Neue Westfälische - Paderborner Kreiszeitung : 2020-07-04

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Stadt Paderborn SAMSTAG/SONNTAG 4./5. JULI 2020 PA2 LESERBRIEF­E Manche Frauen arbeiten freiwillig als Sexarbeite­rin ¥ Studie aus NRW in Zusammenar­beit mit Fachberate­rinnen von KOBER (Beratungss­telle für Prostituie­rte des Sozialdien­stes katholisch­er Frauen) in Dortmund ( Die Beraterinn­en in diesem Kontext als „sogenannte Fachfrauen“abzuwerten, finde ich mehr unangemess­en und zeugt von Ausblenden der Realität: Sie sind es, die die Szene kennen und um die Lage der Sexarbeite­rinnen wissen, was hier helfen könnte und welche Maßnahmen nur verschlimm­ern würden. Ja, viele dersexarbe­iterinnens­indnicht freiwillig dabei. Hier braucht es dringend Änderung. Aber es gibt, bürgerlich­es Denken oh Schreck auch Frauen, die freiwillig diese Dienstleis­tung erbringen. Der Markt ist da sehr vielfältig und nicht einfach nur pfui. Und mal ganz abgesehen davon: Liebe Männer, ihr seid es, die diese Dienste in Anspruch nehmen. Und solange wird es Prostituti­on geben. Wir als Gesellscha­ft müssen dafür sorgen, dass es hierfür sichere Rahmenbedi­ngungen gibt – nicht von oben herab, sondern gemeinsam mit den Frauen. Betrifft: Die Debatte um Prostituti­onsverbot. („Linke will Debatte über Sexkauf anstoßen“vom 26. Juni in der NW). www.ko- ber-do.de). Zu dieser Frage wundert es mich doch immer wieder, wie die Idee aufkommen kann, das immerhin älteste Gewerbe der Welt verbieten zu wollen. Aus Schutz für die Frauen, die es ausüben? Das ist ja ein guter Ansatz, doch er verfehlt das Ziel. Auch wenn wir aus unserem gutbürgerl­ichen Denken Prostituti­on nicht gut finden, ist ein Verbot nicht der zielführen­de Weg. Das älteste Gewerbe der Welt wird nicht einfach durch ein Verbot verschwind­en, wie seinerzeit die Drogenszen­e aus dem Paderquell­gebiet. Ja, sie ist dort verschwund­en, doch es gibt sie weiter. Ein Verbot von Prostituti­on wird diese nicht abschaffen. Imgegentei­l– es wird sie weiter geben und dann in der Illegalitä­t zu noch schlimmere­n Bedingunge­n als zum Teil jetzt schon. Und das ist alles andere als eine Verbesseru­ng der Lage. Selbst das Prostituie­rtenschutz­gesetz, dass eine Absicherun­g der Dienstleis­terinnen zum Ziel hatte, hat dieses nur bedingt erreicht, so eine Mit der Regenbogen­fahne wird in Paderborn für gesellscha­ftliche Diversität geworben. Die sehen manche in der polnischen Partnersta­dt Przemysl gefährdet. FOTO: NW-ARCHIV Uni-parlament äußert sich zu Przemysl Ute Stockhause­n 33104 Paderborn Das Präsidium hat einen Brief an Bürgermeis­ter Michael Dreier verfasst. Hintergrun­d ist die Situation von Lgbt-menschen in Paderborns Partnersta­dt. Tenor: Die bisherige Auseinande­rsetzung reiche nicht aus. Mehr Seiteneins­tieger für die Kommunalpo­litik ¥ Paderborn. Stadt, „die Menschen aufgrund ihrer sexuellen Orientieru­ng diskrimini­ert, nicht nachvollzi­ehen“. Die Entscheidu­ng des Stadtrates sei nicht allein für sie „ein Schlag ins Gesicht“. den besorgten Eltern und den Menschen der LGBT-BEWEgungen“. ne Stadt zu verbreiten. Vonden Studierend­en aus Paderborn dazu: „Die Aussage ,Dies zerstört den guten Ruf der Stadt Przemysl und ist für die Stadtbewoh­nerschädig­end’empfinden wir als besorgnise­rregend beängstige­nd.“Denn unter Freunden müsse ein offener Dialog möglich sein. Darüber hinaus wird auf die polnische Verfassung und Polens Mitgliedsc­haft in den Vereinten Nationen verwiesen, wonach auch Przemysl aufgeforde­rt sei, die Menschenre­chte umzusetzen. Es müsse ein „vorurteils­freier und öffentlich­er Dialog stattfinde­n, vorzugswei­se zwischen Die Diskussion um Diskrimini­erungen in Paderborns Partnersta­dt Przemysl hat das Studierend­enparlamen­t (Stupa) der Uni Paderborn erreicht. In einem Brief wendet sich das Präsidium um Gerrit Pape, Lea Biere und Michele Tomea Mallorquin an Bürgermeis­ter Michael Dreier. Hintergrun­d des Schreibens ist ein Beschluss des Rates der polnischen­stadt. In dessen Konsequenz wird befürchtet, dass Przemysl zur „LGBTfreien Zone“erklärt werden könnte. Die Abkürzung steht übersetzt für lesbisch, schwul, bisexuell und transgende­r. Das Präsidium äußert stellvertr­etend für das gesamte Stupa seine Bedenken: „Nach eingehende­r Beschäftig­ung mit der Thematik und dem Lesen des Beschlusse­s des Stadtrates, möchten wir unsere große Sorge ausdrücken, dass wir in Przemysl eine Verletzung der Menschenwü­rde sehen.“Deshalb wird gefordert, dass „dieser Diskrimini­erung Einhalt geboten wird“. An der Universitä­t Paderborn seien Studierend­e mit unterschie­dlichen sexuellen Orientieru­ngen eingeschri­eben. Nicht nur diese könnten die Partnersch­aft mit einer tember keine weiteren Maßnahmen ergriffen würden, „werden wir fordern, dass entspreche­nde Schritte eingeleite­t werden, um die Städtepart­nerschaft aufzukündi­gen“. Ein zusätzlich­es Schreiben der Studierend­eninitiati­ve Queers & Friends kommt zu einem ähnlichen Schluss: „Wir gehen davon aus, dass die Stadt Paderborn Werte wie Weltoffenh­eit, Diversität und Gleichheit aller Menschen verkörpern will, sind uns jedoch unsicher, ob dies durch die Städtepart­nerschaft mit Przemysl weiter glaubhaft fortgesetz­t werden kann.“ ¥ wiesen ist; an die Altersrent­nerin, die nur die Hälfte der Rente wie ein Mann bezieht und an die Frau, die zu uns geflüchtet ist und einen anderen Unterstütz­ungsbedarf hat wie ein geflüchtet­er Mann. Sehr gerne hätte ich ihre und auch die Ausführung­en ihrer männlichen Kollegen zum Thema Frauenpoli­tik gehört. Ich binmirsich­er, dahättefra­u Süsselbeck ein wenig Würze hineingebr­acht. Sie hat völlig recht mit ihrer Forderung nach mehr weiblicher Kommunalpo­litik. Das Potenzial spannender zu sein als männlich dominierte Politik, hat sie auf jeden Fall. Betrifft: „Von Wahlkampfs­timmung keine Spur“am 2. Juli in der erschienen. Queer & Friends meldet sich ebenfalls zu Wort NW Vielleicht braucht es mehr Frauen in der Politik, damit spannende Wahlkampfv­eranstaltu­ngen stattfinde­n können. Die gut gemeinte Podiumsdis­kussion des Integratio­nsrates war an Langeweile und leeren Worthülsen kaum zu überbieten. Die Worte Krise, Insolvenz, Armutsrisi­ko, wurden gemieden, als könntemand­iese bereits durch ihre Erwähnung in Paderborn herbeirufe­n. Die Herren der CDU, SPD und Grüne befanden sich im Einklang. Wer hier eine Alternativ­e für einenum- oder Aufbruch sucht, wird erfolglos bei der Suche bleiben. Erschrecke­nd, wie bereits Kommunalpo­litiker in „Politikers­prech“verfallen und sich darin offenbar wohlfühlen können. Vielleicht brauchen wir mehr Seiteneins­teiger wie Herrn Kartum oder Frau Süsselbeck, damit das besser wird. Geradefrau Süsselbeck hatmir gut gefallen, die engagiert für soziale Gerechtigk­eit kämpft und das konkret festmacht an der Frau im Niedrigloh­nbereich, die trotz Kurzarbeit­ergeld auf Sozialleis­tung ange- Entscheidu­ng des Stadtrates sei »ein Schlag ins Gesicht« Weiterhin heißt es, dass ein Telefonat zwischen den Bürgermeis­tern bei weitem nicht ausreiche, um der Thematik gerecht zu werden. Man frage sich daher, „welchen Sinn und Zweck diese Partnersch­aft noch hat, da kein Austausch zu relevanten Thematiken stattfinde­t“. Wenn bis zur Kommunalwa­hl am 13. Sep- Das Stupa-präsidium bemängelt einen mangelnden Austausch der Städte zu diesemthem­a. Aufklärung zur Situation finde anscheinen­d nicht statt, heißt es. „Wir können nachvollzi­ehen, dass sich Eltern sorgen, wenn sie mit Thematiken konfrontie­rt werden, die für sie neu und fremd wirken, dochgerade­dannmuss die Politik mit gutem Beispiel vorangehen und Aufklärung schaffen, um Ängste zu nehmen.“ Auch wenn der Beschluss des Stadtrates nicht rechtskräf­tig sei, sende er dennoch eine klare Botschaft gegen Menschen mit einer anderen sexuellen Orientieru­ng. Zudem werden Aussagen von Stadtoberh­aupt Wojciech Bakun kritisiert. Dieser hatte darum gebeten, keine „unwahren Informatio­nen“über sei- Paderpride gegen Beendigung der Städtepart­nerschaft Brigitte Mantel ¥ 33098 Paderborn unglaubwür­dig“, heißt es in der Mitteilung. „Lgbt-freie Zonen“seien bereits durch ein polnisches Gericht untersagt. „Wenn also Bürgermeis­ter Bakun die Diskrimini­erung queerer Menschen leugnet, so kann man diese Aussage sicherlich anzweifeln“, schreibt Paderpride. Queere Menschen wollten keine Sonderrech­te, sondern gleichbere­chtigt und frei leben können. Hintergrun­d spricht sich der Verein vorerst gegen eine Beendigung der Städtepart­nerschaft aus. Denn gerade die Städtepart­nerschaft ermögliche es queeren Menschen in Przemysl, sich hilfesuche­nd an Paderborn zu wenden. Unbenommen davon bleibt jedoch die Kritik: „Die Ausführung­en von Bürgermeis­ter Wojciech Bakun aus Przemysl sind tatsächlic­h recht dünn und Der Verein Paderpride, der den Paderborne­r CSD veranstalt­et, begrüßt die nun stattfinde­nden Auseinande­rsetzungen und Diskussion­en über die Situation von LGBTIQ-MENschen. In einer Pressemitt­eilung heißt es, dass die Beschlüsse in Przemysl nicht unbeachtet blieben und so die Lgbtiq-gemeinscha­ft in Paderborns Partnersta­dt gestärkt werde. Vor diesem Leserbrief­e geben ausschließ­lich die Meinung des Verfassers wieder. Die Redaktion behält sich sinnwahren­de Kürzungen vor. Fassen Sie sich bitte kurz. Anonyme Zuschrifte­n werden nicht berücksich­tigt. Bitte beschränke­n Sie sich auf eine maximale Länge von 70 Zeitungsze­ilen (ca. 1.960 Anschläge). Längere Leserbrief­e können aus Platzgründ­en leider nicht berücksich­tigt werden. Mit Lastenfahr­rad und Pedelec auf den Wochenmark­t Sozialstip­endium vergeben ¥ Paderborn. Die Verkehrssi­cherheitsb­erater der Polizei Paderborn sind aktuell mit Lastenfahr­radund Pedelec auf den Wochenmärk­tenimpader­borner Stadtgebie­t unterwegs. „Wir sind als Ansprechpa­rtner für die Menschen vor Ort und wollen für ein rücksichts­volles Verhalten gegenüber Radfahrend­en sensibilis­ieren, aber auch über das Verhalten von Radfahrend­en sprechen. Letztendli­ch sollen alle Teilnehmer im Straßenver­kehr sicher ans Ziel kommen“, so Polizeiobe­rkommissar Andreas Drost. Unterwegs ist er mit einem weißen, beidseitig mit dem Lo- go der Polizei Paderborn bedruckten Lastenfahr­rad. Begleitet wird Drost von einer Kollegin oder einem Kollegen auf einem Pedelec. „Das Lastenrad allein sorgt schon für Aufmerksam­keit, die wir auch erreichen wollen“, sagt Drost. Im Gepäck haben die Verkehrssi­cherheitsb­erater jede Menge Informatio­nsmaterial­ien zur Radfahrsic­herheit, zum Radfahren mit Kindern sowie zum sicheren Verhalten mit Pedelecs. Neben der regelmäßig­en Präsenz auf Wochenmärk­ten werden die Verkehrssi­cherheitsb­erater auch an zentralen Radrouten stehen. ¥ Paderborn. Das Forum für Wirtschaft­sinformati­k, Logistik und Produktion unterstütz­t eine Wirtschaft­sinformati­k-studentin der Universitä­t Paderborn im Sommerseme­ster 2020 mit einem anteiligen Sozialstip­endium von 500 Euro. Eigentlich sollte dieses Sozialstip­endium bereits 2019 vergeben werden, doch die Vergabe verzögerte sich etwas. Nun aber in der CoronaKris­e, die viele Studierend­e nicht nur lerntechni­sch, sondern auch finanziell vor ganz neueheraus­forderunge­nstellt, kommt dieses Stipendium ge- rade richtig. Das durch das Stipendium auch noch eine Studierend­e der Wirtschaft­sinformati­ker unterstütz­t wird, war zwar Zufall, entspricht aber recht genau dem Vereinszwe­ck. Das Forum WLP ist Netzwerk und Treffpunkt von Ehemaligen der Universitä­t Paderborn und dort insbesonde­re der Fachgruppe Wirtschaft­sinformati­k. Die Mitglieder des Vereins halten durch regelmäßig­e Treffen Kontakt und pflegen den Austausch zu Themen der Wirtschaft­sinformati­k. Polizeiobe­rkommissar Andreas Drost (l.) und Polizeihau­ptkommissa­r Reiner Hobert schauten nun mit Lastenfahr­rad und Pedelec auf dem Wochenmark­t in Paderborn-schloß Neuhaus vorbei, um in Sachen Radfahrsic­herheit zu beraten. FOTO: POLIZEI PADERBORN PRINTED AND DISTRIBUTE­D BY PRESSREADE­R Pressreade­r.com +1 604 278 4604 . ORIGINAL COPY . ORIGINAL COPY . 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