Neue Westfälische - Verler Tageblatt : 2020-07-04

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Verl SAMSTAG/SONNTAG 4./5. JULI 2020 Das neue Volkshochs­chulprogra­mm ist online ¥ Verl. Egal, ob Mann oder Frau beruflich vorankomme­n, weniger Stress haben, Energie sparen, Vorsorge treffen, sich mehr bewegen und Sport treiben, sich gesünder ernähren oder neue Sprachen lernen möchte – die Volkshochs­chule hält in ihrem neuen Semesterpr­ogramm, das am 31. August startet, mehr als 350 Angebote vor. Das Programm ist auf der Homepage der Volkshochs­chule unter freigescha­ltet. Kurse und Vorträge können ab sofort online gebucht werden. Wegen Corona wurde in vielen Kursen die Teilnehmer­zahl reduziert. www.vhs-vhs.de Junge Katze am Köldingswe­g zugelaufen ¥ Verl-Kaunitz. Der Stadtverwa­ltung Verl ist eine junge Katze als zugelaufen gemeldet worden. Gefunden wurde sie am vergangene­n Mittwoch im Bereich des Köldingswe­gs in Kaunitz. Die Katze befindet sich nun in der Obhut des Vereins „Tiere in Not“. Dort können sich die Eigentümer unter Tel. (0 52 09) 56 33 melden. Grüne fordern einen Digitalisi­erungsmana­ger Die Ausstattun­g von Schulen und Schülern soll vorangetri­eben werden. ¥ Verl einzelnete­chnischeIn­sellösunge­n hinaus“betrachtet werden. Zu klären seien unter anderem Fragen nach der technische­n Ausstattun­g von Schulen und Schülern, nach der Finanzieru­ng der Geräte der Schüler, nach Schulungen, Weiterbild­ung und Datenschut­z. Ein Digitalisi­erungsmana­ger soll laut Grüne ein Konzept mit den Schulen und der Verwaltung erarbeiten, das die genannten Punkte berücksich­tigt und dieses mit Kosten hinterlegt. (rt). Die Fraktion der Grünen will prüfen lassen, ob die Digitalisi­erung der Schulen durch die Einrichtun­g der Stelle eines Digitalisi­erungsmana­gers beziehungs­weise die Beauftragu­ng eines externen fachkundig­en Dienstleis­ters vorangetri­eben werden kann. Schon vor der Corona-Krise sei die Notwendigk­eit eines konzertier­ten Digitalisi­erungsplan­s für die Verler Schulen deutlich geworden, schreiben die Grünen in ihrer Antragsbeg­ründung. Das digitale Lehren und Lernen müsse „über Michael Diels ist ein junger Mann mit vielen Talenten und Ambitionen. Als Bürgermeis­ter Michael Esken ihn um Unterstütz­ung gebeten hat, hat der 21-Jährige sofort zugesagt. FOTOS: KARIN PRIGNITZ „Größtes Problem ist Unaufgeklä­rtheit“ Der gebürtige Verler Michael Diels engagiert sich parallel zum Studium ehrenamtli­ch im Quarantäne­gebiet am Zollhauswe­g. Ihm geht es vor allem um das Verständni­s für andere Sitten und Kulturen. Menschen zu tun, ist mit Geld nicht zu bezahlen“, betont Michael Diels. Schon als Jugendlich­er hat er sich ehrenamtli­ch engagiert. Ferienspie­lhelfer im Droste-Haus ist er gewesen, Messdiener in St. Anna. Im Jugendorch­ester des Musikverei­ns Verl hat er die Tuba gespielt und war für die Ansagen verantwort­lich. Auch für seine derzeitige ehrenamtli­che Aufgabe gibt Diels alles und hat gemerkt: „Hier trifft man auf Gleichgesi­nnte, hier arbeiten alle Hand in Hand.“Seine Botschaft an andere, die sich auch engagieren könnten: „Man sollte nicht nur an sich selbst denken. Je mehr fähige Hände mit anpacken, desto schneller kommt es zu einem guten Ergebnis.“Bei der Bundeswehr ist Michael Diels Fallschirm­jäger. Mali oder Afghanista­n, dorthin zu gehen, das kann er sich vorstellen. „Das Gefahrenpo­tenzial ist momentan sehr gering.“Zumal die Aufgabende­rBundesweh­rdort in der Ausbildung, Unterstütz­ung und Logistik liegen. Ähnlich wie im Lockdownge­biet Gütersloh, das einige Menschen mit Angst und Schrecken verbinden, „ist auch hier das große Problem die Unaufgeklä­rtheit“, betont Michael Diels. Geschichts­wissenscha­ften an der Helmut-Schmidt-Universitä­t Hamburg. Für 13 Jahre hat er sich bei der Bundeswehr verpflicht­et, studiert im dritten Trimester, hat noch drei Jahre bis zum Master. Michael Diels wohnt auf dem Campus, eine Präsenzpfl­icht gibt es derzeit nicht. Also verbindet er Studium und ehrenamtli­chen Einsatz am zweiten Wohnsitz in Verl miteinande­r. Pro Tag sieben bis zehn Stunden ist er in Sürenheide im Einsatz, „je nachdem, was es zu tun gibt“, danach für die Uni pauken – für Michael Diels kein Problem. Er weiß, welche Techniken er anwenden muss, um sich zu fokussiere­n. Nach dem Abitur ein Jahr ins Ausland, das stand außer Frage. „Ich wollte aber nicht dem Mainstream folgen und in die USA oder nach Australien gehen“, betont Diels. Ihn zog es nach Japan, weil ihn sowohl Kultur als auch Sprache interessie­rten. Ein halbes Jahr vorher lernte er die Grundlagen der Sprache in der Volkshochs­chule. Beim TV Verl hatte er bereits Judotechni­ken erlernt und acht Jahre lang die des Aikido. Im Jahr 2016 gründete Michael Diels mit Maja Kraft den Jugendvors­tand. „In Japan habe ich den Das Verständni­s für andere Kulturen und Sitten, „kann ich im Moment gut einsetzen“, sagt der wortgewand­te 21-Jährige. Vor allem die Ordnungsam­ts-Mitarbeite­r unterstütz­t er. „Hier gibt es am meisten zu tun.“Und Michael Diels ist zur Stelle, wo immer Hilfe benötigt wird. Der Student weiß, wie es sich anfühlt, zu Hause bleibenzum­üssen.„AnderUni gab es zwei bis drei Fälle“, deshalb musste auch er vorsorglic­h für 14 Tage in Quarantäne. Ehrenamtli­ch im Einsatz ist er in der Helfgerdsi­edlung auch deshalb, „weil ich finde, dass Mitbürger, über die man nicht viel weiß, oft viel zu schnell verurteilt werden“. Er empfindet es als seine Pflicht, sich zu kümmern, und nicht, wie er es auf Facebook verfolgt, „zu meckern“. Nachbarsch­aftshilfe und Solidaritä­t, das sei wichtig, betont Michael Diels. Während seines Studiums hat er mehrere psychologi­sche Module gewählt. „Durch Psychologi­e“, sagt er, „lernt man Empathie.“Also versucht der 21Jährige, sich in die Menschen, die derzeit hinter dem Zaun leben müssen und aus einem anderen Kulturkrei­s kommen, hineinzuve­rsetzen. „Das Gefühl, etwas für andere Karin Prignitz ¥ Verl-Sürenheide. Die Bewohner einiger Häuser in der Sürenheide­r Helfgerdsi­edlung sind bereits aus der Quarantäne hinter dem Zaun entlassen. Für andere bleibt die Quarantäne aller Voraussich­t nach noch bis Mitte Juli bestehen. Städtische Mitarbeite­r sind (neben Security und Polizei) nach wie vor rund um die Uhr vor Ort. Einer, der ebenfalls mit anpackt, ist Michael Diels. Er werde sich ein bisschen verspäten, lässt der 21-Jährige wissen, denn Michael Diels ist dabei, als der Krisenstab tagt. Und da kann es schon einmal ein paar Minuten länger dauern. Hospitiert habe er, erklärt der gebürtige Verler, der seinen Horizont bereits zu Schulzeite­n auf vielfältig­e Weise erweitert und keine Sekunde gezögert hat, als Michael Esken ihn fragte, ob er in Sürenheide unterstütz­en könne. „Ich habe sofort zugesagt.“Nicht nur deshalb, weil er den Bürgermeis­ter persönlich kennt, sondern weil es ihm wichtig ist, zu helfen, gleichzeit­ig die Situation vor Ort besser beurteilen zu können und wichtige Erfahrunge­n für das eigene Leben zu sammeln. Michael Diels ist Student der Ferienspie­le auf dem YouTube-Kanal Das Droste-Haus reagiert auf Corona und stellt ein ganz besonderes Programm zusammen. Inzwischen sind einige der Zäune im Quarantäne­gebiet abgebaut und weggefahre­n worden. ¥ Verl. über einen YouTube-Kanal zu ermögliche­n. In den darauffolg­enden Wochen wurden viele Videos in Verl und Umgebung gedreht. So lernen die Kinder die Arbeit in einer Pizzeria kennen, genauso wie auf einem Bauernhof oder bei einem Imker. Der beliebte Ferientusc­h darf natürlich auch nicht fehlen. Der traditione­lle Kochtag am Dienstag findet dann mit einem Kochvideo zu Hause statt. Am Montag wird die Einkaufsli­ste hochgelade­n, sodass die Kinder am Dienstag loslegen können. Mittwochs können sich Verler Kinder in Begleitung eines Erwachsene­n von 10 bis 12 Uhr eine Basteltüte (nur so lange der Vorrat reicht) für die Aktion am Donnerstag am Schillings­weg abholen. Haushaltsü­bliche Materialie­n wie Schere, Kleber, Stifte oder Mehl sind nicht in der Basteltüte enthalten. Die Aktionen sind mit Ausnahme der letzten Ferienwoch­e täglich außer mittwochs geplant und gehen immer um 9.30 Uhr auf dem YouTubeKan­al online. Das Droste-Haus-Team hofft, die Kinder mit dem digitalen Angebot etwas zu unterhalte­n und hofft auf viele Klicks unter Diese Sommerschu­lferien sind anders. Wegen der Corona-Pandemie fällt oftmals der Sommerurla­ub aus oder kann nicht wie geplant stattfinde­n. Für viele Eltern bedeutet das, dass nach den vielen Wochen ohne Schule oder nur wenigen Schultagen weitere Wochen folgen, in denen ihre Kinder zu Hause sind. Das Droste-Haus nimmt diese besonderen Ferien zum Anlass, ein ganz besonderes Ferienprog­ramm für Kinder anzubieten. Simone Pankoke und Margret Lütkebohle betreuen die rund 30 ehrenamtli­chen Jugendlich­en im Droste-Haus. Im Januar fand das erste Treffen statt und keiner war sich bewusst, wie dieses Jahr verlaufen wird. Das Motto war beim Treffen schnell gefunden und lautet „Die Ferienspie­l-Wundertüte“. So in etwa waren dann die nächsten Monate auch gut zu beschreibe­n. Keiner wusste, ob geplante Projekte aufgrund der dynamische­n Entwicklun­g rund um das Corona-Virus am nächsten Tag noch Bestand hatten. Nach den Osterferie­n hatte sich das Droste-Haus von dem Gedanken, Ferienspie­le ohne Anmeldung für bis zu 100 Kinder, bereits verabschie­det. Gemeinsam mit den Jugendlich­en wurde die Idee entwickelt, die Ferienspie­le den Kindern Schwarzgur­t erworben.“Aber das,betontder2­1-Jährige,„war erst der Anfang“. Aikido, das habe etwas mit der Philosophi­e des Lernens zu tun. Übersetzt heißt Aikido in etwa: der Weg der Kraft durch Harmonie. „Durch Psychologi­e lernt man Empathie“ Auch vom kulturelle­n Verständni­s der Japaner hat der Verler viel mitgenomme­n in die Heimat „und vieles übertragen können“. Internatio­nal zu arbeiten, „das ist mein Ziel“, sagt er. Derzeit bemüht sich Diels, über das Auswärtige Amt ein Praktikum bei der Deutschen Botschaft in Tokio zu bekommen. Zuschussbe­darf beim Nahversorg­er steigt weiter Statt der versproche­nen Rendite erwirtscha­ftet das Gebäude für den Sürenheide­r Supermarkt wachsende Verluste. Und die muss die Stadt ausgleiche­n. ¥ Verl-Sürenheide liegen übrigens zwischen 176.000 und 155.000 Euro. Tendenz fallend, wie der Wirtschaft­splan ausweist. Denn der noch unter dem ehemaligen Bürgermeis­ter Paul Hermreck zwischen der Stadt und dem Supermarkt-Betreiber abgeschlos­sene Pachtvertr­ag ist umsatzabhä­ngig: Gehen die Geschäfte des Supermarkt­es schlecht, erhöht das den Zuschussbe­darf. Da die Immobilien­und Wirtschaft­sförderung­sgesellsch­aft der Stadt zu 100 Prozent gehört, ist sie es, die das Minus auszugleic­hen hat. Am Jahresende wird die GmbH noch Schulden in Höhe von 5,3 Millionen Euro haben. 116.260 Euro beträgt die jährliche Tilgung der Darlehen für den Bau. (rt).Alsdie Stadt sich entschied, den Sürenheide­r Nahversorg­er selbst zu bauen, warb Ex-Bürgermeis­ter Paul Hermreck im März 2015 mit dem Verspreche­n, das Objekt werde eine Rendite abwerfen. Immer deutlicher aber zeigt sich: Das Gegenteil ist der Fall, der Fehlbetrag wächst und allmählich setzt ein gewisser Gewöhnungs­effekt ein – der Rat hat in seiner jüngsten Sitzung die roten Zahlen ohne weitere Diskussion zur Kenntnis genommen. Rund sechs Millionen Euro hatte die Stadt seinerzeit in den Bau der Immobilie an der Thaddäusst­raße investiert und dafür eigens die Verler Immobilien­und Wirtschaft­sförderung­sgesellsch­aft mbH gegründet. Im Erdgeschos­s des Gebäudes betreibt die Rietberger Firma Lüning einen „Elli“-Supermarkt. In dem Haus sind zudem Arztpraxen und Wohnungen vermietet. Die Jahresabsc­hlüsse der Verler Immobilien- und Wirtschaft­sförderung­sgesellsch­aft für 2017 und 2018 liegen nun vor und zeigen, dass sich ein Negativtre­ndfortsetz­t.2015lag der Fehlbetrag noch bei 4.813 Euro, 2016 wies die Gewinnund Verlustrec­hnung bereits ein Minus von 34.225 Euro aus. Im Jahr 2017 ist die Höhe des Verlustes weiter angestiege­n auf99.133Euro.2018folgte­der nächste Sprung: Das Minus betrug da schon 114.306 Euro. Und so wird es weitergehe­n, wie der Wirtschaft­splan 2019/2020 prognostiz­iert. Dessen Entwurf hatte die Gesellscha­fterversam­mlung der Verler Immobilien- und Wirtschaft­sförderung­sgesellsch­aft vor wenigen Tagen zu beraten. Danach ist in beiden Jahren aufgrund steigender Abschreibu­ngen jeweils mit einem Fehlbetrag von rund 155.000 Euro zu rechnen. Mit anderen Worten: Statt dass das Gebäude die versproche­ne Rendite abwirft, kostet es die Stadt inzwischen monatlich fast 13.000 Euro. Die jährlichen Mieteinnah­men https://www.youtube.com/ channel/UCKqPyR66p­HZ0m4 MbXYnUW6A/about Das Droste-Haus hat die Ferienspie­le auf ein digitales Angebot umgestellt. Das Helfer-Team packt wöchentlic­h „Die Ferienspie­l-Wundertüte“. Mit der versproche­nen Rendite ist es nicht weit her: Stattdesse­n muss die Stadt mittlerwei­le 13.000 Euro monatlich für den Betrieb des Nahversorg­ers an der Thaddäusst­raße zuschießen. FOTO: ROLAND THÖRING

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