Neue Westfälische - Verler Tageblatt : 2020-07-04

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Harsewinke­l SAMSTAG/SONNTAG 4./5. JULI 2020 GT12 Walter Hempelmann wiedergewä­hlt ¥ Harsewinke­l/Halle. Der 63jährige Pfarrer Walter Hempelmann ist von den 59 Synodalen des Evangelisc­hen Kirchenkre­ises Halle per Briefwahl in seinem Amt bestätigt worden. Die Sommersyno­de des Kirchenkre­ises, die am 22. Juni tagen sollte, ist vor Wochen wegen der Hygieneauf­lagen in Zeiten der Corona-Pandemie auf den 7. September verschoben worden. Dennoch hatten sich die Synodalen dafür ausgesproc­hen, schon jetzt alle Ämter, die nach den Presbyteri­umswahlen im März neu besetzt werden müssen, per Briefwahl zu berufen. Walter Hempelmann leitet den Ev. Kirchenkre­is Halle seit 1999 als Superinten­dent. Die Amtszeit dauert jeweils acht Jahre, zuletzt war er 2012 wiedergewä­hlt worden. Nun hat die Synode ihn im Amt bis Mai 2022 zu seinem Eintritt in den Ruhestand ihr Vertrauen mit 39 von 46 gültigen abgegebene­n Stimmen ausgesproc­hen. Als Mitglieder in den Kreissynod­alvorstand wurden berufen: Eva Appelhans-Schröder (Harsewinke­l), Pfarrer Dirk Leiendecke­r (Versmold), Pfarrer André Heinrich (Brockhagen), Pfarrerin Birgit Gillmann (Bockhorst), Uta Ahnen (Borgholzha­usen), Edeltraud Schlüter (Halle), Torsten Böhling (Steinhagen) und Kurt Dyszack (Werther). Der Kreissynod­alvorstand leitet zusammen mit dem Superinten­denten den Kirchenkre­is und setzt die Beschlüsse der Synoden in die Tat um. Ebenso wurden die Mitglieder aller Ausschüsse des Kirchenkre­ises neu berufen. Der Betrieb Werner am Drillmaker­sweg in Greffen will seine Aktivitäte­n erweitern. Das stößt den Anwohnern auf. Sie befürchten einen Schrottpla­tzbetrieb. FOTOS: BURKHARD HOELTZENBE­IN Wie aus Abfall wertvoller Rohstoff wird Jahrelang hat die Firma Werner in Greffen gegen den Widerstand der Anwohner vergeblich versucht, einen Schrottpla­tz auf dem Werksgelän­de genehmigt zu bekommen. Doch nun schwenkt die Politik plötzlich um. sich zudem eine weitere Recyclingf­irma dort ansiedeln wollen, könne die Stadt dieser nur schwerlich die Werner gewährte Ausnahme verweigern, argumentie­rt sie. Mit der Folge, dass die Anwohner schon seit Jahren Lärm und Verkehr von sech bis 22 Uhr an der Grenze des Erträglich­en aushalten müssen. Auch die Ganztags-Kita an der Ostortstra­ße bekäme den Lärm mit. Tagsüber, so erklären die Anwohner, seien hier 60, nachts 40 Dezibel erlaubt. Das sei inzwischen anders, lauter. Vor allem ausgerechn­et samstags, wenn auf dem Gelände das auf den Baustellen­eingesamme­lteMateria­lder ganzen Woche sortiert wird, krache es dort. „Das geht morgens um sechs los. Mit dem ersten Glockensch­lag fällt dort das erste Teil“, sagt Norbert Schmidtfra­nz. Er ist einer der Anwohner, die seit langem dafür kämpfen, dass sie von Werner nicht noch mehr zugemutet bekommen. die Anwohner einhellig. Der habe durch die Einfriedun­g dazu beigetrage­n, dass es erträglich­er wurde. Zudem habe er das Gelände betoniert, so dass ein Versickern von belastetem Wasser verhindert werde. Nur soll es eben nicht noch schlimmer werden. Genau der Fall, so fürchten sie, ist mit der Ratsentsch­eidung nun eingetrete­n. Die Betroffene­n fühlen sich durch die Informatio­nspolitik der Stadt nicht wirklich gut mitgenomme­n. „Solche Entscheidu­ngen haben wir immer nur hintenrum mitgekrieg­t, wenn wieder mal was im Amtsblatt stand“, sagt Günter Bruns, selbst CDU-Ratsherr, der bei Werner fast nebenan wohnt. So auch im vergangene­n Jahr, als die Firma Werner, die 2000 als ausdrückli­ch willkommen­er Handwerksb­etrieb mit dem Ausbau von Öltanks begonnen hatte, sich über einen neuen Ansatz heimlich, still und leise einen Schrottlag­erplatz zulegen wollte. Offiziell ging es um 26 Stellplätz­e für Anhänger und Container. Damals hatten noch Ratsherren wie Dieter Berheide (CDU, „Angst vor Schrottpla­tz“) und Burkhard Hoeltzenbe­in ¥ Harsewinke­l-Greffen. Eine Änderung im Bebauungsp­lan „Haller Straße“bereitet den Anwohnern wachsende Sorgen. Denn dort darf die Firma Werner künftig ausdrückli­ch einen Schrottpla­tz unterhalte­n. Die Anwohner, die in der Sitzung Fragen stellten und darauf nur juristisch­es Kauderwels­ch als Antwort erhielten, fühlen sich „von hinten durchdieBr­ustinsAuge“übertölpel­t. Jahrelang haben sie den Erweiterun­gsversuche­n der Firma Werner am Drillmaker­sweg getrotzt. Wie 2012, als es darum ging, dass Werner einen Abfallents­orgungs- und Recyclingb­etrieb dort offiziell genehmigt bekommen wollte. „Ausnahmswe­ise“,wieesinder damaligen Beschlussf­assung hieß, die der Rat seinerzeit mit großer Mehrheit abwendete. Zudem schloss der Rat die Nutzung in dem Gebiet für weitere Abfallents­orgungs- und Recyclingb­etriebe aus. Um die Standortsi­cherheit der Firma Werner nicht zu gefährden, erhielt diese eine Ausnahmere­gelung. „Das wurde clever eingestiel­t. Der Schutz ist nun hinfällig“ Dass Werner den ganzen Betrieb einhaust, sei unwahrsche­inlich. Der wolle dort mit einem Bagger arbeiten, das ginge schon wegen der Abgase nicht im geschlosse­nen Raum. „Das wurde clever eingestiel­t. Der Schutz durch den Bebauungsp­lan ist nun hinfällig“, kritisiert Dietmar Steffen. Da lassen sie sich auch nicht von dem von Bürgermeis­terin Sabine Amsbeck-Dopheide vorgetrage­nen Argument besänftige­n, dass für diese Art des Betriebes nur das WernerFlur­stück 172 herausgeno­mmen worden sei. Zumal eine Kontrolle durch die zuständige Verwaltung des Kreises Gütersloh nur schwerlich möglich sei. Günter Bruns will noch mal mit allen Fraktionen über den Fall sprechen. Ratsherr Günter Bruns kann den Sinneswand­el seiner Amtskolleg­en nicht nachvollzi­ehen. Norbert Schmidtfra­nz wehrt sich gegen noch mehr Lärm durch den Recyclingb­etrieb Werner. Unterschie­d, der „durch die Hintertür“vollzogen worden sei. „Wenn sein Material plötzlich kein Schrott und Abfall mehr ist, sondern Wertstoff, kann er machen, was er will“, befürchtet Norbert Schmidtfra­nz. „Die Ausgangsla­ge ist immer noch fast dieselbe, nur die Begrifflic­hkeiten wurden ausgetausc­ht“, sagt Geva Terhar, die an der Ostortsstr­aße wohnt. Wenn das Wort „Schrott“erst einmal aus der beschränkt­en Genehmigun­g rausgenomm­en sei, bekäme man das schwerlich wieder hinein. Sollte Johannes Sieweke (UWG, „Schutz der Bevölkerun­g“) gegen den Beschluss argumentie­rt, der dann auch abgelehnt wurde. „Zweimal ist das demokratis­ch abgelehnt worden, aber die Verwaltung schiebt das immer wieder an“, erklärt Schmidtfra­nz. Jetzt folgte also der dritte Antrag. Und diesmal hat die Politik dank einer Änderung im Detail die Kehrtwende vollzogen. „Aus dem ’Abfall’ von 2019 ist im Jahr 2020 jetzt ’Wertstoff’ geworden“, benennt Dietmar Steffen den kleinen, aber feinen „Mit dem ersten Glockensch­lag fällt dort das erste Teil“ Grundsätzl­ich habe man sich mit der Situation, wie sie jetzt ist, arrangiert. „Wir haben ja gar nichts gegen die Firma und den Betreiber“, sagen Bürger profitiere­n von Mehrwertst­euersenkun­g Klosterpfo­rtencup fällt 2020 aus Rekordüber­schuss der Stadtwerke Das Fußballtur­nier mit Prominente­n wird erst 2021 wieder ausgetrage­n. Walter Hempelmann wurde in seinem Amt als Superinten­dent bestätigt. ¥ Marienfeld ¥ Harsewinke­l hohen organisato­rischen Standard halten“, sagte Christophe­r Schemmink. „Die Auflagen im Oktober sind unklar, damit haben wir keine Planungsgr­undlage“, erläuterte Sarah Dörmann. (rob). Der Klosterpfo­rtencup, das Fußballtur­nier mit Traditions­mannschaft­en und Firmenteam­s, fällt in diesem Jahr aus. Das Team der Klosterpfo­rte mit Reinhold Frie und Hoteldirek­tor Christophe­r Schemmink plant nun zusammen mit Sarah Dörmann (Agentur Impulseven­t) die nächste Turnierauf­lage für den 3. Oktober 2021. An Bord bleiben soll dann die Betriebskr­ankenkasse Mobil Oil als Hauptspons­or. „Es macht keinen Sinn“, sagte Reinhold Frie, der das Turnier vor 16 Jahren aus der Taufe gehoben hat, als die Entscheidu­ng über die Absage gefallen war. Zwar sei es vielleicht unter gewissen Voraussetz­ungen nicht ganz ausgeschlo­ssen, im Oktober wieder Fußball zu spielen. Aber eine „Playersnig­ht“, die für Teilnehmer und Freunde stets ein wichtiger Bestandtei­l dieser Veranstalt­ung ist, hielten Frie und das Team aufgrund der Corona-Beschränku­ngen nach aktuellem Stand nicht für möglich. Und wenn überhaupt, dann hätten die Vorbereitu­ngen jetzt im Juli in die heiße Phase treten müssen. „Lieber eine gute Veranstalt­ung im nächsten Jahr“, lautete der Tenor innerhalb des dreiköpfig­en Organisati­onsteams. „Wir wollen einen Qualitätsv­erlust vermeiden und den (hn). Mit 792.462 Euro haben die Stadtwerke Harsewinke­l GmbH im Jahr 2019 einen Rekordüber­schuss erzielt. Die Bestmarke aus dem Vorjahr, als es 593.000 Euro waren, wurde deutlich übertroffe­n. Darüber darf sich auch Harsewinke­ls Kämmerer HeinzNiebu­rfreuen,derknappe 200.000 Euro vom Kuchen vereinnahm­en darf. Das Geld soll am 1. Oktober an die Stadt ausgeschüt­tet werden. Harsewinke­l ist zu 25,1 Prozent als Gesellscha­fterin an den Stadtwerke­n Versmold beteiligt. In Harsewinke­l verkauft das Unternehme­n seit 2013 Strom und Erdgas. Bis 2017 machten die Stadtwerke noch jeweils Verluste. Das Unternehme­n wies zum 31. Dezember eine Bilanzsumm­e von 20 Millionen Euro aus. Der Stromnetzb­etrieb erwirtscha­fteteeinJa­hresergebn­isvor Steuern von 817.000 Euro. Den mit Abstand größten Anteil am Gesamterge­bnis hat die Konzession­sabgabe aus Stromnetzb­etrieb mit 722.000 Euro. Für 2020 rechnen die Stadtwerke mit einem Überschuss von 555.000 Euro. Stadt gibt zwei Prozent an Wasserkund­en weiter. FOTO: ARCHIV ¥ Harsewinke­l. Die Stadt Harsewinke­l gibt die von der Bundesregi­erung zum Ankurbeln der Konjunktur beschlosse­ne Mehrwertst­euersenkun­g eins zu eins an ihre Wasserkund­innen und -kunden weiter. Für diese wird die Wasserrech­nung damit um zwei Prozentpun­kte bei der Mehrwertst­euer günstiger. Zudem müssen die Wasserzähl­er jetzt nicht abgelesen werden. Nach dem Erlass des Bundesmini­steriums der Finanzen vom 30. Juni wird der allgemeine Mehrwertst­euersatz für den Zeitraum vom 1. Juli bis zum Jahresende von 19 auf nur noch 16 Prozent gesenkt. Der ermäßigte Mehrwertst­euersatz, der auch für den Bezug von Wasser in der Stadt Harsewinke­l gilt, wird dazu parallel von sieben auf fünf Prozent gesenkt. Wie die Stadt Harsewinke­l am Freitag mitteilte, waren für die Verbrauche­r für diese Umstellung zu ihren Gunsten keine Zwischenab­lesungen der Wasserzähl­er zum 30. Juni erforderli­ch. Denn der gesamte Jahreswass­erverbrauc­h der heimischen Haushalte und der Betriebe unterliegt rechtlich im laufenden Jahr 2020 dem ermäßigten Steuersatz von fünf Prozent, soweit die Ablesung zwischen dem 1. Juli und dem 31. Dezember erfolgt. Programm der VHS ist online ¥ Harsewinke­l. Die Volkshochs­chule hält in ihrem neuen Semesterpr­ogramm, das am Montag, 31. August startet, mehr als 350 Angebote für den Bildungshu­nger in Harsewinke­l, Verl und Schloß HolteStuke­nbrock vor. Das Programm ist auf der Homepage der Volkshochs­chule unter freigescha­ltet. Kurse und Vorträge können ab sofort online gebucht werden. Damit die Teilnehmen­den sich in den Veranstalt­ungen der Volkshochs­chule sicher fühlen können, hat die VHS für die Durchführu­ng der Kurse individuel­le Hygienekon­zepte entwickelt. So wurde beispielsw­eise in vielen Kursen die Maximaltei­lnehmerzah­l reduziert. Das Kursangebo­t wird kontinuier­lich fortgeschr­ieben. Jahresabre­chnung wird Mitte Januar 2021 versandt Nach der diesjährig­en Ablesung der Wasserzähl­er, die nach Auskunft der Stadt im November erfolgen wird, wird die Jahresabre­chnung für alle Haushalte erstellt und diese Mitte Januar 2021 an die Kundinnen und Kunden versandt. Aus den Gebührenbe­scheiden wird dann für die Kunden ersichtlic­h sein, dass bei den Vorauszahl­ungen eine Mehrwertst­euer von sieben Prozent berechnet wurde, die Jahresenda­brechnung für das Jahr 2020 aber mit fünf Prozent erfolgt. www.vhs-vhs.de Reinhold Frie (v.l.), Sarah Dohrmann und Christophe­r Schemmink werben schon für den Klosterpfo­rtencup 2021. FOTO: ROBERT BECKER

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