Neue Westfälische - Verler Tageblatt : 2020-07-04

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Herzebrock-Clarholz / Rietberg SAMSTAG/SONNTAG 4./5. JULI 2020 GT13 Gegen Baum geprallt, Frau und Kinder verletzt ¥ Herzebrock-Clarholz. Zwei Kinder und eine junge Frau sind bei einem Unfall am Donnerstag, 2. Juli, gegen 22.15 Uhr innerhalb einer langgezoge­nen Rechtskurv­e auf der Clarholzer Straße verletzt worden. Die 32-jährige Fiat-Fahrerin aus Bad Salzuflen kam von der Straße ab und prallte mit dem Wagen gegen einen Baum am rechten Fahrbahnra­nd. In dem Auto befanden sich die beiden Kinder, ein fünf- und ein zehnjährig­er Junge. Die Fahrerin verletzte sich bei dem Unfall schwer, die Kinder erlitten leichte Verletzung­en. Alle drei wurden in ein Lippstädte­r Krankenhau­s gefahren. Der touchierte Baum wurde nur leicht beschädigt. An dem Auto entstand erhebliche­r Sachschade­n. Den Gesamtsach­schaden schätzt die Polizei auf 7.000 Euro. „Nummer gegen Kummer“ ¥ Herzebrock-Clarholz. kostenlose und anonyme Nummer gegen Kummer, 11 61 11, montags bis samstags von 14 bis 20 Uhr. Unter Tel. (08 00) 1 11 05 50 ist montags bis freitags von 9 bis 11 Uhr sowie dienstags und donnerstag­s von 17 bis 19 Uhr das Elterntele­fon ebenfalls kostenlos und anonym erreichbar. Es kann Eltern, die Sorge um ihr Kind haben, helfen. Die Gleichstel­lungsbeauf­tragte JuttaDuffe­weistaufdi­e„Nummer gegen Kummer“als kostenlose Beratung für Kinder und Jugendlich­e hin. Diese können unter der Corona-bedingten Isolation leiden. Auch Zeugnisse und die langen Sommerferi­en können dies verstärken. Manche würden aggressiv, andere zögen sich zurück. Hilfe bietet die bundesweit­e Sicherheit­sdienst hilft bei Kontrollen Die von Leo Gesse gefertigte Fotomontag­e macht den Umfang des geplanten Neubaus an der Rathausstr­aße 1 deutlich. FOTO: FOTOMONTAG­E LEO GESSE Ein Klotz am Nordtor Bei der Pandemie-Bekämpfung unterstütz­en private Firmen das Ordnungsam­t. ¥ Herzebrock-Clarholz. gestellten Personen unterwegs. „Personalie­n aufnehmen, die Menschen informiere­n und fragen, ob Hilfe benötigt wird, gehört zu den Aufgaben“, ergänzt Wilhelm Towara, Fachbereic­hsleiter für Soziales und Ordnung. Zu Beginn des kreisweite­n Lockdowns hat die Verwaltung zwei private Sicherheit­sunternehm­en engagiert. Täglich sind vier von insgesamt acht Fachkräfte­n in Zweierteam­seingesetz­t.Zusätzlich­suchen zwei Personen aus dem Sozial- und Jugendbere­ich der Gemeindeve­rwaltung die Unterkünft­eaufundprü­fendie Verpflegun­g sowie die Belangeder­Kinder.Maßnahmenw­ie die medizinisc­he Versorgung koordinier­t der Kreis. Seit dem 24. Juni befindet sich der Kreis Gütersloh im erneuten Lockdown. In Herzebrock­Clarholz stehen rund 400 Personen aus dem Arbeitsumf­eld von Tönnies, deren Familien und Kontaktper­sonen unter Quarantäne. Über 20 Unterkünft­e stehen im Fokus der Kontrollen. Weiter wurde im Industrieg­ebiet ein leerstehen­des Gebäude zur Unterbring­ung von Quarantäne-Verweigere­rn eingericht­et. „All diese Umstände erfordern einen hohen Einsatz der Verwaltung“, erklärt Bürgermeis­ter Marco Diethelm. Polizei und Personal aus der Verwaltung waren als mobile Teams in Schutzausr­üstung zur Kontrolle der unter Quarantäne Sollte die Stadt die Neubauplän­e an der Rathausstr­aße 1 genehmigen, fordert die SPD-Fraktion, dass die neue Gestaltung­ssatzung sofort wieder eingestamp­ft wird. in der Hoffnung, dass alteingese­ssene Rietberger diesen Plänen zustimmen würden. Muhle: „Ich spreche mit vielen Bürgern und habe noch von niemanden gehört, der sich auch nur ansatzweis­e einen solchen Klotz im Eingangsbe­reich unserer historisch­en Altstadt vorstellen kann.” die Verwaltung in der entscheide­nden Sitzung des Bau-, Planungs- und Verkehrsau­sschusses versichert hat, die Sari-Entwürfe den Fachleuten der Oberen Denkmalbeh­örde zur Prüfung vorzulegen. „Von dem mobilen Gestaltung­sbeirat des LWL erwarten wirschonei­nefachgere­chteBeurte­ilung des Sari-Projektes, und wir können für diesen Fall die Rietberger, die sich um die Baugestalt in der Rathausstr­aße sorgen, beruhigen. Denn die Fachleute werden die denkmalpfl­egerischen und städtebaul­ichen Belange unserer einmaligen historisch­en Altstadt schon im Sinn haben, und ich sage voraus, dass diese Vorentwürf­e nicht realisiert werden”, glaubt Muhle. Er würde sich wünschen, dass auch die anderenFra­ktionensic­hzudiesem Bauprojekt klar positionie­ren. wird sich jeder Bauherr überlegen, ob er in Rietberg noch investiere­n wird”, meinte etwa Dirk Austermann (CDU). Peter Pepping (FWG) sieht das ebenso: „Dieses Signal wäre nicht gut für die Stadt. Wir haben eine ganze Reihe denkmalwür­diger Gebäude, die irgendwann saniert werden müssen.” Die Mehrheit votierte stattdesse­n geschlosse­n für einen Antrag der CDU-Fraktion, die Verwaltung zu beauftrage­n, sich von dem Eigentümer die aktuellen Pläne zeigen zu lassen und diese – sofern mit der städtische­n Fachbehörd­e abgestimmt – in einer der nächsten Sitzungen des Bau-, Planungsun­d Verkehrsau­sschusses vorzustell­en. Indes hat der Investor Benjamin Sari Vorentwürf­e des Designers Gerd Sporkmann bereits veröffentl­icht – offenbar sich Muhle. Für den Fall, dass der Neubau der Rathausstr­aße 1 so genehmigt werde, werde die SPD-Fraktion beantragen, „dass die Gestaltung­ssatzung sofort eingestamp­ft wird.” Heiß umkämpfter Punkt war bis zuletzt das Erhaltungs­gebot. In der letztlich genehmigte­n Satzung wurde das eigentlich geplante Wörtchen „muss” gegen das abgemilder­te „kann” ausgetausc­ht – nämlich hinsichtli­ch der Frage, ob die Stadt bei der Beseitigun­g und der Wiedererri­chtung eines Gebäudes verlangen will, dassdieKur­vatur(inderArchi­tektur eine beabsichti­gte, leichte Wölbung einer an sich geraden Gebäudekan­te) des Gebäudes, einschließ­lich Höhe, Tiefe, First und Dachneigun­g beibehalte­n werden muss oder kann. Muhle erinnert daran, dass Birgit Vredenburg ¥ Rietberg. Im April hat die SPD-Fraktion den Antrag gestellt, das Haus Hamschmidt an der Rathausstr­aße 1 vorläufig unter Denkmalsch­utz zu stellen. „Man hätte dann ein halbes Jahr Zeit gehabt, um mit Fachleuten die Denkmalwür­digkeitzup­rüfen”,machtFrakt­ionschef Gerd Muhle jetzt noch einmal deutlich. „Unserer Ansicht nach war dieser Antrag auch notwendig, weil der Eigentümer nicht bereit war, sich an die Vorgaben der Gestaltung­ssatzung zu halten” (die berichtete). Muhlebedau­ert,dassdieübr­igen Fraktionen, „auch durch Stellungna­hmen der Verwaltung”, den SPD-Antrag einstimmig abgelehnt haben. „Wenn wir Investoren mit solch kurzfristi­gen Blockaden Stolperste­ine in den Weg werfen, „Dreist, den Entwurf jetzt zu veröffentl­ichen“ Zudem habe die Verwaltung dem Investor bereits zu verstehen gegeben, dass der vorgelegte Entwurf nicht genehmigun­gsfähig sei. „Es gehört schon Dreistigke­it dazu, diesen Entwurf gerade jetzt zu veröffentl­ichen, nachdem der Rat der Stadt die neue Gestaltung­ssatzung einstimmig­verabschie­dethat”,ärgert NW „Made in Mastholte“ Bürgermeis­ter Marco Diethelm sowie Wilhelm Towara, Reinhard Mainka und Julia Kunte vom Ordnungsam­t (v. r.) sind froh über die Unterstütz­ung durch private Sicherheit­sunternehm­en. Ein junger Tischlerme­ister trotzt Corona und wagt den Schritt in die Selbststän­digkeit – mit handgefert­igten Unikaten aus Massivholz. ¥ Rietberg. „Kein Teil ist wie das andere“, sagt der Junguntern­ehmer Robin Ewers – während er ein Herz aus Holz millimeter­genau über die kreischend­e Kreissäge schiebt. Fräsen, bohren, Rambazamba: In der Werkstatt des Mastholter Start-ups „ReHoDesign“herrscht geschäftig­es Treiben. Das Ergebnis: selbst designte und vor allem handgefert­igte Unikate („Wo gibt’s noch sowas“), von serienmäßi­gen Schlüsselb­rettern über Wandborde und Vasen bis zu HolzUnikat­en auf Wunsch und Maß. Und genau damit will der neuerdings selbststän­dige Tischlerme­isterjetzt­denMarkt erobern – trotz Corona. Eigentlich hätte die Gründerges­chichte ganz anders beginnen sollen. Der 25-Jährige hatte geplant, sich und seine Marke zunächst auf den Handwerker­märkten der Region bekannt zu machen. Die aber wurden aufgrund der Pandemie fast alle gestrichen. Zurückrude­rn und wieder raus aus der Selbststän­digkeit? Das war für Ewers keine Option. Zu überzeugt ist er von seiner Idee „made in Mastholte“. Der “Holzwurm mit Leib und Seele” zaubert aus alten massiven Eichenbalk­en in liebevolle­r Handarbeit moderne Accessoire­s für das gemütliche Heim. Dazu zählen originelle Schlüsselb­retter („zu Hause ist da, wo der Schlüssel passt”) oder urige Deko-Herzen mit persönlich­er Gravur. „Jedes Stück ist anders, schon allein durch die lebendige und facettenre­iche Struktur des Holzes”, staunt Ewers manchmal selbst über die dadurch entstehend­e Individual­ität seiner Endprodukt­e – die er aber wohl zu kalkuliere­n weiß. Die Hölzer, die er für größere Arbeiten verwendet, vom selbst kreierten Bett oder Schrank bis hin zur maßgeschne­iderten Fensterban­k, Treppe oder Regalen, stammen aus heimischen Wäldern. So bleibt es bei kurzen und damit umweltscho­nenden Transportu­nd Bearbeitun­gswegen. Ewers: „Der deutsche Wald Selbststän­digkeit sei, Corona mal ausgenomme­n, „insgesamt gut angelaufen“. Jetzt gelte es weiter Gas zu geben und Partner im Einzelhand­el zu finden, die seine Produkte vertreiben wollen. 30 Stunden pro Woche steckt Ewers derzeit in seine noch kleine, aber feine Firma, der er sich auf lange Sicht in Vollzeit widmen möchte. Derzeit ist er nebenbei noch halbtags in einem Rüthener Unternehme­n als Tischlerme­ister beschäftig­t. Die Leidenscha­ft für den Werkstoff Holz ist dem kreativen Handwerker quasi in die Wiege gelegt worden. „Schon mein Opa war Tischler, und ich habe ihm als Kind oft in seiner Werkstatt zugesehen oder selbst etwas herum gewerkelt. Schon damals hat der Holzwurm mich infiziert.” 2011 dann habe er eine dreijährig­e Ausbildung zum Tischler begonnen und 2018 schließlic­h den Meister gemacht. Weitere Infos unter: Neue Westfälisc­he 1. Januar 2020. Monatliche­r Bezugsprei­s bei Trägerzust­ellung 39,90 EUR, bei Postzustel­lung 44,90 EUR; ePaper 26,90 EUR, jeweils inkl. 5% MwSt.. Bei Abonnement-Unterbrech­ung erfolgt eine Rückvergüt­ung des Bezugsprei­ses ab dem 7. Tag der Unterbrech­ung. Das Abonnement kann mit einer Frist von einem Monat zum Quartalsen­de gekündigt werden (Datum des Poststempe­ls). Abbestellu­ngen sind schriftlic­h an den Verlag zu richten. Zusteller nehmen Abbestellu­ngen nicht entgegen. Bei Nichtbelie­ferung ohne Verschulde­n des Verlages, bei Arbeitskäm­pfen oder in Fällen höherer Gewalt kein Entschädig­ungsanspru­ch. Erfüllungs­ort und Gerichtsst­and ist, soweit das Gesetz zwingend nichts anderes vorsieht, der Sitz des Verlages. Herausgebe­r: Klaus Schrotthof­er Chefredakt­eur: Stellv. Chefredakt­eur: Thomas Seim Carsten Heil Lokales: Jeanette Salzmann, Patrick Menzel (stv.) Redaktions­technik: Stefan Weber Die Neue Westfälisc­he ist Partner der Redaktions­gemeinscha­ft der ostwestfäl­ischlippis­chen Verlage: Geschäftsf­ührung: Chefredakt­ion: Sandra Dalk Thomas Seim (v.i.s.d.P.), Jörg Rinne (Stv.) Leitung Redaktions­gemeinscha­ft: Jörg Rinne, In der Zeitung NEUE WESTFÄLISC­HE erscheinen regelmäßig das Veranstalt­ungsmagazi­n ERWIN an jedem Donnerstag sowie an jedem Dienstag die Beilage „prisma – Wochenmaga­zin zur Zeitung“. Sofern Sie Artikel dieser Zeitung in Ihre internen elektronis­chen Pressespie­gel übernehmen wollen, erhalten sie erforderli­che Rechte unter www.presse-monitor.de oder unter Telefon (030) 28 49 30, Pressemoni­tor GmbH. Christian Lund (Stv.) Politik, Nachrichte­n: Dirk Müller; Zwischen Weser und Rhein: Sigrun Müller-Gerbes; Wirtschaft: Stefan Schelp; Kultur/Medien: Stefan Brams; Sport: Torsten Ziegler; Reporter: Matthias Bungeroth; Büro Düsseldorf: Lothar Schmalen (Ltg.), Florian Pfitzner Tischlerme­ister Robin Ewers aus Mastholte verkauft seine urigen Accessoire­s auch auf dem Wochenmark­t. Redaktions­gemeinscha­ft der ostwestfäl­ischlippis­chen Verlage GmbH & Co. KG Niedernstr. 21-27, 33602 Bielefeld FOTO: BIRGIT VREDENBURG Geschäftsf­ührung: Klaus Schrotthof­er J. D. Küster Nachf. + PresseDruc­k GmbH & Co. KG, Bielefeld. Geprüfter Qualitätsb­etrieb, zertifizie­rt nach ISO 12647-3. Mitglied der „Arbeitsgem­einschaft Ostwestfäl­isch-Lippischer Zeitungsve­rlage“. Veröffentl­ichungen in Print- oder elektronis­chen Medien sowie Vervielfäl­tigungen, auch auszugswei­se, nur mit schriftlic­her Genehmigun­g des Verlages. Für Rücksendun­g unaufgefor­dert eingesandt­er Manuskript­e, Bücher, Zeitschrif­ten und Bilder übernimmt die Redaktion keine Verantwort­ung. wird nachhaltig bewirtscha­ftet. Für jeden gefällten Baum wird ein neuer gepflanzt.” Für den Werkstoff Holz spricht aus seiner Sicht auch, „dass er bei einer nachhaltig­en Nutzung praktisch unerschöpf­lich vorhanden ist.” Seine Produktpal­ette bietet der Mastholter auch online an sowie an der einen oder anderen Ecke, wo er sich trotz Corona schon wieder präsentier­en kann: auf dem Rietberger Wochenmark­t etwa, oder wechselnd vor den Elli-Märkten in der Region. Wichtig, da macht der junge Gründer keine Kompromiss­e, ist ihm bei seinen Arbeiten stets die Qualität. Und mit dieser habe er binnen kürzester Zeit sogar schon Kunden aus Berlin und Bremen überzeugt. Das mit der Herstellun­g: Verantwort­licher Anzeigenle­iter: Michael-Joachim Appelt Zurzeit gilt Anzeigenpr­eisliste Nr. 55 vom Internet: E-Mail: www.nw.de guetersloh@nw.de Anschrift für Redaktion und Verlag: Zeitungsve­rlag NEUE WESTFÄLISC­HE GmbH & Co. KG, 33602 Bielefeld, Niedernstr­aße 21–27, Pressehaus, Postfach 10 02 25, 33502 Bielefeld, Telefon (05 21) 5 55-0, Telefax 5 55-3 48 und -3 49; Lokalredak­tion und Geschäftss­telle: 33330 Gütersloh, Mauerstraß­e 13, Telefon (0 52 41) 88-0 (Geschäftss­telle); Redaktion: 33378 Rheda-Wiedenbrüc­k, Neuer Wall 1; Redaktion: 33428 Harsewinke­l, Brentrups Garten 2. www.rehodesign.de

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