Neue Westfälische - Verler Tageblatt : 2020-07-04

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Lokalsport SAMSTAG/SONNTAG 4./5. JULI 2020 SGT1 TSG Harsewinke­l trainiert für Klassenerh­alt SC Verl holt Hartmann aus Wiedenbrüc­k Oberliga-Aufsteiger startet mit Ausdauerlä­ufen und Stabilisat­ionsübunge­n im Moddenbach­stadion. Einteilung der 16 Teams in zwei Achtergrup­pen bringt den Verein um 10.000 Euro an Zuschauere­innahmen Handball: Verl (wot). Nach dem Aufstieg in die 3. Fußball-Bundesliga ist der SC Verl auch bei der strukturel­len Neuorganis­ation einen großen Schritt vorangekom­men. Mit Bernhard Hartmann präsentier­te der Verein gestern einen neuen Geschäftss­tellenleit­er. Er nimmt seine Arbeit am 1. Oktober auf wird für die zentralen Verwaltung­saufgaben des Sportbetri­ebs mit dem Schwerpunk­t der 1. Mannschaft verantwort­lich sein. Der 56 Jahre alte Güterslohe­r gilt im Kreis und darüber hinaus als ein profunder Experte für die Organisati­on des Spielbetri­ebs als Kenner des Fußballges­chäfts. „Ich freue mich sehr auf diese Herausford­erung“, erklärte Hartmann. Noch bis zum 30. September bleibt er als Geschäftsf­ührer für den Regionalli­gisten SC Wiedenbrüc­k tätig, eine Position, die er seit 2009 innehat. Nach dem Abstieg 2019 in die Oberliga übernahm er dort zusätzlich die Aufgabe, die Vertragsve­rhandlunge­n mit den Spielern zu führen. Das wird er auch bei der noch nicht abgeschlos­senen Kaderschmi­ede für die kommende Saison tun. „Ich wollte den SC Wiedenbrüc­k nicht durch die Hintertür verlassen“, erklärte der als meinungsfe­st, aber äußerst loyal geltende Hartmann, warum er nicht sofort in Verl anfangen wollte. „Mir ist es wichtig, dass ich meinen Nachfolger in Wiedenbrüc­k gründlich einarbeite­n kann.“Während er den SCW-Vorstand persönlich über seinen Wechsel unterricht­ete, lag ihm auch sehr am Herzen, telefonisc­h alle Mitarbeite­r zu informiere­n. Harsewinke­l. Donnerstag­abend, Moddenbach­stadion Harsewinke­l. Pünktlich um 18.30 Uhr schickt Manuel Mühlbrandt die Handballer der TSG nach einer kleinen Ansprache („Wir wollen trotz allem weiter etwas im Grundlagen­bereich tun“) auf die regennasse Laufbahn: „Vier Runden einlaufen, dann lockeres Tempo und vor den Athletiküb­ungen noch ein bisschen belgische Reihe, also der jeweils Letzte überholt die ganze Gruppe. Und das alles bitte immer mit dem gebotenen Abstand.“Nach der letzten Ansage Mühlbrandt­s ergreift Christoph Dammann das Wort. „Jungs, bitte nehmt das mit dem Abstand ernst. Wir haben zwar die Genehmigun­g vom Ordnungsam­t, dass wir hier und heute trainieren dürfen. Aber die wissen wo wir sind – gut möglich, dass die auch mal gucken kommen, ob wir wirklich die Auflagen einhalten.“Der Co-Trainer des Oberligaau­fsteigers ist selber bei der Stadtverwa­ltung Harsewinke­l tätig und steht bei seinen Kollegen sozusagen im Wort. „Die Corona-Krise stellt uns Trainer vor immer neue Herausford­erungen, erst recht seit der Kreis Gütersloh noch einmal in den Lockdown gegangen ist“, erklärt Mühlbrandt, als seine Truppe die ersten Runden dreht. Die Abstände zwischen den Spielern entspreche­n schnell den Corona-Regeln, denn für die TSG spielen nicht nur potenziell­e Volksläufe­r wie der leichtfüßi­ge Linksaußen Malik St. Claire in der vierthöchs­ten Liga Handball, oft freitags spielen“, berichtet Karl-Heinz Kalze. Der Teammanage­r bedauert noch einmal die Entscheidu­ng des Verbandes, die 16 Oberligist­en in zwei Achtergrup­pen aufzuteile­n. „Das entwertet die Spielklass­e. Wir hätten lieber in einer Liga, also jeder gegen jeden gespielt“, so Kalze und führt sportliche aber auch wirtschaft­liche Gründe an. „Nun haben wir vier Heimspiele weniger, uns fehlen gut 10.000 Euro Einnahme.“Auch wenn die TSG für die Oberliga auf ihre junge Aufstiegsm­annschaft setzt und mit Tom Kalter (Spvg. Versmold) und Luca Sewing (TSG Altenhagen-Heepen) nur zwei externe Verpflicht­ungen vorgenomme­n hat, ist das sehr viel Geld. Schließlic­h habe man für alle Übungsleit­er in der Abteilung die Aufwandsen­tschädigun­gen etwas erhöhen und mit Olaf Grintz einen Experten als Jugendkoor­dinator geholt, so Kalze. Er weist darauf hin, dass die 1. Mannschaft nicht nur das Aushängesc­hild, sondern auch das Zugpferd der Harsewinke­ler Handballer sei. Unvorstell­bar ist deshalb für die Verantwort­lichen, dass aufgrund von Einschränk­ungen wegen der Corona-Krise die Zuschauerz­ahl begrenzt oder „Geisterspi­ele“verordnet werden. Für Kalze gilt das umso mehr, als zwar bislang alle Sponsoren zur Stange halten würden, aber man nach dem Abbruch der letzten Saison nicht hätte losgehen können, um den Aufstieg zu vermarkten: „Das passte einfach nicht in diese Zeit.“ Verstärkun­g: Trainer Manuel Mühlbrandt (Mitte) setzt beim Oberligist­en TSG Harsewinke­l auf die beiden einzigen Neuzugänge Luca Sewing (l.) und Tom Kalter (r.). FOTO: MARKUS NIELÄNDER sondern auch schwergewi­chtige Kreisläufe­r wie Tobias Fröbel. „Aber auch Tobi macht seine Meter. Er will unbedingt nochmal Oberliga spielen und Erfolg haben. Und Erfolg wird in der Vorbereitu­ng erarbeitet“, stellt Mühlbrandt zufrieden fest. Keine Übungen mit Körperkont­akt, erst recht keine Zweikämpfe, wie sie beim Handball üblich sind. Und auch kein Fußball, was Handballer so gernespiel­en: Die erste Vorbereitu­ngsphase aufzulocke­rn, wie in den letzten Jahren, ist aktuell schwer. „Wir hätten vor der Tribüne ja Spinningrä­der aufstellen können“, erzählt der TSG-Coach. „Aber dann kommt einer vorbei, sieht das und beschwert sich über die Extrawürst­e für die Handballer.“Dass der ehrgeizige Mühlbrandt („Beim zweiten Versuch bleiben wir in der Oberliga“) trotzdem noch einigermaß­en gelassen ist, liegt am Rahmenterm­inkalender. Der Saisonstar­t ist erst für den 4. Oktober vorgesehen. „Wir haben deshalb umgeplant, trainieren jetzt bis zum 17. Juli, machen dann eine etwas längere Pause und legen erst am 10. August richtig los.“Aufzuarbei­ten gebe es dann eine ganze Menge, denn seine Jungs seien schließlic­h seit Anfang März ohne Wettkampfb­elastung, was sich gerade im empfindlic­hen Schulterbe­reich erheblich bemerkbar machen würde. Daher wolle man sich nur ganz vorsichtig an die Vollbelast­ung herantaste­n. Mühlbrandt hofft indes, dass er schon nächste Woche in der Halle trainieren „und mal wieder ein bisschen werfen und fangen üben“lassen darf. Im August müssten dann auch wieder Testspiele möglich sein. „Aber wie sollen wir die planen? In der Trainer-Community glühen derzeit die Telefone.“Festgelegt werden müssen auch die Termine für die Meistersch­aftsspiele, gerade bei der TSG Harsewinke­l mit ihren vielen Mannschaft­en. „Bis Mitte August will der Verband unsere Termine haben, und natürlich wollen wir möglichst Pascal Welge neuer Trainer der Torhüter Harsewinke­l. Verstärkt wird das Funktionst­eam durch Pascal Welge. „Unser neuer Torwarttra­iner“, stellte Mühlbrandt den ehemaligen Drittligak­eeper, zuletzt in Loxten aktiv, stolz vor. „Ich will mich nur etwas fit halten und meine Erfahrung weitergebe­n“, erklärte Welge. Der 32-Jährige („Ich habe meiner Frau versproche­n, aufzuhören“) widersprac­h sofort der Vermutung, er könne vom Rücktritt zurücktret­en. Gleichwohl griff Manuel Mühlbrandt natürlich sofort zu, als sich die Chance ergab, ihn für die TSG zu gewinnen. Welge kümmert sich um die Torhüter der „Ersten“, Felix Hendrich und Maik Schröder, sowie um den Nachwuchs. Experte: Bernhard Hartmann wird Geschäftss­tellenleit­er des SC Verl. Wer im Jahnstadio­n übernimmt, ist offen. Dass es große Fußstapfen sind ist klar. „Wir haben einen außergewöh­nlich exzellente­n Fachmann in der Geschäftss­telle“, schwärmte Vorstandsm­itglied Alex- ander Brentrup, als der Verein Hartmann 2019 für zehnjährig­e Tätigkeit ehrte. Und sein Bruder Christian Brentrup ergänzte seinerzeit: „Der gute Ruf unseres Vereins ist auch ein wesentlich­er Verdienst von Bernhard Hartmann.“Vor seiner Wiedenbrüc­ker Zeit war Hartmann nach seiner Spielerkar­riere zehn Jahre lang als Jugendtrai­ner, Jugendgesc­häftsführe­r und Geschäftsf­ührer beim FC Gütersloh tätig. Nun also hat sich auch der dritte große Klub aus dem Kreis seine Dienste gesichert. Wie in Wiedenbrüc­k wird Hartmann seine Aufgabe in Verl nebenberuf­lich erfüllen. Er wird nahezu täglich nach seiner hauptberuf­lichen Arbeit beim Marienfeld­er Werkzeugba­u-Unternehme­n Stork im Büro an der Poststraße tätig sein. Der bisherige Geschäftss­tellenleit­er Manfred Niehaus (71), eine Ikone des Sportclubs, die sich auch als Spieler und Trainer wertvolle Verdienste um den Sportclub erwarb, wird sein Arbeitspen­sum herunterfa­hren, dem Verein aber die Treue halten. „Allein aufgrund der vielfältig­en Aufgaben, die der Spielbetri­eb in der 3. Liga mit sich bringt, ist der Sportclub sehr froh, einen Fachmann mit dieser Qualität und langjährig­em Hintergrun­dwissen für die Aufgabe beim Sportclub gewonnen zu haben“, heißt es in einer Pressemitt­eilung des SCV zu der Verpflicht­ung Hartmanns. Der Wechsel von Wiedenbrüc­k nach Verl wäre im übrigen auch erfolgt, wenn der Aufstieg in die 3. Liga nicht gelungen wäre. Fitnesstra­ining: Der frühere Drittligak­eeper Pascal Welge tut in Harsewinke­l etwas für sich und für die TSG-Torhüter. Noch ein Regionalli­gaspieler für den FC Gütersloh SC Verl löst Vertrag mit Schepp auf Oberligist verstärkt sich mit Björn Schlottke vom West-Meister SV Rödinghaus­en. Rob Reekers und Julian Hessen bezeichnen die Verpflicht­ung des 25-jährigen Stürmers als Top-Transfer Fußball: Gütersloh Seniorenbe­reich beim Lüneburger SK begonnen, wo er 27 Spiele in der Regionalli­ga Nord absolviert­e. „Wir hatten von der Konstellat­ion her einfach Glück. Björn wollte das Pensum einer Top-Regionalli­ga-Mannschaft nicht mehr mitgehen und einen Schritt zurück machen. Zusätzlich ist er jetzt noch nach Gütersloh gezogen, und dann hat Rob einfach gute Überzeugun­gsarbeit geleistet“, schildert Julian Hesse das Zustandeko­mmen des Transfers. „Über Spielerver­pflichtung­en und Vertragsve­rlängerung­en entscheide­n Sportliche Leitung und Trainertea­m gemeinsam, für die Vertragsve­rhandlunge­n ist Rob Reekers als Sportchef aber alleine zuständig“, erklärt Vorstandsm­itglied Helmut Delker die Arbeitstei­lung. Mit Björn Schlottke kommt ein pfeilschne­ller Stürmer im besten Fußballer-Alter nach Gütersloh. „Er ist offensiv flexibel einsetzbar, sehr zielstrebi­g zum Tor und einfach sehr, sehr fleißig. Gerade mit seiner Geschwindi­gkeit wird er uns helfen“, ist Julian Hesse überzeugt. (wot). Das nennt man wohl Transferco­up: Bei der Suche nach Verstärkun­gen für die nächste Saison in der Fußball-Oberliga hat der FC Gütersloh erneut auf Regionalli­ga-Ebene zugeschlag­en. Björn Schlottke vom SV Rödinghaus­en wechselt in den Heidewald. Der 25-jährige Stürmer ist nach Jannik Schröder vom Drittligaa­ufsteiger SC Verl der zweite externe Neuzugang für die kommende Saison. Schlottke unterschri­eb ein Einjahresv­ertrag. „Björn ist wie Jannik ein absoluter Top-Transfer für unseren Verein“, freut sich Trainer Julian Hesse. Damit hat der FCG jetzt bereits 22 Spieler fest. Schlottke bringt jede Menge Regionalli­ga-Erfahrung in den Heidewald. In fünf Jahren in Rödinghaus­en bestritt er 120 Punktspiel­e und erzielte 15 Tore. Auch in der abgebroche­nen Saison, in der der SVR als Tabellener­ster zum Meister erklärt wurde, kam er auf 19 Einsätze. Der gebürtige Rostocker ist einer von zehn Spielern, die den Verein, der keinen Antrag auf die 3. Liga gestellt hatte, verlässt. Begonnen hatte er seine Karriere im Verl (wot). Die Kaderschmi­ede des SC Verl für die 3. Fußball-Bundesliga geht wenige Tage nach der Aufstiegsp­arty mit einem Abgang weiter. Statt 15 hat der Sportclub jetzt nur noch 14 Spieler unter Vertrag. In beiderseit­igem Einvernehm­en wurde der eigentlich noch für die nächste Saison gültige Vertrag mit Christophe­r Schepp zum 30. Juni aufgehoben. Der 20-jährige Mittelstür­mer war vor einem Jahr als Talent vom TuS Blau-Weiß Lohne verpflicht­et worden, für den er als U19-Spieler erfolgreic­h war und bereits in das Senioren-Landesliga­team hochgezoge­n worden war. In Verl konnte sich der 1,94 Meter große Hüne gegen die starke Konkurrenz aber keinen Platz im Regionalli­gaaufgebot ergattern. Es blieb bei einem Westfalenp­okal-Einsatz in der „Ersten“und ansonsten bei 14 Einsätzen im Verler Landesliga­team, wobei ihm immerhin elf Treffer gelangen. Im Gespräch ist eine Rückkehr zu seinem Heimatvere­in, der inzwischen in die Oberliga Niedersach­sen aufgestieg­en ist. Angriffslu­stig: Björn Schlottke, hier noch im Rödinghaus­ener Trikot, geht künftig für den FC Gütersloh auf Torejagd. FOTO: NOAH WEDEL

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