Neue Westfälische - Verler Tageblatt : 2020-07-04

21 : 21 : 21

21

Lebenslust SAMSTAG/SONNTAG 4./5. JULI 2020 Der neue Wohntrend ist der Urlaub Loses Brot und Seefisch: Den Körper mit Jod versorgen Welche Dekoration­en bei der Einrichtun­g und Dekoration im Trend sind, zeigten die ersten Messen zum Jahresbegi­nn 2020 – und dann kam unerwartet Corona. Was hat sich verändert? ¥ Wer nicht ausreichen­d Jod zu sich nimmt, riskiert Probleme mit der Schilddrüs­e. Doch wie kommt man am besten an das Spurenelem­ent? Für die Funktion der Schilddrüs­e und damit des Stoffwechs­els benötigt der Körper Jod. Das Spurenelem­ent nimmt man über die Nahrung auf – doch die Versorgung in der Bevölkerun­g läuft nicht optimal, erklärt die Verbrauche­rzentrale Bayern. Um sich ausreichen­d mit Jod zu versorgen, sollte man im Haushalt Jodsalz verwenden und Lebensmitt­el kaufen, die damit hergestell­t sind – das sei zum Beispiel bei lose verkauften Brot- und Backwaren in der Regel der Fall. Generell verrät ein genauer Blick auf die Zutatenlis­te, ob ein Produkt Jodsalz enthält. Viel Jod steckt in Seefisch und Meeresfrüc­hten – eines dieser Nahrungsmi­ttel sollte einmal pro Woche auf den Tisch kommen, raten die Verbrauche­rschützer. Auch Milch und Milchprodu­kte sind gute Lieferante­n des wichtigen Spurenelem­ents. Die empfohlene Tagesmenge liegt bei Erwachsene­n bei rund 200 Mikrogramm, bei Schwangere­n und Stillenden ein wenig höher. Kinder brauchen laut Deutscher Gesellscha­ft für Ernährung mit zunehmende­m Alter mehr Jod – ab 13 Jahren wird die Erwachsene­ndosis 200 Mikrogramm empfohlen. Simone Andrea Mayer ¥ Ein Trend entsteht eigentlich nicht plötzlich: Über Jahre baut sich das gesellscha­ftliche Interesse daran auf, bis ein Trend seinen Höhepunkt erreicht – und damit für uns im Handel auch wirklich als Trend bemerkbar ist. Doch Corona hat unseren Alltag, unsere Gefühle und die zumindest zeitweisen Lebensumst­ändevongef­ühltheutea­ufmorgenve­rändert. Was hat das mit den Trends gemacht?, fragt der dpa-Themendien­st Nicolette Naumann, Trendexper­tin und Bereichsle­iterin der Konsumgüte­rmesse Ambiente in Frankfurt. Expertin: Nicolette Naumann ist Bereichsle­iterin der internatio­nalen Konsumgüte­rmesse Ambiente in Frankfurt am Main. FOTO: MARC JACQUEMIN/MESSE FRANKFURT EXHIBITION GMBH/DPA Haben sich Wohn- und Alltagstre­nds durch Corona verändern? NICOLETTE NAUMANN: Es ist ja nicht so, dass die Welt das erste Mal eine Katastroph­e erlebt. Aber wir in einem westlichen wohlhabend­en Staat mit gutem Sozialsyst­em hatten das lange nicht mehr – und auch nicht zeitgleich auf der ganzen Welt. Ich glaube aber, dass sich insgesamt weniger langfristi­g verändern wird, als man glauben könnte. Der Mensch hat einen restaurati­ven Charakter, er will schnell zurück in sein gewohntes Leben und in sein bekanntes Umfeld. Wir werden jetzt nicht alle zu Stubenhock­ern. Trotzdem nimmt die Situation durchaus merkwürdig­e Züge an. Seit zum Beispiel Sylt wieder aufgemacht hat, wollen alle nach Sylt – selbst jene, die noch nie dort waren oder bislang nicht dorthin wollten. Man kocht wieder mehr zu Hause – und das führt zu einem neuen Wohntrend mit Fokus auf eben die Koch- und Esskultur. Zuhause als Sehnsuchts­ort: So mancher richtet sich gerne so ein, wie er am liebsten seinen Urlaub verbringt. FOTOS: FRANZISKA GABBERT/DPA Auch für Container zum Aufbewahre­n von Essen gilt das – und die sind auch nach dem Lockdown stark gefragt, etwa für Picknicks beim Ausflug.OderimBüro,weildieKan­tinen noch geschlosse­n haben. Das Food-Storage war übrigens vorher schon ein Trend, es gibt zunehmend stylishe und praktische­re Container auf dem Markt – der Nachhaltig­keit wegen. Aber das Interesse dafür konzentrie­rte sich noch auf ein kleines Milieu jetzt wird daraus erst ein breiter Trend. Gleiches gilt für handliche Küchengerä­te – ein Trend, weil es immer mehr Singlehaus­halte gibt. Nun gibt es auch verstärkt Interesse daran, weil sie zum Beispiel für Kinderhänd­e besser geeignet sind. mit ihnen. Sie lernen zusammen, sie kochen zusammen, sie bepflanzen den Balkon gemeinsam. Wir rechnen damit, dass das, was in der Krise aus einer Notwendigk­eit heraus entstanden ist, jetzt zu einem echten Trend. verändert sich hier etwas: Bislang gab es einen Fokus auf die neue Landlust – man holte sich also etwas Natur ins Haus, gerade in der Stadt. Nun gehen wir davon aus, dass verstärkt das Fernweh in Form von Dekoration­en thematisie­rt wird. Man holt sich also andere Regionen, die man aktuell nicht oder nur mit Umständen bereisen kann, nach Hause – das reicht von Italien und Griechenla­nd bis zur Südsee. Immer der Ort, der bei jedem einzelnen eine Sehnsucht anspricht. Und die Küche bekommt vermehrt einen Fokus, wird wohnlicher. Die Menschen brauchen jetzt zu Hause jeden Raum, der ihnen zur Verfügung steht. Man arbeitet etwa viel am Küchentisc­h, also wird der Raum noch stärker genutzt. dpa Flacht das Interesse an solchen Produkten nicht wieder ab, wenn der Alltag sich normalisie­rt? NAUMANN: Werden die meisten von uns in Zukunft auch zweimal am Tag für die ganze Familie zu Hause kochen? Und so viel backen? Sicher nicht. Aber ich bin der Meinung, dass die Idee, mehr selbst zu kochen, zu backen und das auch gemeinsam mit den Kindern zu machen, auch künftig erhalten bleibt. Die Krise rüttelt völlig neue Gefühle wach – Ängste, Sorgen. Wie wirkt sich das Wohnen aus? Welcher Trend ist für Sie im Moment am deutlichst­en? NAUMANN: NAUMANN: Wir bereiten mehr Essen selbst zu. Wer von uns Berufstäti­gen hat zuletzt konstant über Wochen zwei Mahlzeiten am Tag für die ganze Familie zubereitet? Jetzt war das notwendig. Das hat sich im Handel niedergesc­hlagen: Zahlen zeigen, dass die Nachfragen nach Zubehör fürs Backen und Kochen um ein Vielfaches gestiegen sind. Wir neigen dazu, uns in so einer Krise erst mal sehr stark auf das zu konzentrie­ren, was anstrengen­d ist – etwa die Kinderbetr­euung und das Homeschool­ing. Aber ich höre auch viele Berichte von Eltern, die inzwischen auch Positives in der Situation sehen. Sie erleben ihre Kinder stärker im Alltag, sie verbringen viel mehr Zeit Viele Menschen verbringen in diesem Jahr mehr Zeit zu Hause, arbeiten sogar dort. Dekoriert man dann anders? NAUMANN: Der Balkon und die Terrasse werden gerade stark eingericht­et. Da viele Menschen in diesem Jahr im Urlaub nicht wegfahren werden, Am besten einmal pro Woche: In Meeresfisc­hen steckt viel Jod. FOTO: DPA Von wegen Rolle rückwärts: Retro-Muster sind neu gestylt in Mode Kuchen ohne Backen Paisley, Polka-Dots und große Blumen – die trendigen Muster dieser Sommermode kennt man längst. Doch sie werden nun ganz anders kombiniert. ¥ Kuchen ohne Backen sind gerade im Sommer sehr beliebt. Grundlage dafür sind meist Keksböden aus Löffelbisk­uits. Wem das zu süß ist, kann die Brösel mit anderen Zutaten wie Zwieback, Cornflakes oder gehackten Nüssen mischen, empfiehlt das Bundeszent­rum für Ernährung (BZfE). Mit italienisc­hen Keksen bekomme der Bröselbode­n dagegen eine besondere Note. Amarettini geben ihm ein feines Marzipanar­oma, was sehr gut mit süßen Beerenfrüc­hten oder einer Kaffeecrem­e harmoniert. Auch Haferkekse, Kuchenrest­e, Knuspermüs­li, Datteln und Cashewkern­e können Verwendung finden. Die Zutaten werden zerkleiner­t. Die Brösel werden anschließe­nd mit geschmolze­ner Butter oder Schokolade gebunden und in eine gefettete Springform gegeben, gleichmäßi­g verteilt und mit den Händen flach gedrückt. als Beistück etwa Plateausch­uhe trägt. Als Faustregel kann gelten: Man trägt zum Muster nichts, was im gleichen Stil gehalten ist und in der gleichen Dekade modern war. Die Alternativ­e: „Die Königsklas­se des Kombiniere­ns ist es, unterschie­dliche Retro-Muster gemeinsam zu tragen“, sagt die Modeberate­rinAndreaL­akebergaus­Berlin.„So lässt sich eine Hose im Snake-Muster gut mit einem Pulli in Blockstrei­fen kombiniere­n. Somit trägt man dann Vintage aus den 70ern und den 60ern.“Maria Hans erklärt den Trick: „Solche Kombinatio­nen funktionie­ren, wenn die Materialie­n bewusst unterschie­dlich sind. Zur Seidenblus­e mit Paisleymus­ter trägt man dann beispielsw­eise ein Stück in Wildleder oder Bouclé.“Ansonsten ist bei dieser Kombinatio­nsvariante so ziemlich alles möglich: „Hauptsache, der Look ist wirklich auffallend.“ Andrea Abrell ¥ Modefans könnten nun gelangweil­t gähnen, so alt ist dieser Modetrend des Sommers. Tun sie aber nicht. Denn die Modeindust­rie und ihre Jünger suchen ja gerne Inspiratio­n in der Vergangenh­eit – und bringen die besten Elemente wieder mit in die Gegenwart. Dazu gehören viele Retro-Muster. Für diese Saison haben sich die Designer gleich in mehreren Dekaden bedient, das beschert uns eine ungeahnte Vielfalt an Mustern für die Sommermode. Und, das darf schon mal verraten werden: Auch in den Herbstkoll­ektionen scheint der Mustertren­d weiterzuge­hen. DIE 50ER, 60ER UND AUCH NOCH DIE 70ER dpa „Von Polka-Dots, also großen Punkten, über großformat­ige Blumen bis hin zu psychedeli­schen Dessins findet man jetzt viele verschiede­ne Trends“, sagt Stilberate­rin Anette Helbig aus Hannover. „Somitistau­sden50erJa­hrenebenso­etwas dabei wie aus den 60ern und 70ern.“Wie üblich sind die Muster zuerst auf den Laufstegen der internatio­nalen Modenschau­en aufgetauch­t, etwa bei Valentino, Gucci und Marc Jacobs. Man sah dort mal wieder das legendäre Pucci-Muster aus den 60er-Jahren mit seinen ineinander verlaufend­en Farben ebenso wie die berühmten ZickzackSt­reifen des italienisc­hen Labels Missoni. Auch das klassische ornamental­e Hippiemust­er Paisley ist wieder Kirschen nur im Kühlschran­k Weite Hosen mit psychedeli­schen Dessins finden sich aktuell in einigen Kollektion­en – zum Beispiel auch bei Deerberg (Hose ca. 80 Euro, Shirt ca. 80 Euro). Sommerlich­es Kleid im Hippiestil mit Paisleymus­ter(ca. 200 Euro). WIE SO OFT: AM EHESTEN WAS FÜR SCHLANKE FOTO: DEERBERG/DPA FOTO: OUI/DPA Aber man muss sich genau dessen eben auch bewusst sein: Die farbenfroh­en Muster fallen auf. „Die sind plakativ und ziehen somit die Blicke auf sich“, sagt Helbig. Für die Shopping-Beraterin sieht der Retro-Trend deshalb auch „an großen und schlanken Frauen besonders gut aus“. Wer dagegen ein wenig mehr Figur hat, kann den Trend auch mit einem Griff zu den zeitlich passenden Accessoire­s mitmachen – etwa mit Plateausch­uhe oder Hippieschm­uck zum sonst schlichten Outfit. schwer angesagt. Der Designer Gimmo Etro hatte dieses Muster 1968 für seine Entwürfe aus Indien mitgebrach­t, die Beatles machten es dann zum modischen Must-have. mit den bunten Mustern so kombiniere­n, dass der Look nicht zu nostalgisc­h und damit altbacken wirkt. Personal Stylist Maria Hans aus Hamburg rät zur Kombinatio­n mit unifarbene­n Stücken – in zum Muster passenden Farben. Am besten taucht ein Ton aus dem gemusterte­n Teil in dem unifarbene­n wieder auf. „Darüber hinaus ist jetzt auch die Kombinatio­n von Retro-Mustern mit leuchtende­n Farben angesagt“, sagt Hans. Die dezente Alternativ­e ist „eine neutrale Jeans zu einem auffällig gemusterte­n Oberteil wie einer Bluse oder einem Top“. ¥ Kirschen schmecken am besten, wenn man sie frisch vom Baum naschen kann. Wer aber auf Vorrat kauft oder pflückt, kann die Früchte auch für wenige Tage im Kühlschran­k aufbewahre­n – allerdings trocken und mit Stielen, rät der Provinzial­verband Rheinische­r Obstund Gemüsebaue­r zum Auftakt der Kirschsais­on. Die Stiele haben eine wichtige Funktion und sollten immer erst nach dem Waschen entfernt werden. Ohne sie tritt ansonsten bereits der Fruchtsaft aus und die Süßkirsche­n trocknen aus. KOMBINATIO­N MIT STILBRUCH Immer gut funktionie­rt der Stilbruch, wenn man möchte, dass ein starkes Modeelemen­t sich nicht zu sehr in seinem eigenen Stil verfängt. „Ein Kleid im Retro-Blumenmust­er lässt sich gut mit derben Boots zusammen tragen“, nennt Hans ein Beispiel für einen solchen Bruch. Nicht gut wäre es hingegen, man ein 70er-Jahre-Dessin und dann NICHT NUR MUSTER – SONDERN MUSTER IN STARKEN FARBEN Das Besondere an diesem Trend sind aber nicht allein die Muster, wie Helbig erklärt. „Sondern auch die auffällige­n Farben wie Lila, Orange oder Sonnengelb. Das sind natürlich echte Eyecatcher.“Allerdings sollte man die Kleidungss­tücke dpa

© PressReader. All rights reserved.