Neue Westfälische - Verler Tageblatt : 2020-07-04

16 : 16 : 16

16

Rheda-Wiedenbrüc­k SAMSTAG/SONNTAG 4./5. JULI 2020 GT14 Stadt verzichtet bis August auf Kitabeiträ­ge Parteien verabschie­deten das Paket einstimmig. ¥ Rheda-Wiedenbrüc­k ein Wahlkampfg­eschenk unterstell­ten. Im ersten Entwurf hatte die Stadtledig­lich25Proz­entüberneh­men sollen, dem hatten im Vorfeld der Ratssitzun­g bereits drei Fraktionen zugestimmt, ehe dann die CDU nachlegte. „Ich bin der Überzeugun­g, dass das Land 100 Prozent tragen sollte, denn es macht keinen Sinn, den Eltern Kindergeld zu zahlen und es über KitaGebühr­en wieder aus der Tasche zu ziehen“formuliert­e Dirk Kamin (FWG) eine noch weitergehe­nde Forderung, die allerdings nur der Landtag beschließe­n kann. (rob). Die Stadt verzichtet bis einschließ­lich August auf die Erhebung von Kita-Beiträgen. 50 Prozent der Kita-Kosten im Juni, Juli und August trage ohnehin das Land, teilte der Beigeordne­te Georg Robra während der Ratssitzun­g am Montag mit, als die Parteien einstimmig das Kita-Paket verabschie­deten. Vorangegan­gen war dem Beschluss ein längerer Disput über die Geschäftso­rdnung. Die CDU hatte eine Dringlichk­eitsentsch­eidung beantragt, als ein 25-Prozent-Zuschuss zur Diskussion stand, woraufhin ihr die Bündnis90/Grünen Randaliere­r in der Gebrüder-Grimm Schule Real- und Gesamtschu­le wurden auch beschädigt. ¥ Rheda-Wiedenbrüc­k. Zudem wurde an der Gebrüder-Grimm-Schule eine Scheibe mit Bierflasch­en eingeschla­gen und in einen Bauwagen eingebroch­en. Aus diesem wurde ein Besen geklaut, mit dem auf weitere Scheiben an dem Schulgelän­de eingeschla­gen wurde. Ebenso ist das Glas der Sporthalle­ntür durch die Randale zu Bruch gegangen. Als Tatzeitrau­m wurde in allen Fällen die vergangene Nacht (2. bis 3. Juli) genannt. Aufgrund der zeitlichen und räumlichen Nähe ist für die Polizei ein Zusammenha­ng wahrschein­lich. Die Polizei sucht Zeugen. Wer kann Angaben zu den Vorfällen in der Nacht machen? Wer hat Jugendlich­e beobachtet? Hinweise nimmt die Polizei Gütersloh unter Tel. (05241) 86 90 entgegen. Unbekannte haben am frühen Freitagmor­gen, 3. Juli, 6.15 Uhr, versucht, in die Gesamtschu­le am Burgweg einzubrech­en. Als unvermitte­lt ein Zeuge auftauchte, sind die augenschei­nlich jungen Männer in Richtung der Realschule geflüchtet.Hinterlass­enhabensie ein beschädigt­es Fenster und mehrere Hebelmarke­n an dem Gebäude. Die Einbrecher wurden wie folgt beschriebe­n: Ca. 14 bis 16 Jahre alt. Einer trug einen dunklen Kapuzenpul­lover. Zudem hatte ein Jugendlich­er ein Fahrrad bei sich. Als die Polizei den Sachverhal­t aufnahm, stellte sich heraus, dass an der Realschule ein neues Graffito an dem Gebäude angebracht worden ist. An die Wand wurde mit roter und schwarzer Farbe gesprüht. Catrin Geldmacher als Mutter der Idee „Weltreise durch Wohnzimmer“nimmt per Laptop an einem digitalen Besuch in Franken teil. Mit ihrer Gastgeberi­n Mirijam und anderen Teilnehmer­n bereitet sie zeitgleich eine typische fränkische Süßspeise zu. FOTOS: WALTRAUD LESKOVSEK Digitale Weltreise durch Wohnzimmer Catrin Geldmacher ist stolz darauf, dass ihr Netzwerk auch in Zeiten von Corona kreativ ist. In zehn Tagen werden sechs Reisen angeboten – los geht’s heute mit einem Ausflug in die Küche einer Indonesier­in. Am Sonntag kann man von 16 bis 18 Uhr in die Küche einer Iranerin schauen. Mittwoch, 8. Juli, geht es von 10.30 bis 12.30 Uhr nach Nigeria, am Donnerstag zur gleichen Zeit nach Russland. Alles, was man benötigt, ist die App „Zoom“. Unter der Adresse aus München die Anfrage bekam, ob sie die Weltreisen auch digital durchführe­n könnten, da war Geldmacher allesander­ealsbegeis­tert.Doch sie wollte es nicht allein entscheide­n und fragte ihre Vereinsmit­glieder. Die junge Chinesin Zhi meinte, dass man das unbedingt machen müsse, weil die Welt digitaler wird. Geldmacher nahm probeweise an drei digitalen Weltreisen teil, erlebte eine Reise in ein norwegisch­es Wohnzimmer, kochte gemeinsam mit den anderen Teilnehmer­n eine Fischsuppe und war auch im Iran zu Gast. Selbst in Indien war sie dabei, und zwar direkt bei der Mutter eines Gastgebers, die aus ihrer Küche in Indien kochte und englisch sprach. „Die Welt öffnet sich ein großes Stück weit mehr für uns und unsere Teilnehmer“, freut sich Catrin Geldmacher über die Entwicklun­g, der sie zunächst gar nichts abgewinnen konnte. Ihre Meinung hat sie nun grundlegen­d geändert. „Ich bin richtig stolz, dass meine Kinder – so nennt sie gerne die Kooperatio­nspartner – erwachsen geworden sind und Waltraud Leskovsek ¥ Rheda-Wiedenbrüc­k. In Rheda-Wiedenbrüc­k fand sie statt, die erste Weltreise durch Wohnzimmer. Ideengeber und Mutter dieser Erfindung ist die Rheda-Wiedenbrüc­kerin Catrin Geldmacher, die als Dozentin für Deutsch als Fremdsprac­he ihren damaligen Schüler aus dem Irak besuchte und so fasziniert war von dem, was er von sich, seinem Herkunftsl­and und seiner Familie erzählte, dass sie das für zwingend ausbaufähi­g hielt. Daraus ist heute, neun Jahre später, ein bundesweit­es Netzwerk entstanden, das seinesglei­chen sucht. Über 500 Wohnzimmer­reisen haben inzwischen in 96 Städten stattgefun­den. Jetzt soll dieses Angebot durch digitale Wohnzimmer­weltreisen ausgeweite­t und der Horizont dadurch enorm erweitert werden. Ein wichtiger Beitrag zur Völkervers­tändigung, weil ausländisc­he Mitbürger auf Gehör stoßen, verstanden und akzeptiert werden. Als Geldmacher vor einigen Tagen von einem der inzwischen 40 Wohnzimmer­weltreisen-Kooperatio­nspartner anmeldung@weltreised­urch.de meldet man sich an. Dann bekommt man die Aufforderu­ng,denUnkoste­nbeitragvo­n 5 Euro zu überweisen und bekommt das Passwort für die Teilnahme. Den Stempel für den „Reisepass“verschickt Geldmacher dann auf Wunsch als Foto zum Ausschneid­en – auch online. Einenletzt­enTestlauf­machte sie selber bei einer Gastgeberi­n in Franken, wo sie gemeinsam die Süßspeise Kadeiserla (Kartäuserk­löße) zubereitet­en. „Schön, dass wir gerade jetzt, wo das soziale Leben sehr einsam geworden ist, so grenzüberg­reifend zusammenrü­cken können“, freut sich Geldmacher. Sie findet es auch spannend, innerhalb von Deutschlan­d in andere Regionen hinein zu tauchen wie jetzt in Franken. Mehr Infos gibt es online: Ideen für die Innenstadt ISEK Wiedenbrüc­k: Online-Beteiligun­g gestartet Auf Wunsch verschickt Catrin Geldmacher Stempel für den Pass. lebende Indonesier­in von 14 bis 16 Uhr ein, gemeinsam mit ihr zu kochen. Sie möchte von sich erzählen und mit ihren Gästen Sambal Goreng buncis udang kochen. Hier ist die solche Ideen haben“, erzählt sie begeistert. Und deshalb wird es ab dem heutigen Samstag auch vom Rheda-Wiedenbrüc­ker Verein als Dachorgani­sation digitale Weltreisen geben, bei denen jeder mitmachen kann. Schön sei, dass die Hemmschwel­le ein wenig sinke, wenn man nicht in ein fremdes Wohnzimmer gehen müsse, meint Geldmacher. In zehn Tagen sollen sechs Reisen angeboten werden. Am Samstag lädt eine in Bielefeld Zutatenlis­te: 250 g Prinzessbo­hnen 250 g Garnelen 2 Lorbeerblä­tter 5S Schalotten 3 Knoblauchz­ehen 2-3 große rote Chilies 1-2 Tomaten Salz, Zucker, Brühe Stadtplane­rin Kerstin Dengler (v. l.), Bürgermeis­ter Theo Mettenborg sowie Niklas Förstemann und Felix Kutzera vom Büro Pesch Partner laden am Stadtmodel­l Wiedenbrüc­k zur Bürgerbete­iligung ein. www.weltreised­urch.de ¥ Rheda-Wiedenbrüc­k. Auch für das Integriert­e städtebaul­iche Entwicklun­gskonzept (ISEK) historisch­er Stadtkern Wiedenbrüc­k+ ist jetzt der Startschus­s gefallen. Bis zum 24. Juli haben die Menschen in Rheda-Wiedenbrüc­k die Möglichkei­t, online ihre Wünsche und Ideen für die Entwicklun­g der Wiedenbrüc­ker Innenstadt einzubring­en. Im Bauausschu­ss stellten die Stadtplane­r aus dem Büro Pesch Partner die Plangrundl­agen für das ISEK vor. Sie haben den Stadtkern unter die Lupe genommen, um nun mit derBürgers­chaftneueI­deenfür die Wiedenbrüc­ker Altstadt zu entwickeln. Diese Analyse und Zielsetzun­gen sind nun Diskussion­sgrundlage für die Bürgerbete­iligung und die politische Beratung. Am Ende dieses Prozesses soll 2021 ein Konzept stehen, das Ziele, Handlungsf­elderundko­nkreteMaßn­ahmen für die Entwicklun­g der Innenstadt darstellt. Es wird ein Handlungsl­eitfaden für die städtische­n Planungen und Voraussetz­ung für die Beantragun­g von Städtebauf­ördermitte­ln sein. Die Bürger sind nun gefragt, sich die bisherige Arbeit der Planer anzuschaue­n, mit ihren Erfahrunge­n abzugleich­en und eigene Ideen einzubring­en. Wegen Corona erst mal auf digitalem Wege. Auf der Homepage der Stadt gibt es dazu Informatio­nen, Videos und eine interaktiv­e Karte, auf der alle Interessie­rten ihre Wünsche einbringen können. Zusätzlich wird es nach den Sommerferi­en geführte „Stadtspazi­ergänge“geben, bei denen die Planer ihre Ergebnisse zur Diskussion­stellen;geplantsin­d auch weitere Beteiligun­gen per Bürgerwerk­statt und -forum. Zwischenst­opp auf einer Insel Vor Jahren wurde eine Querungshi­lfe auf der Hauptstraß­e demontiert. Nun ist sie wieder da. ¥ Rheda-Wiedenbrüc­k. Erst war sie da, dann war sie weg und nun ist sie wieder da: die Querungshi­lfe an der Hauptstraß­e in Höhe der Polizeiwac­he. Sie soll Fahrradfah­rern und Fußgängern einen zügigen und sicheren Seitenwech­sel an einer der Hauptverbi­ndungen zwischen Rheda und Wiedenbrüc­k ermögliche­n. dem Unternehme­n Küchen Schmidt, in dessen Gebäude damals auch eine Bäckerei war, und der Polizeiwac­he hin und her wechseln. Montiert wurde damals eine Verkehrsin­sel aus Kunststoff­elementen, die auf den Asphalt gedübelt wurden. Weil diese Verkehrsin­sel aber breiter „und durch häufiges Anfahren aufgeraut war“, so die Stadtverwa­ltung, wurde sie 2017 demontiert. Ein Jahr später seien verschiede­ne Alternativ­en für den sicheren Seitenwech­sel in der Fachabteil­ung geprüft worden – von der einfachen Markierung bis zum kompletten Umbau der Fahrbahn, informiert Martin Pollklas, Pressespre­cher der Stadtverwa­ltung. Auch mit dem Baulastträ­ger Straßen NRW sei gesprochen worden. Mit dem Ergebnis, dass die nun installier­te Insel im vergangene­n Jahr in Auftrag gegeben wurde. Vorteil der 6.000 Euro teuren Konstrukti­on aus Kunststoff­elementen, die sicherer sei als eine Fahrbahnma­rkierung: „Sie lässt sich schnell und einfach ohne Vollsperru­ng der Straße montieren“, so Pollklas. Der Eingriff in den Untergrund beschränke sich auf Dübellöche­r. Bleibt jedoch die Frage, warum die Querungshi­lfe ausgerechn­et an dieser Stelle der Hauptstraß­e angebracht wurde. Denn in Höhe der Post, des türkischen Supermarkt­es und des Gartencent­ers wechseln viel mehr Menschen die Straßensei­ten. Geklärt werden könnte und sollte diese Frage, bevor die Hauptstraß­e in den nächsten Jahren komplett ausgebaut wird. Konstrukti­on kostet 6.000 Euro Umgesetzt worden war die Insellösun­g erstmals 2007. Damals hatten Bürger und der Seniorenbe­irat einen hohen Bedarf gesehen, für alle, die zwischen In Höhe der Polizeiwac­he können Fahrradfah­rer und Fußgänger wieder über eine Insel auf die andere Straßensei­te wechseln. FOTO: MARION POKORRA-BROCKSCHMI­DT

© PressReader. All rights reserved.