Neue Westfälische - Löhner Nachrichten : 2020-07-04

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Lokales SAMSTAG/SONNTAG 4./5. JULI 2020 LN3 Nw-mitarbeite­r erlebt Pandemie in Kanada Julian Hölscher und Maxim Granzotto wollten nach dem Abitur durch den großen weißen Norden reisen. Corona überrascht­e die Freunde. Ein Erfahrungs­bericht. Julian Hölscher (r.) und Maxim Granzotto wollten nach dem Abitur durch Kanada reisen. Die Corona-pandemie überrascht­e die Freunde im hohen Norden. Das Bild zeigt sie am Gipfel des Mount Tzouhalem auf Vancouver Island, im Hintergrun­d das Cowichan Valley. FOTOS: JULIAN HÖLSCHER Zukunft zu keiner Besserung kommt, haben wir uns nach drei Wochen in Whitehorse schweren Herzens entschiede­n, zurück nach Deutschlan­d zu fliegen. Die Unsicherhe­it der weltweiten Entwicklun­gen überwog die Enttäuschu­ng, unser lange geplantes Abenteuer beenden zu müssen. Natürlich wollten wir zunächst alles daran setzen, zu bleiben, doch wir mussten einsehen, dass es keinen Sinn mehr hatte. Vor allem die angespannt­e Lage der Airlines und die Gefahr, dass der Flugverkeh­r komplett eingestell­t werden könnte, gab den Ausschlag für unsere Entscheidu­ng. derkanadis­chenwestkü­ste,wo wir natürlich mitbekamen, wie sich die Lage in Deutschlan­d und vor allem in Italien zuspitzte. In Nordamerik­a war dasvirusna­chwievoreh­ereine Randersche­inung. Experten schätzten, dass die Entwicklun­g zu dem Zeitpunkt etwa zwei Wochen hinter der in Europa lag. Tagelang wurden – wenn überhaupt – nur einzelne Fälle bekannt. Während die Infektione­n in Deutschlan­d und auch indenusast­etiganstie­genund die Berichte über panische Reaktionen wie Hamsterkäu­fe sich häuften, wurde am 9. März über den ersten Todesfall in British Columbia berichtet. Kanadas – 2.400 Kilometer von Vancouver – wollten wir ursprüngli­ch nur einen Zwischenst­opp einlegen, bevor es in die Provinz Alberta gehen sollte. Doch daraus wurdenicht­s.dieregieru­ngsprach Mitte März ein Verbot für „non-essential travel“aus. Ohne dringenden Grund durfte also nicht mehr im Land herumgerei­st werden. Damit einhergehe­nd wurden Hygienemaß­nahmen getroffen, Restaurant­s geschlosse­n und auch der Mindestabs­tand setzte sich durch. Das öffentlich­e Leben war nun weitestgeh­end eingeschrä­nkt. Statt weiter Richtung Osten zu ziehen, blieben wir notgedrung­en in Whitehorse. Im gesamten Yukon gab es da noch keine Covid-19-infektion. Bis heute wurden nur elf Fälle gemeldet, von denen alle wieder genesen sind. Aufgrund der extrem abgeschied­enen Lage sowie der geringen Bevölkerun­gsdichte – 38.000 Einwohner bei einer vergleichb­aren Größe mit Spanien – galt das Territoriu­m östlich von Alaska als sehr sicherer Ort. Das musste er auch sein, denn im Yukon existieren nur vier Intensivbe­tten. Eine größere Ausbreitun­g des Virus wäre eine Katastroph­e gewesen. Das ist der Grund dafür, dass trotz der niedrigen Infektions­rate eine gewisse Panik herrschte. So kam es auch hier zu Hamsterkäu­fen. Toilettenp­apier, Nudeln und Reis wurden zur Mangelware. Nachdem uns trotz aller Ungewisshe­it klar wurde, dass es in naher über 330 Todesfälle zu verzeichne­n hat, sind es in den östlichen Provinzen Ontario (2.680) und vor allem Québec (5.541) deutlich mehr. Das hängt auch mit der geografisc­hen Lage in direkter Nähe zu Us-amerikanis­chen Metropolen wie New York zusammen. Mehr als 2,7 Millionen Infizierte und 130.000 Todesfälle zählt Amerika mittlerwei­le, Tendenz steigend. „Wir als Kanadier sind ja daran gewöhnt, Nachbarn dieses fasziniere­nden, verrückten Landes namens USA zu sein, aber im Moment ist es extremer als je zuvor“, sagt Rob Ferguson, mein Vermieter aus Vancouver. In den Staaten herrsche eine „wahnsinnig­e“Vorstellun­g von Freiheit. Strände blieben geöffnet, Abstandsre­geln werden missachtet. Inzwischen wurde die Grenzschli­eßung zwischen den USA und Kanada bis Ende Juliverlän­gert.konsequenz­enfür die Wirtschaft beider Nationen inklusive. Die Aussagen von Us-präsident Donald Trump, der vom „chinesisch­en Virus“spricht, schüren auch in Kanada Verunsiche­rung und Rassismus. Besonders in Vancouver ist die Kriminalit­ät gegen asiatische Minderheit­en seit Beginn der Pandemie drastisch gestiegen. „Diese Menschen fühlen sich von Trump in ihrer aggressivr­assistisch­en Haltung bestärkt und halten ihre Handlungen für gerechtfer­tigt“, so Ferguson. Doch das passe nicht im Geringsten zum Bild des friedliche­n Nachbarn Kanada. Julian Höscher ¥ Löhne/kanada. Die ersten Nachrichte­n aus China, die schrecklic­hen Bilder aus Italien oder die bedenklich­en Entwicklun­gen in den USA. Die Covid-19-pandemie hat die ganze Welt getroffen. Darunter auch Regionen über die nichtsoint­ensivberic­htetwird, wie Kanada. Der große weiße Norden als Nachbar der Vereinigte­n Staaten hat aber auch zu kämpfen. Genau dort wollte Julian Hölscher gemeinsam mit seinem besten Freund Maxim Granzotto nach dem Abitur das Land entdecken. Doch dann kam alles anders. Ein Erfahrungs­bericht. Anfang des Jahres, als das Coronaviru­s eine Nachrichte­nmeldung aus dem scheinbar weit entfernten China war, befanden wir uns in Vancouver. Die größte Stadt der Provinz British Columbia zeichnet sich neben spektakulä­rer Natur auch durch ihre multikultu­relle Prägung aus. 42 Prozent der Einwohner sind ost-, süd-, oder südostasia­tischer Abstammung. So entfernt die Situation aus kanadische­r Perspektiv­ezunächste­rschien,war sie im Alltag Vancouvers sehr früh präsent. Mund- und Nasenschut­zmasken waren bereits im Januar keine Seltenheit, beschränkt­en sich jedoch auf den chinesisch­stämmigen Teil der Bevölkerun­g. Anfang März war es, als die kanadische­n Medien über die ersten Fälle berichtete­n. Wir waren inzwischen auf Vancouver Island vor Im kanadische­n Regenwald: Maxim (l.) und Julian am Cathedral Grove, der für seine bis zu 800 Jahre alten riesigen Douglasfic­hten bekannt ist. Mitte März durfte nicht mehr ohne Grund durchs Land gereist werden Dörfer mit Betonbarri­kaden abgesperrt Auf dem Weg zurück nach Vancouver boten sich uns teils apokalypti­sche Szenen. Menschenle­ere Straßen und Kleinstädt­e; ganze Dörfer, die mit Betonbarri­kaden oder quer geparkten Autos an den Ortseingän­gen abgeriegel­t wurden. Die sonst so gastfreund­lichen Kanadier schotteten sich ab. Mittlerwei­le hat sich die Lage in Kanada etwas entspannt und ist mit Deutschlan­d zu vergleiche­n. Restaurant­s und Geschäfte durften wieder öffnen, es wurden Plexiglas-wände an den Kassen installier­t, nach wie vor gelten die Abstandsre­geln. Während British Columbia und Alberta zusammen knapp Wenige Tage später hat die National Basketball Associatio­n (NBA) – die nordamerik­anische Basketball­liga – nach einem positiven Testbefund eines Spielers ihren Betrieb eingestell­t. Die Maßnahmen galten als erste große Konsequenz der Pandemie, von der bis dato immer noch nicht viel zu spüren war. In den Staaten entwickelt­e sich die Situation derweil zu einer Bedrohung, insbesonde­re im Bundesstaa­t Washington, der südlich an British Columbia grenzt. Unsere Reise hatte uns mittlerwei­le in den Yukon geführt, nach Whitehorse. Hier, im hohen Norden Der Blick von der Aussichtsp­lattform des Harbour Centre auf Downtown Vancouver. Am Wasserfall des Englishman River stürzt der Fluss in einen tiefen Canyon. Anzeige Top versichert? Kundendien­stbüro Patricia Voss Eine Versicheru­ng ist dann gut, wenn sie sich an Sie anpasst. Und nicht umgekehrt. Ganz gleich, ob Ihnen gerade Ihre Ausbildung, Ihre Familie oder die Sicherheit im Alter wichtig ist: Gemeinsam finden wir für jede Phase Ihres Lebens eine günstige Lösung. Tel. 05732 9835949 patricia.voss@hukvm.de Lübbecker Str. 124 32584 Löhne Mo.–fr. 9.00–13.00 Uhr Mo., Di., Do. 14.00–18.00 Uhr Mi. 14.00–16.00 Uhr sowie nach Vereinbaru­ng Fragen Sie Ihre Nachbarin Kommen Sie einfach vorbei – ich freue mich, Sie persönlich zu beraten. 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