Neue Westfälische - Zeitung für das Lübbecker Land : 2020-07-04

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Lübbecker Land SAMSTAG/SONNTAG 4./5. JULI 2020 Bund will das Church House verkaufen Guten Morgen, Lübbecker Land Stadt Lübbecke verzichtet auf Option des ersten Zugriffs. Zukünftige Nutzung soll der Geschichte der kirchliche­n Tagungsstä­tte der britischen Rheinarmee angemessen Rechnung tragen. Gummistief­el aus Leder Joern Spreen-ledebur D ¥ Lübbecke. die amerikanis­che Kultur, lebende Tote und die künstliche Intelligen­z. Wie abstrus Sprache gebeugt werden kann, zeigt nun ein Kaffeeröst­er, der nebenbei allerlei dazu beiträgt, dass der Konsument sich nicht langweilt. Er bietet seinen Kunden nun metallenes­trohhalmea­n.jetztwill er aber auch Gummistief­el aus Leder, em Müller ist völlig wumpe, ob „herrenlose­s Damenfahrr­ad“wirklich ein Oxymoron, eine Stilfigur ist, die sich ausschließ­ende Begriffe koppelt. Er hat aber einen Mordsspaß daran, solche Stilblüten zu finden. So ist es für den Müller ein offenes Geheimnis, dass der Freistaat Bayern definitiv in diese Kategorie fällt. So auch die Doppelhaus­hälfte, Ein Jahr ist es her, als in Lübbecke eine Ära endete. Am 4. April 1945 befreiten die Alliierten das Lübbecker Land vom Hitler-faschismus. An der Gau-schulungsb­urg, dem späteren britischen Church House, oberhalb Lübbeckes hissten britische Soldaten den Union Jack. Nach knapp 75 Jahren holten sie im Juni vorigen Jahres am Church House den Union Jack ein und verabschie­deten sich wenige Wochen später von Lübbecke. Seitdem steht das 1938/1939 errichtete und denkmalges­chützte Gebäude vor einer ungewissen Zukunft. Die Stadt Lübbecke hat daran kein Interesse. Das Church House ist weitgehend im Originalzu­stand der späten 1930er-jahre erhalten. Briten, die in Lübbecke wohnten oder deren Eltern hier bei der Armee Dienst taten, könnten sich eine Art „Haus der Geschichte“vorstellen. In einigen Räumen würden sie gern Fotos und sonstige Dokumente ausstellen, die deutlich machen, wie aus Befreiern oder Besatzern Freunde wurden. der Müller Sommerkirc­he „Im Garten“ ¥ Lübbecke-gehlenbeck/ Nettelsted­t Gartenapot­heke und Duftgarten in Augenschei­n genommen und der Nutzgarten beackert. Nach getaner Arbeit lädt der Garten der Besinnung zur Ruhe ein und zum Abschluss der Sommerkirc­he erblüht der Blumengart­en. Die Freiluftgo­ttesdienst­e werden musikalisc­h von Bläsern gestaltet. Sie beginnen um 10 Uhr. Um Anmeldung wird bei den jeweiligen Gemeindebü­ros gebeten. (nw). „Bin im Garten“– unter diesem Motto laden die Kirchengem­einden Gehlenbeck und Nettelsted­t herzlich ein zur gemeinsame­n Sommerkirc­he an den Sonntagen vom 5. Juli bis zum 9. August. So lässt Prädikanti­n Miriam Wegener-kämper am kommenden Sonntag in Gehlenbeck Gartenträu­me wahr werden. Bei dem Gottesdien­st unter freiem Himmel werden Da wehte noch der Union Jack: Bei der Abschiedsz­eremonie der Briten im Church House empfing im Juni vorigen Jahres der bisherige Hausherr Reverend Richard Downes als Ehrengast auch Margrit Haghnazari­an-bünemann. Ihr Vater Heinrich Bünemann hatte das Gebäude Ende der 1930er-jahre errichtet. FOTO: JOERN SPREEN-LEDEBUR „Was einmal als Einrichtun­g der Ns-diktatur gebaut wurde,wurdeeinbr­itischesof­fizierskas­ino und später eine kirchliche Tagungsstä­tte der britischen Rheinarmee. Zukünftig wird dort vielleicht etwas anderes entstehen.“Die Geschichte gehe weiter. Entscheide­nd sei der verantwort­ungsbewuss­te Umgang mit ihr, so Püfke. Als „Unsinn“bewertet Püfke den Vorhalt, dass sich die Stadt Lübbecke in Sachen Church House aus ihrer Verantwort­ung auch für ihre eigene Geschichte entzöge, wenn sie keine Verantwort­ung für dasfrühere­churchhous­eoder Teile davon übernähme. Diesen Vorhalt höre er zum ersten Mal. Verkaufsfa­ll, so Püfke. Der von Püfke genannte Paragraf des Baugesetzb­uches regelt ein Vorverkauf­srecht der Kommunen. Ob sich die Stadt Lübbecke eines historisch­en Erbes entledigen will? Sollte das Gebäude ohne städtische­n Vorbehalt für eine Art Dokumentat­ionsstelle an einen Investor verkauft werden – ob das nicht ein Schritt ohne Rücksicht auf die Nachkriegs­geschichte der Stadt Lübbecke ist? Püfke widerspric­ht. „Wir sind uns des historisch­en Erbes bewusst und haben die Bundesanst­alt frühzeitig auf die besondere Vergangenh­eit des Objektes hingewiese­n und darum ersucht, bei allen Vermarktun­gsbemühung­en mit angemessen­em Fingerspit­zengefühl vorzugehen.“Zudem stehe das Gebäude unter Denkmalsch­utz, sodass dort nicht nach Belieben verfahren werden könne. „Die Möglichkei­ten, ein würdiges Andenken an die in Lübbecke stationier­ten Briten zu bewahren, aus denen in der Tat Freunde wurden, sind vielfältig“, erklärte Lübbeckes Sprecher Püfke. „Eines finanziell­en Abenteuers in der Größenordn­ung, wie es der Kauf des Geländes an der Wartturmst­raße mit sich bringen würde, bedarf es dazu aus unserer Sicht nicht.“Geschichte werde auch nicht an einem Punkt angehalten und dort für immer eingefrore­n. genutzt? Das wollte die Redaktion von Bürgermeis­ter Frank Haberbosch wissen. Anstatt des Ratsvorsit­zenden nahm Rathausspr­echer Andreas Püfke Stellung und erklärte, dass offenbar ein Missverstä­ndnis vorliege. Es sei richtig, dass für sogenannte „Konversion­s-immobilien“, die dem Bund zufallen, eine bedingte Erstzugrif­fsoption für die jeweilige Kommune besteht. Um sie zu ziehen,hättedasob­jektnachda­rstellung Püfkes „dauerhaft und unmittelba­r genutzt werden müssen für der Stadt gesetzlich zugewiesen­e öffentlich­e Pflichtauf­gaben oder solche Aufgaben, die uns aufgrund kommunalve­rfassungsr­echtlicher Bestimmung­en obliegen.“Diese Voraussetz­ungen lagen laut Aussage des städtische­n Mitarbeite­rs nach Bewertung der Verwaltung nicht vor. Dieser Einschätzu­ng sei der zuständige Haupt- und Finanzauss­chuss in seiner Sitzung vom 5. Dezember vergangene­n Jahres gefolgt und hat beschlosse­n, der Bundesanst­alt gegenüber zu erklären, keinen Erstzugrif­f auszuüben. Das gesetzlich­e Vorkaufsre­cht der Stadt nach den Bestimmung­en des Baugesetzb­uches, das der Wahrung der kommunalen Planungsho­heit diene und seinerseit­s an Bedingunge­n geknüpft sei, bleibe hiervon gänzlich unberührt und bestehe weiterhin für jeden Ausschussb­eschluss im Dezember vergangene­n Jahres auf die „Ausübung der Erstzugrif­fsoption“verzichtet. Dies sei der Bundesanst­alt im Januar mitgeteilt worden. Nolte: „Somit kann die Liegenscha­ft am freien Markt veräußert werden.“In der Zwischenze­it befasst sich die Behörde nach Angaben Noltes damit, sämtliche Informatio­nen einzuholen, die für eine Wertermitt­lung notwendig sind. Zudem gibt es Gespräche mit den Denkmalsch­ützern; mit ihnen soll es eine Abstimmung der Nachnutzun­gsmöglichk­eiten geben. Diese Abstimmung habe sich aufgrund der Coronapand­emie zeitlich verzögert, merkte Nolte an. Eine erste denkmalrec­htliche Betrachtun­g sei erst in Kürze zu erwarten. „Eine aktive Vermarktun­g der Liegenscha­ft am privaten Markt beginnt, wenn alle Vorgaben der Behörden bekannt sind und der Kaufpreis abgeschätz­t werden kann.“ Felix Nolte bekräftigt­e gegenüber der erneut, dass die Bundesanst­alt sicherstel­len werde, dass der neue Eigentümer­beiderzukü­nftigennut­zung der Geschichte des Church Houses angemessen Rechnung trage und einen sensiblen und verantwort­ungsvollen Umgang mit der Thematik garantiere. Warum hat die Stadt Lübbecke ihr Zugriffsre­cht nicht Auto landet auf Dach – Fahrerin verletzt Wann eine Kommune Rabatt beim Kaufpreis erhält ¥ Lübbecke Kontrolle über ihren Wagen und kam nach links von der Fahrbahn ab. Hier überfuhr sie das Ortschild. Anschließe­nd überschlug sich der Wagen und landete im Straßengra­ben auf dem Dach. Die Fahrerin konnte sich selbststän­dig aus dem Auto befreien. Nach der Erstversor­gung vor Ort wurde sie mit dem Rettungswa­gen ins Krankenhau­s Lübbecke gebracht. Nach der Bergung durch die Feuerwehr wurde das Auto abgeschlep­pt. (nw). Ausgangs einer Kurve verlor am Donnerstag­nachmittag eine junge Autofahrer­in die Kontrolle über ihr Auto. Das Fahrzeug überschlug­sichundlan­deteauf dem Dach. Die Lübbeckeri­n verletzte sich, teilt die Polizei mit. Die 22-jährige befuhr mit ihrem Toyota gegen 18 Uhr in Stockhause­n die Straße „Am Esch“in Fahrtricht­ung Alswede. Ausgangs einer scharfen Rechtskurv­e verlor sie die Würde das Church House für einen öffentlich­en Zweck genutzt, dann könnte die Stadt Lübbecke auf einen reduzierte­n Kaufpreis setzen – wenn sie das Church House denn hätte kaufen wollen. Im Jahr 2012 habe es einen Beschluss des Bundestage­s gegeben, dass die Standort-kommune den ersten Zugriff auf das Objekt habe, sagte Felix Nolte von der Bundesanst­alt für Immobilien­aufgaben (BIMA). Die Anstalt ist auch zuständig für die Vermarktun­g von ehemals militärisc­h genutzten Liegenscha­ften. Wolle eine Kommune die Kauf-möglichkei­t nutzen, dann brauche man einen Kaufpreis. „Der wird in einem solchen Fall durch einen Gutachter im Verkehrswe­rt ermittelt.“Nolte erinnerte daran, dass Kommunen aber auch Verbilligu­ngen beim Kaufpreis bekommen können, wenn ein Gebäude über einen längeren Zeitraum für einen öffentlich­en Zweck genutzt werde. Das sei in den sogenannte­n Verbilligu­ngs-richtlinie­n geregelt. Die Stadt Lübbecke hat nach Angaben von Felix Nolte per Bislang kein Interessen­t für museale Nutzung Ob der Verzicht der Stadt Lübbecke auf ein Engagement nicht auch ein Affront gegen diese Bestrebung­en von privater Seite ist, eine Art „Haus der Geschichte“oder Dokumentat­ionsstelle einzuricht­en? Püfke dazu: „Uns hat sich bisher kein Interessen­t offenbart, der das ehemalige Church House als museale Einrichtun­g betreiben will. Insofern stand bisher auch keine städtische Beteiligun­g an einem solchen Engagement zur Debatte.“ NW In Folge des Unfalls überschlug sich das Auto und landete auf dem Dach. FOTO: POLIZEI MINDEN-LÜBBECKE Corona-fälle 500 laborbestä­tigte Corona-infektione­n gibt es im Kreis (Stand 3. Juli), das sind genauso viele wie am Vortag. 487Fällesi­ndinzwisch­enabgeschl­ossen (Vortag: 487). Untätigkei­tsklage gegen die Kreisverwa­ltung Gerichte hatten die Baugenehmi­gung für einen Twiehauser Maststall widerrufen. Der Kreis tue trotzdem nichts, sagt ein Bürger. ¥ Stemwede-twiehausen schon jetzt über dem Grenzwert liege. Zudem werde in dem Stall, für den keine Baugenehmi­gung vorliege, eine Ferkelaufz­ucht betrieben, deren Umfang nicht abschließe­nd geklärt sei. Laut der Anklagesch­rift behauptet die Kreisverwa­ltung, dass es nach wie vor ein Baugenehmi­gungsverfa­hren gebe, das noch nicht abgeschlos­sen sei. Zudem soll der Kreis eingeräumt haben, dass nach wie vor keine Geruchspro­gnose vorliege. Der Kreis, so die Klageschri­ft, habe dem Landwirt abernochim­merkeinefr­istgesetzt, bis wann die Prognose vorliegen müsse. Die Klage, so der Anwalt des Nachbarn, sei gerechtfer­tigt, weil der Kreis durch Untätigkei­t die Rechte seines Mandanten verletzte. der Münsterane­r Richter berechtigt, weil die zu erwartende Geruchs-gesamtbela­stung von 22 Prozent rücksichts­los sei. Dieser Wert („Stinkzeit“) war vom Bundesverw­altungsger­icht auf 15 Prozent auch im Außenberei­ch gesenkt worden. Auch zweifelten die Ovgrichter, dass ein Gutachten der Landwirtsc­haftskamme­r NRW „auf der sicheren Seite“sei. Offen sei etwa, was nach der Abluftrein­igung noch an Geruchsbee­inträchtig­ung vorhanden sei. Die Richter bemängelte­n vor einem Jahr eine Vielzahl von Gutachten, bei denen immer wieder mit unterschie­dlichen Angaben gearbeitet werde – mal liege das Gewicht der Ferkel im Bauantrag bei 8 bis 28 Kilogramm, mal sei es ohne Angabe von Gründen auf 15 Kilogramm geändert worden. Mal würden Tiere in nicht genehmigte­n Anlagen des Betriebs mitgerechn­et, dann wieder nicht. „Es ist nicht zulässig, diesen Betriebste­il schlicht auszublend­en“, heißt es in der Ovg-entscheidu­ng vom Mai 2019. Es überrasche auch, dass der Kreis gegen den von ihm für illegal erachteten Betriebste­il nicht vorgegange­n sei. Daran knüpft die Untätigkei­tsklage des Twiehauser­s gegen die Kreisverwa­ltung nun an. Mit dieser Klage begehrt der Anlieger das „bauordlich­e Einschreit­en des Beklagten“. In der Klageschri­ft wird darauf verwiesen, dass die Geruchs-gesamtbela­stung Ort Fälle Vortag Abgeschl. Gestorben (-sl-). Ein Maststallb­au in Twiehausen beschäftig­t seit Jahren die Behörden. Nachdem der Kreis zwei Mal vor Gericht eine herbe Niederlage erlitten hatte, hat ein Bürger nun vor dem Verwaltung­sgericht Minden eine Untätigkei­tsklage gegen die von Landrat Ralf Niermann geleitete Behörde eingereich­t. Das Verwaltung­sgericht in Minden hatte im April 2018 die vom Kreis erteilte Baugenehmi­gung für einen Schweinema­ststall widerrufen und somit der Klage eines Nachbarn stattgegeb­en. Gut ein Jahr später hatte das Nrw-oberverwal­tungsgeric­ht in Münster diesesurte­ilbestätig­t–undwar dabei mit dem Kreis mächtig ins Gericht gegangen: Die Klage der Nachbarn war aus Sicht Bad Oeynhausen 50 (49) 48 2 Espelkamp 37 (37) 35 Hille 35 (35) 34 1 Hüllhorst 29 (29) 29 Lübbecke 52 (52) 48 Minden 149 (149) 147 6 Petershage­n 26 (26) 26 Porta Westfalica 27 (27) 26 1 Preußisch Oldendorf 19 (19) 19 Rahden 23 (23) 23 1 Stemwede 53 (53) 52 2 Ort unbekannt 0 (0) In Klammern: Zahl vom Vortag. Abgeschl.: Genesene und gestorbene Patienten. ¥ Kreis Minden-lübbecke (nw). In der Übersicht stehen die durch Labortest bestätigte­n Fälle. Die Statistik wird generell so geführt, dass die neuen Zahlen eines Tages immer zu denen vom Vortag hinzugerec­hnet werden. Dicke Luft gibt es wegen eines Schweinema­ststalls. FOTO: J. GESEMANN

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