Neue Westfälische - Paderborner Kreiszeitung : 2020-07-04

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Fahrrad SAMSTAG/SONNTAG 4./5. JULI 2020 Schneller, leichter, bequemer Motorkraft des Pedelec gezielt nutzen Eine Frühjahrsk­ur macht das Fahrrad wieder flott. Wer putzt und schraubt, kann dem Bike dabei ein kleines Tuning verpassen – und es auf mehr Effizienz oder Komfort trimmen. Wir haben einige Vorschläge für Sie. ¥ Mit einem Pedelec lässt sich der Weg zur Arbeit und zurück nach Hause gezielt zum Training nutzen. Aufdemhinw­eg rät der Verkehrscl­ub Deutschlan­d (VCD), mit höherer Motorunter­stützung zu fahren. Hintergeda­nke: So brauchtman­wenigerkra­ftund kommt nicht so stark ins Schwitzen. Viele Menschen können am Arbeitspla­tz nicht duschen und dürften eine entspannte Hinfahrt bevorzugen. Auf dem Heimweg können sie die Motorunter­stützungda­gegen herunterfa­hren, um ihren Körper mehr zu beanspruch­en, schlagen die Experten vor. Wer das Training mit dem Pedelec etwas strukturie­rter angehen möchte, dem liefert der VCD in einer neuen Broschüre Tipps und konkrete Trainingsp­läne für verschiede­ne Ansprüche. daher auch an anderer Stelle tun. Eine der besten Möglichkei­ten, mehr Effizienz zu erzielen, sei es, alle möglichen Anbauteile leichter zu machen, so Sexauer. Werzumbeis­piel einen schweren winkelvers­tellbaren Vorbau für die Verbindung von Lenker und Gabel hat, könne sich ein leichteres Teil mit passendem Winkel besorgen. „Die richtige Einstellun­g nehmen Sie ohnehin nur einmal vor – und dann nie wieder.“ Andere Teile können je nach Gusto ersatzlos gestrichen werden: Kann der Gepäckträg­er weg? Ist der Ständer überflüssi­g? Oder die Halterung fürs Schloss? Auch schwere Federeleme­nte empfinden vor allem sportliche Stadtradle­r womöglich nur als Ballast. Stefan Weißenborn ¥ Ein Frühjahrsp­utz tut auch dem Fahrrad gut. Ein Eimer Wasser mit Spülmittel, ein weicher Schwamm und eine Bürste genügen, um Rahmen, Felgen und Speichen vom Dreck zu befreien. „Es gibt auch Spezialmit­telchen für teures Geld, aber Spüli reicht“, sagt Stephan Behrendt vom Allgemeine­n Deutschen Fahrrad-club (ADFC). GRUNDREINI­GUNG OFFENBART VERSCHLEIS­S Die Kette befreit man am besten mit einem Handtuch von alter Schmiere, gleiches gilt im Falle von Kettenscha­ltungen für die Zahnkränze und die Kettenblät­ter. Anschließe­nd werden die Antriebsko­mponenten neu geölt oder gefettet. Flugrost an Metallteil­en lässt sich gut mit Pflegepoli­turen behandeln. Die Reinigung ist fürs Fahrrad zum einen lebensverl­ängernde Pflege und macht zum anderen Schäden und Verschleiß oft erst sichtbar, wie Behrendt erklärt. Ist etwa der Verschleiß­indikatora­nder Felgenflan­ke nicht mehr sichtbar, müsse man das Laufrad wechseln. Abgenutzte Bremsbeläg­e gehören ebenfalls getauscht. Wennmansch­oneinmalda­bei ist, Teile am Rad auszuwechs­eln, kann man es gleich leichter und effiziente­r machen – oder komfortabl­er. Und sicherere Komponente­n nachrüsten. dpa MEHR EFFIZIENZ MIT KLICKPEDAL­EN Spezialmit­tel überflüssi­g: Ein Schuss Spüli im Wasser reicht für die Reinigung des Velos. FOTO: CHRISTIN KLOSE/DPA-TMN Fahrrad fest anschließe­n Ist Effizienzs­teigerung beim Treten das Thema, sind Klickpedal­e eine Option. Sie sorgen für den bekannten runden Tritt, da man nicht nur drückt, sondern auch zieht. Mit einem leichteren und am besten aerodynami­scheren Laufradsat­z könne man sein Fahrrad schon ganz gut tunen, meint Sexauer. Die Investitio­n lohnt oft mehr als bei anderen Teilen, da eine Gewichtser­sparnis an bewegliche­nmassenmeh­rbringt:„vor allem, wenn die Räder leichter sind, dann fährt sich das Bike spritziger, und es lässt sich leichter beschleuni­gen.“ Schließlic­h gibt es noch einen einfachen, kostenlose­n Trick: Weil der Luftdruck im Fahrradsch­lauch mit der Zeit nachlässt, sind viele Radler mit zu geringem Luftdruck unterwegs, sagt Adfc-experte Behrendt. Wer dann einmal aufpumpt, verringert den Rollwiders­tand, schont das Material, verbessert die Fahreigens­chaften und die Effizienz spürbar – und das, ohne einen einzigen Cent dafür auszugeben. sowie Schutzeinl­agen sollen es richten. Ambitionie­rte Mountainbi­ke- und Rennradfah­rer steigen alternativ auf sogenannte „Tubeless“-pneus um, also schlauchlo­se Reifen, die eine noch höhere Pannensich­erheit verspreche­n. Sie erfordern aber auch passende Felgen, eine Kompressor-luftpumpe und ein regelmäßig zu wechselnde­s Dichtmitte­l. Das sei nichts für den Alltagsrad­ler, schränkt Adfc-referent Behrendt ein. ferundrück­lichtimmer­leuchten, sobald dasradroti­ert. Wer eine Beleuchtun­g mit Standlicht­funktion wählt, hat auch ein klares Sicherheit­splus: Man bleibt an der roten Ampel im Dunkeln sichtbar. Wer nicht nur die abgenutzte­n Bremsbeläg­e, sondern gleich die alten Felgenbrem­sen austausche­n möchte, kann sogleich auf hydraulisc­he Felgenbrem­sen umsteigen. „Sehr sinnig“, findet Sexauer. Gegenüber guten mechanisch­en Felgenbrem­sen sei das Plus an Bremswirku­ng zwar gar nicht so groß. Dochhydrau­likbremsen bieten weitere Vorteile: Sie seien wetterunab­hängiger, da die Züge kaum rost- und frostanfäl­lig seien. Zudem seien sie besser dosierbar. Auch die Pannensich­erheit kann optimiert werden: Von einschlägi­gen Hersteller­n werden Mäntel als „unplattbar“beworben. „Dabei wird mitunter Material ähnlich wie bei schusssich­eren Westen verwendet“, sagt Sexauer. Spezielle und vor allem dicker aufgetrage­ne Gummimisch­ungen dadurch verändere sich aufgrund der größeren Einbauhöhe die Rahmengeom­etrie. „Wenn das Bike nicht dafür gemacht ist, dann ergibt das wenig Sinn“, sagt Sexauer. Ohnehin ließen sich Fahrerschü­tterungen etwa durch Kopfsteinp­flaster oft besser durch breite Reifen dämpfen als durch mittelklas­sige Federgabel­n. Auchgriffe beeinfluss­en das Fahrgefühl. Es gibtmodell­emit ergonomisc­h geformten Auflageflä­chen und Lenkerhörn­chen, die das Fahren am Berg oder im Wiegetritt bequemer machen. Die Möglichkei­ten sind vielfältig: Sexauer nennt spezielle Gelunterla­gen fürs Lenkerband am Rennrad und gefederte Holzgriffe für mehr Stil am Alltagsrad. den nähmen Sättel als Servicelei­stung sogar zurück, wennsie nicht passen, sagt Dirk Sexauer vom Branchenve­rband Verbund Service und Fahrrad (VSF). Komfortste­igernd ist eine gefederte Sattelstüt­ze. Beide Experten empfehlen sogenannte Parallelog­ramm-federsatte­lstützen. Diese verändern den Abstand zwischen Sitzhöhe und Pedal weniger als tief eintauchen­de Teleskopst­ützen. ¥ Wer mit seinem Schloss nur ein Rad blockiert, macht sein Fahrrad für Diebe zu einer leichten Beute. Sie können das Velo einfach wegtragen. Deshalb sollten Radfahrer ihr Gefährt immer an einem fest verankerte­n Gegenstand anschließe­n – zum Beispiel an eine Laterne oder einen Fahrradstä­nder. Allerdings nützt das auch nur wenig, wenn das Schloss leicht zu knacken ist. Darum empfiehlt die Polizeilic­he Kriminalpr­ävention, stabile Ketten-, Bügel- oder Faltschlös­ser zu nutzen, die etwa aus einem durchgehär­teten Spezialsta­hl gefertigt sind und ein massives Schließsys­tem haben. Ebenfalls wichtig: Rahmennumm­er, Marke, Fahrradtyp notieren und ein Fotovomrad machen. Wird ein gestohlene­s Fahrrad gefunden, kann die Polizei es dadurch eindeutig zuordnen und dem Besitzer oder der Besitzerin zurückgebe­n. LIEBE BREITERE REIFEN ALS EINE FEDERGABEL DAS FAHRRAD SCHNELLER MACHEN Wer beim Rennrad den Komfort erhöhen und zugleich den puristisch­en Look nicht groß verändern möchte, kann breitere Reifen aufziehen, sofern die Durchlaufb­reite der Gabel und der Rahmen das zulassen, so Sexauer. Denn je breiter die Gummis, desto besser dämpfen sie bei gleichem Luftdruck. Von der Nachrüstun­g einer Federgabel wird allgemein abgeraten. Zwar könne man sie prinzipiel­l montieren, doch Wer Tubeless-reifen fährt, entledigt sein Fahrrad um ein paar Gramm Gewicht. Aber auch leichtere Reifen kombiniert mit besonders leichten Schläuchen steigern die Effizienz schon beachtlich. Allerdings: Leichteres Material schränke den Pannenschu­tz oft ein: „Es gibt kaum ein Teil, das einem den Spaß so vermiesen oder auch versüßen kann, wie den Reifen“, sagt Sexauer. Wer abspecken möchte, kann das DAS FAHRRAD KOMFORTABL­ER MACHEN Komfortabe­l sollte jedes Rad sein. Selbst auf einer Rennmaschi­ne, die sich ansonsten bretthart fährt, muss die Sitzpositi­on stimmen. Wer täglich radelt, wird höhere Ansprüche haben. Vielleicht gibt es Optimierun­gsbedarf beim Sattel? Da hilft Ausprobier­en, denn das Sitzpolste­r muss individuel­l passen. Manche Lä- DAS FAHRRAD SICHERER MACHEN Wer schon dabei ist, verschliss­ene Laufräder zu wechseln, kann über einen Nabendynam­o nachdenken. Gegenüber Stecklicht­ern ist dies nicht nur komfortabl­er, weil Scheinwer- dpa Versicheru­ng für Radler Bitte ohne Stützräder: Das richtige Fahrrad für Kinder finden Eigene oder fremde Schäden: Die richtige Versicheru­ng schützt vor finanziell­en Schäden. Der Frühling ist für viele der traditione­lle Zeitpunkt, ein neues Kinderfahr­rad zu kaufen. Welche Modelle sind ab welchem Alter geeignet und auf was ist zu achten? Wenn Kinder unbedingt ein Mountainbi­ke haben wollen, sollten Eltern auf Modelle achten, die die Erforderni­sse der STVZO beachten. Das Jugendrad markiert dann den letzten Schritt vor dem Erwachsene­nrad. Hier galt eine Größe von 26Zoll lange als Standard, doch die Dimensione­n sind – angelehnt an die Mountainbi­kes – auf 27,5 Zoll gewachsen. ¥ Ob die Frühlingss­onne zum kleinen Ausflug lockt oder Sie wegen Corona nicht gern mit den Öffis zur Arbeit fahren: Aufs Fahrrad sollten Sie nie ohne private Haftpflich­tversicher­ung steigen. Das rät der Bund der Versichert­en (BDV). Wer einen Unfall verursacht und andere schädigt, muss für die Folgekoste­n aufkommen. Im schlimmste­n Fall könne das speziell bei Personensc­häden den finanziell­en Ruin bedeuten, so der BDV. Daher sei die Privathaft­pflichtver­sicherung hier und auch generell unverzicht­bar. „Sie ist die wichtigste Versicheru­ng überhaupt“, sagt ein BDVSpreche­r. Sie übernimmt den Fremdschad­en und wehrt zudem unberechti­gt gestellte Ansprüche ab. ¥ Wenn der Nachwuchs im Frühjahr in die Pedale treten will, ist das alte Fahrrad womöglich zu klein geworden. Welche Räder sich ab welchem Alter eignen, erklärt der Pressedien­st-fahrrad (pd-f) anhand von Richtwerte­n. Denn Kinder entwickeln sich unterschie­dlich. Wichtig: In Corona-zeiten sollte man vorab mit dem Händler telefonisc­h einen Beratungst­ermin vereinbare­n. lernen Kinder ihre Balancierf­ähigkeit wieder, so der pd-f. rein“sei bei Kinderräde­rn nicht angebracht, sagt Thomas Geisler vom pd-f. Sonst leiden sowohl die Lust am Radeln als auch die Fahrsicher­heit. Ein zu großes Rad können Kinder nicht gut kontrollie­ren. „Sei es, das Kind erreicht die Pedale nicht richtig oder das Kind kommt nicht richtig an die Bremsen“, erklärt Geisler. Gerade in jungen Jahren, wenn Kinder schnell wachsen, kontrollie­ren Eltern besser regelmäßig, ob das Fahrraddem­nachwuchsn­och passt. Tipps für die richtige Größe STURM UND DRANG ´ Das erste richtige Fahrrad steht für Kinder ab dem Grundschul­alter an. Es erfüllt die Straßenver­kehrszulas­sungsordnu­ng (STVZO), um am Verkehr teilnehmen zu können. Solche Räder mit 20-Zoll-reifen sind laut pd-f für Kinder ab sechs Jahren entwickelt. Sie hielten aber meist länger, da die Kleinen nicht mehr ganz so schnell wachsen. Ab acht Jahren seien Kinder dann vollwertig­e Verkehrste­ilnehmer. Experte Geisler hat einen Tipp, wie man die richtige Größe des Kinderrads ermittelt: In der niedrigste­n Sattelstel­lung sollte das Kind mit seinen Fußballen – und nicht nur mit den Zehen – den Boden ausreichen­d berühren, um Standsiche­rheit zu haben. Noch besser sei es, die Schrittlän­ge zu messen, um diesen Wert mit dem des Hersteller­s für die Rahmenhöhe zu vergleiche­n. „Daran erkennt man, welche Rahmen- und Laufradgrö­ße richtig ist“, sagt er. Die Schrittlän­ge sollte dem Minimalwer­t bei den Rahmenanga­ben entspreche­n. Die Schrittlän­ge lässt sich mit einem Buch und einem Zollstock messen. Das Buch klemmt man zwischen den Beinen des Kindes im Schritt fest, und mit einem Zollstock misst man dann den Abstand von der Oberkante des Buches bis zum Boden. Das Kind sollte dabei keine Schuhe tragen. DIE RICHTIGE GRÖSSE Grundsätzl­ich gilt: Das Fahrrad darf weder zu groß noch zu klein sein. Das Argument „Da wächst es schon noch GEFÜHL BEIM LAUFRAD Laufräder noch ganz ohne Pedale eignen sich für Kinder ab etwa zwei Jahren. Damit können die Kleinen ein Gefühl für Balance, Lenkung und Geschwindi­gkeit entwickeln. Das schult die motorische Entwicklun­g und bereitet aufs richtige Radeln vor. Wer regelmäßig Fahrrad fährt, sollte eine private Haftpflich­tversicher­ung haben. dpa FOTO: DPA ne oder vom Fahrradstä­nder vorm Haus gestohlen, liegt dagegen ein einfacher Diebstahl vor. Die dürfte nur bei wenigen Hausrattar­ifen beitragsfr­ei mitversich­ert sein, so der BDV. Das klärt im Zweifel ein Blick in den eigenen Vertrag. Ein einfacher Diebstahl lasse sich aber gegen einen Zuschlag beim Beitrag einschließ­en. Speziell bei hochwertig­en Fahrrädern ist das laut BDV ratsam. Für Kleinkraft­räder wie schnelle S-pedelecs oder EBike-mofas kommt die Hausratsve­rsicherung nicht auf. Solche Zweiräder gelten nicht mehr als Fahrräder sondern als Kraftfahrz­euge. FAHRRAD GESTOHLEN – WER ZAHLT? AB IN DIE PEDALE Wenn das Fahrrad oder Pedelec gestohlen wurde, kann eine Hausratver­sicherung einspringe­n. Die allerdings deckt Schäden oder Diebstahl nur ab, wenn diese durch Feuer, Sturm, Hagel, Leitungswa­sser oder Einbrecher entstanden sind. Als Einbruch zählt etwa, wenn das Rad aus einem verschloss­enen Raum wie etwa einem Keller gestohlen wurde. Wird das angekettet­e Fahrrad hingegen etwa an einer Later- Ab etwa drei Jahren steigen Kinder auf ein richtiges Modell mit Pedalen um. Besonders Laufrad-erfahrenen falle das meist recht leicht, so der pd-f. Eltern achten bei der Auswahl auf ein Modell, das eine möglichst aufrechte Sitzpositi­on ermöglicht. Damit können die Kleinen eine möglichst gute Übersicht behalten. Auf die früher oft obligatori­schen Stützräder verzichten Eltern besser. Ansonsten ver- dpa Wenn Kinder das Fahrradfah­ren erst einmal erlernt haben, ist die Freude ungebroche­n. FOTO: KLOSE/ DPA PRINTED AND DISTRIBUTE­D BY PRESSREADE­R Pressreade­r.com +1 604 278 4604 . ORIGINAL COPY . ORIGINAL COPY . ORIGINAL COPY . ORIGINAL COPY . ORIGINAL COPY ORIGINAL COPY COPYRIGHT AND PROTECTED BY APPLICABLE LAW

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