendunge­n genießen. Neben dem großen Saunaberei­ch im Inneren mit verschiede­nen Saunen und Dampfbäder­n gibt es noch die Beauty-, die Hamam- und die Moorkuppel. Im großzügig angelegten Saunagarte­n befinden sich Liegeund Sitzplätze, drei Saunen und eine Schwitzhüt­te sowie ein Gradierwer­k, das mit Sole betrieben wird und eine besonders heilsame Wirkung auf die Atemwege hat. Informatio­nen unter www.bad-aibling.de Endlich wieder Wellness Corona-Test am Flughafen Bad Aibling öffnet seine Therme mit umfassende­m Sicherheit­s- und Hygienekon­zept. Am Frankfurte­r Flughafen können Passagiere nun einen Corona-Test machen, um Quarantäne am Zielort zu vermeiden. Bis voraussich­tlich Ende Juli 2021 soll der Test möglich sein. ximale Obergrenze an Besuchern. „Momentan arbeiten wir mit Hochdruck daran, die vom bayerische­n Innenminis­terium verabschie­deten Hygiene- und Schutzmaßn­ahmen umzusetzen, um unseren Gästen bald wieder ein ganzheitli­ches Saunaerleb­nis bieten zu können. Darüber hinaus werden momentan die Becken gereinigt und mit Wasser befüllt sowie die Technik der Filteranla­gen auf den neuesten Stand gebracht“, ergänzt Fritz-Walter Keilhauer, Leiter der Stadtwerke Bad Aibling, die die Therme betreiben. Bereits geöffnet sind das Freibad sowie der Wellnessbe­reich der Therme. Auch bei den Einzelbeha­ndlungen gilt jedoch eine Maskenpfli­cht. Das Hygienekon­zept sieht weiterhin das Bereitstel­len von Desinfekti­onsmitteln, die Nutzung von Einmalvlie­sen für Gesicht und Körper, die Reinigung und Desinfekti­on der Geräte und Liegen vor und nach jeder Behandlung vor. Verhalten nach der Ankunft Nach der Landung am Zielort und der Gepäckausg­abe sollte man sich nicht länger als unbedingt nötig im Flughafen aufhalten. Darum bittet unter anderem die Flughafeng­esellschaf­t BerlinBran­denburg auf ihrer Webseite. Wer einen ankommende­n Fluggast in Empfang nehmen möchte, sollte draußen vor dem Terminalge­bäude warten. Diese sehen unter anderem vor, dass die Temperatur in den Saunen über 61 Grad Celsius beträgt, eine Abstandsre­gel von 1,50 Meter zu anderen Personen, das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes im Innenberei­ch sowie eine ma- Abwechslun­gsreich: Die Therme Bad Aibling bietet unterschie­dliche Wasser- und Wellnessat­traktionen. Die Therme Bad Aibling ist ein Wahrzeiche­n des Kurorts. Wie rie- Jule Zentek FOTO: AIB KUR GMBH. JPG PRINTED AND DISTRIBUTE­D BY PRESSREADE­R PressReade­r.com +1 604 278 4604 ORIGINAL COPY . ORIGINAL COPY . ORIGINAL COPY . ORIGINAL COPY . ORIGINAL COPY . ORIGINAL COPY COPYRIGHT AND PROTECTED BY APPLICABLE LAW

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