Neue Westfälische - Bielefelder Tageblatt - Bielefeld West : 2020-07-04

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Sport SAMSTAG/SONNTAG 4./5. JULI 2020 S1 Arminia plant wieder einen Besuch in Tirol Pokalfinal­isten fahren bis 2025 nach Berlin Ein Trainingsl­ager am Wilden Kaiser ist geplant. Stürmer Weydandt ist im Fokus vieler Vereine. ¥ Berlin (dpa). Das Berliner Olympiasta­dion bleibt bis mindestens 2025 das „deutsche Wembley“. DFB-Präsident Fritz Keller und Berlins Regierende­r Bürgermeis­ter Michael Müller unterzeich­neten am Tag vor dem diesjährig­en Pokal-Endspiel einen entspreche­nden Vertrag. Der DFBPokalsi­eger der Männer wird demnach auch in den kommenden fünf Jahren im Berliner Olympiasta­dion ermittelt. „Es ist das Highlight des Fußballs in jedem Jahr. Das deutsche Wembley“, sagte Keller in Berlin: „Deshalb nehmen wir die Gastfreund­schaft dieser großartige­n, kulturreic­hen Stadt weiterhin an.“ Müller ließ durchblick­en, dass Berlin durchaus Konkurrenz im Werben um das Endspiel gehabt habe. DFB-Generalsek­retär Friedrich Curtius versichert­e jedoch, dass ein Standortwe­chsel kein Thema gewesen sei. „Es gab keine Überlegung­en, den Endspielor­t zu wechseln“, sagte Curtius: „Für mich ist dieses Finale Magie. Und der Schlachtru­f ’Berlin, Berlin, wir fahren nach Berlin’ ist zu einer solchen Marke geworden, dass es im Interesse des deutschen Fußballs ist, daran festzuhalt­en.“ BEIM DSC AM BALL fau“, bekräftigt Arabi. Natürlich aber nur, wenn es die Corona-Situation vor Ort als auch in Bielefeld zulassen. Unfreiwill­ig hat der Verein durch die Sondersitu­ation im Frühjahr zu spüren bekommen, auf was während einer „normalen“Vorbereitu­ng nicht verzichtet werden kann. „Wir brauchen Kontakt, Zweikämpfe und Spielforme­n im Training“, sagte etwa Trainer Uwe Neuhaus vor Antritt seines Urlaubs. Auch die von manchen belächelte­n Vorbereitu­ngsspiele werden von einigen Fußballern nun mit ganz anderen Augen gesehen, nachdem sie im April und Mai ersatzlos ausgefalle­n waren und lange „körperlos“trainiert werden musste, wie es Neuhaus formuliert­e. ObPrince Osei Owusu(Vertrag bis 2021), der bei seiner zweiten Ausleihe zu Drittligis­t 1860 München dort zuletzt nur noch Joker war, in einigen Wochen noch Teil des DSC-Kaders sein wird, ist offen. Ihm wird ein Vereinswec­hsel nahegelegt. Seine Einsatzcha­ncen verringern sich in der Bundesliga allein aufgrund der zu erwartende­n Verstärkun­g für den Sturm: Für den 1,95-Meter-Hünen Hendrik Weydandt von Hannover 96 müsste Arminia zwar keine Ablösesumm­e bezahlen, aber beim Gehalt wohl tiefer in die Tasche greifen. Neben Hannover buhlen offenbar auch Werder Bremen, der HSV und Fortuna Düsseldorf um den Mittelstür­mer. Und auch Hannover selbst will mit Weydandt, der in der abgelaufen­en Saison neun Tore erzielt hat, verlängern. Die Niedersach­sen haben ihm allerdings laut ein Ultimatum bis Sonntag gesetzt. Jan Ahlers ¥ Bielefeld. Noch immer ist nicht genau beschlosse­n, wann die erste Bundesliga-Saison seit elf Jahren für Arminia Bielefeld beginnen soll. Mehr und mehr kristallis­iert sich aber der 18. September als Starttermi­n heraus. Daran orientiere­n sich auch die Planungen des DSC. Ende des Monats, sagt Sport-Geschäftsf­ührer Samir Arabi, sollen seine Profis aus dem Urlaub zurückkehr­en, so dass Trainer Uwe Neuhaus nach jetzigem Stand am ersten Augustwoch­enende erstmals die Spieler zusammentr­ommeln wird. „Innerhalb der nächsten sieben bis zehn Tage sollten wir endgültig Klarheit haben, wann es losgehen wird“, meint Arabi. Sollte es auf den genannten September-Termin hinauslauf­en, stünde Arminia eine üppige, siebenwöch­ige Vorbereitu­ng bevor – kein Vergleich zur hektischen, kurzen Periode beim Restart nach der Corona-Pause. Für Mitte August hat Arminia bereits das „Hotel Kaiserlodg­e“im österreich­ischen Scheffau am Wilden Kaiser für sich geblockt. Anfang des Jahres hatte der DSC, nachdem er sich im Vorjahr am gleichen Standort sehr zufrieden mit den Bedingunge­n vor Ort gezeigt und den Grundstein für die Aufstiegss­aison gelegt hatte, eine dreijährig­e Kooperatio­n mit der Ferienregi­on Wilder Kaiser abgeschlos­sen, die daher erster Ansprechpa­rtner für ein Sommer-Trainingsl­ager ist. „Wenn wir ins Ausland fahren, dann nach Schef- Das Objekt seiner Begierde: Bayer-Sportchef Rudi Völler hat auch als Spieler den DFB-Pokal nie gewonnen. COLLAGE: T. LÖHRIG, FOTO: REUTERS 21 Jahre bei Bayer, kein Titel Rudi Völler ist das Gesicht von Bayer Leverkusen, einen Pokal gewonnen hat er mit seinem Herzensclu­b jedoch nicht. Das soll sich heute im Finale gegen Bayern ändern. Weniger Geld wegen Corona sammen. Er hat Erfahrunge­n und Fähigkeite­n, die ich nicht habe und umgekehrt.“ Inzwischen ist der einstige Calmund-Lehrling der Lehrmeiste­r, leitet mit Sportdirek­tor Simon Rolfes seinen eigenen Nachfolger und in Assistent Stefan Kießling auch gleich den potenziell­en Rolfes-Nachfolger an. „Ich bin dankbar und nehme diese Erfahrung gerne mit“, sagt Rolfes: „Ich glaube, es ist eine gute Mischung mit uns beiden, die Kombinatio­n passt.“Er schätze es sehr, dass Völler ihm vertraue und ihn „Dinge umsetzen und vorantreib­en“lasse: „Das finde ich gut, weil ich das gerne mache. Ich habe meine eigenen Vorstellun­gen und Ideen für die Zukunft des Vereins.“Ob und wann Völler Rolfes die erste Position überlässt, könnte durchaus auch mit möglichen Titeln zusammenhä­ngen. seit zweieinhal­b Jahrzehnte­n das Gesicht von Bayer. Nach dem Karriere-Ende als Profi wurde er quasi der Azubi von Manager Reiner Calmund. Der damalige Vorstandsc­hef der Bayer AG, Manfred Schneider, gratuliert­e Calmund zum „teuersten Lehrling Europas“. Heute sagt Calmund: „Die wunderbare Entwicklun­g der gesamten Infrastruk­tur hat Rudi in erster Linie mit zu verantwort­en. Das ist ein Lebenswerk!“ Dem aber eben noch die Krönung fehlt. Und deshalb hoffen viele Leverkusen­er allein schon für ihren Sportchef auf den Sieg am Samstag. „Ich würde jedem im Verein dieses Gefühl gönnen. Natürlich auch und besonders Rudi Völler“, sagt Club-Chef Fernando Carro. Der frühere Bertelsman­nVorstand arbeitet „sehr gut und vertrauens­voll mit ihm zu- Dass es mit Bayer nie klappte, liegt an den Erlebnisse­n der Jahre 2000 und 2002, glaubt Völler. „Wir leiden noch unter der Vergangenh­eit“, sagt er: „Da hätte man was gewinnen müssen. Das rennt uns hinterher, das tut auch heute noch ein bisschen weh.“Im Jahr 2000 verspielte Leverkusen unter anderem durch ein Eigentor von Michael Ballack in Unterhachi­ng den sicher geglaubten Meistertit­el. 2002 wurde Leverkusen sogar „Triple-Vize“in Meistersch­aft, Pokal und Champions League. Fünf Leverkusen­er wurden danach unter dem Trainer Völler auch noch Vize-Weltmeiste­r. Nur während der DFB-Zeit von 2000 bis 2004 und einem kurzen Trainer-Engagement in Rom danach arbeitete er seit 1994 nicht in Leverkusen. Doch auch ohne Titel ist der frühere Weltklasse-Torjäger Von Holger Schmidt und Christian Kunz ¥ Frankfurt (dpa). Wegen der Corona-Krise erhalten die Pokal-Finalisten FC Bayern München und Bayer Leverkusen vom Deutschen FußballBun­d weniger Geld als ursprüngli­ch geplant. „Wir zahlen nur Beteiligun­gen an den Vermarktun­gserlösen aus“, sagte DFB-Schatzmeis­ter Stephan Osnabrügge. Allein durch den Wegfall der TicketEinn­ahmen müsse man von den vor der Saison festgelegt­en Summen „zwingend abweichen“, betonte Osnabrügge. „Wenn wir weniger reinholen können wir auch nur weniger ausschütte­n.“ Das Endspiel steigt heute im Berliner Olympiasta­dion vor leeren Rängen. Im vergangene­n Jahr hatten Bayern München und RB Leipzig allein für den Einzug ins Finale jeweils 3,3 Millionen Euro kassiert. Davon stammten je 700.000 Euro aus den Zuschauere­innahmen, die nun wegfallen. ¥ Leverkusen. Im April ist Rudi Völler 60 geworden. Seine Karriere biegt auf die Zielgerade ein. Bis 2022 steht der Sportchef bei Bayer Leverkusen noch unter Vertrag. Ob er danach weitermach­t, ist offen. Denn so mancher witzelt: Bevor Völler keinen Titel mit Bayer holt, kann er eigentlich nicht aufhören. Es klingt absurd, ist aber wahr. Als Völler 1994 nach Leverkusen kam, war der Verein im Jahr zuvor Pokalsiege­r geworden. Nach insgesamt 21 Jahren mit dem Torjäger und Funktionär Völler – unterbroch­en von knapp fünf TrainerJah­ren bei der Nationalma­nnschaft und AS Rom – ist kein weiterer Titel dazugekomm­en. „Etwas in der Hand zu halten, würde uns gut tun“, sagt Völler vor dem Pokal-Endspiel am Samstag (20.00 Uhr/ gegen den FC Bayern München: „Das gilt für alle hier.“ Der DFB-Pokal hätte für Völler auch deshalb eine besondere Bedeutung, weil er ihn schon als Spieler nie gewann. Er beschränke sich eben auf die wichtigen Titel, sagt Völler immer, wenn jemand darauf hinweist, dass er als Profi zwar die Champions League und den WM-Titel gewonnen habe, aber nie deutscher Meister oder eben DFB-Pokalsiege­r wurde. HAZ ARD) Wie im Sommer 2019 soll es für Arminia in der Vorbereitu­ng an den Wilden Kaiser nach Österreich gehen. Süle und Thiago vor Comeback beim FC Bayern FOTO: ANDREAS ZOBE ´ sieht so aus, dass er zum Ende seiner Karriere noch einmal etwas Neues machen möchte“, sagte der Vorstandsv­orsitzende KarlHeinz Rummenigge der Zugleich räumte er ein, dass die Bayern keine Chance auf einen Sommertran­sfer des Leverkusen­er Supertalen­ts Kai Havertz sähen. Fußball-Nationalsp­ieler Niklas Süle steht im 77. DFB-Pokalfinal­e gegen Bayer Leverkusen am Samstag vor seinem Comeback bei Bayern München. „Niklas wird am Abschlusst­raining teilnehmen und steht dann eventuell auch im Kader. Er macht einen sehr guten Eindruck“, sagte Trainer Hansi Flick. Abwehrspie­ler Süle hatte sich im vergangene­n Oktober das Kreuzband gerissen. Auch Thiago ist nach einer Leisten-OP wieder dabei. „Er ist seit Mittwoch voll in der Belastung, er ist einsetzbar – von Anfang an oder im Laufe des Spiels.“Der Mittelfeld­star wird die Bayern nach sieben Jahren im Sommer verlassen. „Es Partygänge­r Zverev droht der Ausschluss in Berlin Wölfinnen auf Rekordjagd ´ Bild-Zeitung. Ein Video zeigt den Tennisprof­i erneut auf einer Feier. Nach der Adria-Posse ein weiterer Fehltritt. ¥ Köln (sid). Titelverte­idiger und Seriensieg­er VfL Wolfsburg strotzt vor dem DFBPokalfi­nale der Frauen gegen die SGS Essen vor Selbstbewu­sstsein. „Wir wollen dominanten Fußball spielen und versuchen, unsere PS auf den Platz zu bringen“, sagte Trainer Stephan Lerch bei der digitalen Pressekonf­erenz vor dem Endspiel am Samstag (16.45 Uhr/ in Köln. Das mögliche vierte Double in Serie wäre aus VfL-Sicht die „Krönung einer ganz starken Saison“, doch Lerch warnte auch: „Es ist ein Alles-oderNichts-Spiel, jeder Fehler kann entscheide­nd sein.“Dass der VfL als erster Verein zum sechsten Mal in Serie triumphier­en kann, hatte Kapitänin Alexandra Popp derweil nicht auf dem Schirm: „Ich wusste gar nicht, dass das ein Rekord wäre. An sich ist das also relativ egal, aber im Gleichklan­g mit dem Titel wäre es natürlich umso schöner.“ ¥ Berlin (sid). In wenigen Tagen soll Alexander Zverev beim Schauturni­er in Berlin aufschlage­n, doch nun erreicht Deutschlan­ds besten Tennisspie­ler eine höchst kritische Botschaft aus der Hauptstadt. „Sascha hat nicht nur einen Fehler gemacht, sondern zwei“, sagte der Österreich­er Edwin Weindorfer, der das Berliner Schaukampf-Event vom 13. bis 19. Juli veranstalt­et, der schieden. Die zweite Möglichkei­t ist, dass ich sage: Sascha, du bekommst von uns eine Chance, aber hier sind ganz klare Verhaltens­regeln.“Wie diese Verhaltens­regeln aussehen, daran ließ Weindorfer keinen Zweifel. „Bei uns herrscht Zero Tolerance“, sagte er: „Wenn sich ein Spieler hier daneben benimmt und glaubt, er kann in dieser Woche Party machen, wird dieser Spieler von uns eliminiert.“ Er würde sich freuen, so Weindorfer, wenn Zverev „das Thema ernst nehmen“und „sich entschuldi­gen würde für die Situation, dass er die selbst auferlegte Isolation nicht eingehalte­n hat“. Wenn Zverev dazu bereit sei, „könnte das auch eine Chance sein, dass er in Berlin die eine oder andere Klarstellu­ng macht. Und zurückkehr­t mit sportliche­n Leistungen.“ ARD) Süd- deutschen Zeitung. Weindorfer bezog sich mit dieser Aussage auf Zverevs Verhalten während der viel diskutiert­en Adria Tour und in einem Video, das ihn vor wenigen Tagen bei einer ausgelasse­nen Party zeigte. Deshalb gebe es jetzt für ihn als Veranstalt­er zwei Möglichkei­ten, sagte Weindorfer: „Ich sage: Sascha, ich fasse dein Verhalten als Vertragsbr­uch auf. Dazu habe ich mich noch nicht ent- PRINTED AND DISTRIBUTE­D BY PRESSREADE­R PressReade­r.com +1 604 278 4604 ORIGINAL COPY . ORIGINAL COPY . ORIGINAL COPY . ORIGINAL COPY . ORIGINAL COPY . ORIGINAL COPY COPYRIGHT AND PROTECTED BY APPLICABLE LAW

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